Archiv der Kategorie: Bücher-Ecke

BuchTipp: Das Küstengrab von Eric Berg

Und wieder konnte ich mir ein gutes Buch auf Blog-dein-Buch sichern! Manchmal habe ich aber auch einfach zu viel Glück;) Diesmal habe ich mich wieder für einen Krimi beworben.bücherecke

*Kriminalroman*

Limes Verlag (Hier gehts zum Shop)

Das Küstengrab

von Eric Berg

© Derek Henthorn
© Derek Henthorn

Zum Autor:
Seit Jahren zählt der Autor Eric Walz zu den erfolgreichsten deutschen Autoren auf dem Gebiet der historischen Romane. Mit seinem Buch „Das Nebelhaus“ erfüllte er sich 2013 einen persönlichen schriftstellerischen Traum, einmal einen Kriminalroman zu schreiben und veröffentlichte diesen unter dem Pseudonym Eric Berg. Sein letztes Werk, „Das Küstengrab“, ist bereits die zweite Krimiveröffentlichung unter diesem Namen.

Zur Story: [Quelle: Limes Verlag]
„Eine abgelegene Insel. Eine verschworene Gemeinschaft. Eine gemeinsamedasküstengrab Vergangenheit, die sie verbindet.

Zum ersten Mal nach 23 Jahren kehrt Lea in ihr winziges Heimatdorf auf der Insel Poel zurück. Doch der Besuch endet in einem schrecklichen Unglück. Bei einem rätselhaften Unfall kommt Leas Schwester ums Leben, Lea selbst wird schwer verletzt und leidet seither an Amnesie.

Vier Monate nach dem Unfall reist Lea gegen den ausdrücklichen Rat ihrer Ärztin erneut nach Poel. Sie will herausfinden, was sie im Mai auf die Insel führte und wie es zu dem Unfall kommen konnte. Sie selbst kann sich an diese Zeit auf Poel nicht erinnern und ist auf die Hilfe ihrer alten Freunde angewiesen – doch deren Berichte widersprechen sich. Die Jugendfreunde scheinen ein Geheimnis vor Lea zu verbergen, das weit in ihre gemeinsame Vergangenheit reicht … „

Zum Buch/ meine Meinung:
Ich muss es gleich zu Anfang sagen: Bei Krimis versucht man als Leser oft den (eventuellen) Mörder bzw. den Ausgang der Geschichte schon vor der Enthüllung zu erraten. Mir ist es beim Lesen des „Küstengrabes“ nicht anders ergangen und habe Theorien gesponnen wie das Ende wohl aussehen würde. Zu meiner Überraschung lag ich am Schluss sehr weit daneben, was für mich auf jeden Fall schon mal ein dicker Pluspunkt für das Buch ist!

Die bildhaften Beschreibungen der Umstände zur Zeit des Mauerfalles versetzten mich wirklich zurück in diese Zeit, ohne je in ihr gelebt zu haben. Ich konnte mir die alten Häuser mit ihrer altmodischen Einrichtung, genau wie das spätere persönlliche Elend der ehemaligen besten Freunde und die bedrückende Stimmung unter ihnen lebhaft vorstellen.

Der Schreibstil ist auch eine interessante Mischung aus Ich-Erzählsituation und personaler Erzählform. Eigentlich bin ich nicht wirklich ein Fan der Ich-Perspektive, weil das meistens bedeutet daß das ganze Buch nur „durch die Augen einer einzigen Person“ erzählt wird. In diesem Roman fiel mir das aber nicht mal unangenehm auf. Der Grund dafür war das die Geschichte nur teilweise von „Lea“ selbst erzählt wurde und der Rest aus objektiverer Sicht.

Die Geschichte selbst springt immer zwischen zwei Zeitpunkten hin und her: der Vergangenheit, kurz vor dem geheimnisvollen Unfall und der Gegenwart, in der die Hauptperson herauszufinden versucht was geschehen war. Der Autor hat es dabei trotzdem geschafft die Spannung zu erhalten und noch nicht zu viel zu verraten, damit man sich nicht alles gleich zusammenreimen kann. Die Handlung selbst ist durchdacht, die Schlüsselszenen gut eingebaut, nur irgendwann kam ich etwas mit der Reihenfolge der Vorfälle im berühmten Jahr 1990 durcheinander. Nämlich was die Tode von „Julian“ und Lea’s Eltern betrifft. Je näher ich dem Ende der Geschichte kam, desto stärker hatte ich das Gefühl etwas überlesen oder nicht ganz mitbekommen zu haben. Das ist aber nur eine Kleinigkeit was keinen ganzen Punkt Abzug rechtfertigt. Also gibt es als Fazit für „das Küstengrab“ volle Punktzahl! 10/10 Sterne!

Van Lure.

Das Küstengrab auf Amazon.de

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BuchTipp: Flammenwüste von Akram El-Bahay

Da war ich letztens wieder mal auf Blog-dein-Buch schmöckern und habe mich – zack! – spontan für einen Fantasy-Roman beworben und den Zuschlag erhalten! Yeah! Auch wenn ich hier zuvor noch keine Fantasy-Romane rezensiert habe, ist dies trotzdem immer noch mein Lieblingsgenre!

bücherecke

*fantasy*

Bastei Lübbe

Flammenwüste

von Akram El-Bahay

Zum Autor/ bzw. Autoren:
Akram El-Bahay hat seine Leidenschaft, das Schreiben, zumimage001 Beruf gemacht: Er arbeitet als Journalist und Autor. Als Kind eines ägyptischen Vaters – von dem er seinen orientalischen Namen erhalten hat – und einer deutschen Mutter ist er mit Einflüssen aus zwei Kulturkreisen aufgewachsen. Dies spiegelt sich auch in seinen Romanen wider: klassische Fantasy-Geschichten um Drachen und Magie, die ebenso sehr an den Herrn der Ringe wie an orientalische Märchen erinnern.

Zur Story:
Wegen der sich häufenden Funde verbrannter Karawsereien verbreiten sich die Gerüchte ein Drache wäre aus seinem tiefen Schlaf im Sand wiedererwacht um nun Tod und Zerstörung in die Wüste zu tragen wie ein Lauffeuer. Doch der Sohn des Sultans vermutet hinter den Angriffen den Anführer des Wüstenvolkes der Haschirim, Sarraka, den er mit seiner Garde vergebens zu fassen versucht. Währenddessen sind der Geschichtenerzählerlehrling Anûr und sein Großvater Nûr ed-Din aus der nördlich gelegenen Wasserstadt in die Wüstenstadt Nabija gereist um mit ihren Geschichten über die alten Fabelwesen ein wenig Geld zu verdienen. In einer Schenke kommt es zu einer Verwechslung weswegen Anûr mit Hilfe einer kleinen Lüge anstatt seines Großvaters in den Palast zum Sultan berufen wird um ein altes Familienrätsel zu lösen. Die Lösung dieses Rätsels hinterlässt für den jungen Anûr jedoch mehr Fragen als Antworten und beschert ihm gleichzeitig eine Drachenjagd wie sie noch in keiner seiner Geschichten vorkommt. Zusammen mit dem Prinzen Nabija’s, Masul, und einigen seiner Krieger zieht er in die Wüste um den Drachen aufzuspühren und zu töten. Durch einen Sandsturm wird er zwischendurch von der Gruppe getrennt, was ihm eine erste Begegnung von vielen mit einem unheimlichen Wüstenbewohner einbringt und er sich das erste Mal auf seiner langen Reise beweisen muss…

Zum Buch:
Die erste Hälfte habe ich mir etwas schwer getan mit den orientalisch angehauchten Namen und den Bildern der Umgebung die beim Lesen der Beschreibungen im Kopf entstehen. Diese Geschichte findet eben im Gegensatz zu vielen anderen Fantasy-Epen in der heißen Wüste anstatt grünen Wäldern statt und bleibt auch dort.

Neben Drachen wird man auch mit allerlei unbekannten magischen Wesen konfrontiert, die manchmal etwas besser beschrieben werden hätten können, wie zb. das Aussehen der Nori. Hier wird leider nur die Figur „Sarakka“ beschrieben, später, als klar wird das er dem Volk der Nori angehört, nicht mehr darauf eingegangen. Das hätte man sich gerne etwas detaillierter wiederholen lassen können um die Andersartigkeit besser zu verdeutlichen. Ebenso bei dem Volk der „Sammler“. Sie sind klein, sie sind nicht menschlich, aber wie sie denn nun aussehen kam leider nicht wirklich deutlich heraus, – genau wie bei „dem Ifriten“.

Beim „fliegenden Teppich“ scheiden sich für mich dann die Geister. Einerseits passt er für meinen Geschmack ganz gut zum 1001 Nacht-Flair des Buches aber weniger ins eigentliche Fantasygenre, wo man bärtige Zauberer und tote Teppiche gewohnt ist. Leider war dieser Teppich m.o.w. wichtig für die Story und darum nicht ignorierbar.

Die Geschichte selbst braucht eine Weile um richtig interessant zu werden – bis man irgendwann merkt das man schon mitten drin und am Mitfiebern ist. Auf dem Weg dort hin nimmt die Story ein paar unerwartete Wendungen, was ich sehr gut finde, weil es etwas Abwechslung mit sich bringt. Es gibt immerhin nichts Schlimmeres als wenn man nach ein paar Seiten schon seine End-Theorie hat, die sich dann auch noch bestätigt.

Auf jeden Fall klingt das Ende des Buches nach einem nächsten Band und ein Wiedersehen mit Anûr und seinen Freunden!

Fazit:
Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich würde/werde mir auch auch eventuell darauff folgende Bände besorgen. Ich gebe dem Roman von Akram El-Bahay 8 vom 10 Sternen! Lediglich einen Stern habe ich abgezogen weil im Buch einige Schreib- und Satzzeichenfehler (eher mehr Satzzeichenfehler) zu finden sind, die mich immer mal etwas gebremst haben und einen Stern für die oben erwähnten Beschreibungen die etwas genauer hätten sein können;)

8-sterne

Van Lure.

Flammenwüste auf Amazon.de

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BuchTipp: Gay Nazi Dolphins At A Gang Bang

bücherecke

*Cartoons*

Holzbaum Verlag

Gay Nazi Dolphins At A Gang Bang

von Oliver Ottitsch

Zum Cartoonisten:
Oliver Ottitsch ist gebürtiger Grazer oound lebt & arbeitet in Wien. Seine Zeichnungen wurden bereits regelmäßig in Zeitungen wie dem Stern, Titanic, Eulenspiegel, Bananenblatt und dem schweizerischen Nebelspalter veröffentlicht.
Letztes Jahr gewann er den Karikaturenpreis Pas de deux in Paris sowie den Cartoonpreis der Deutschen Mathematikervereinigung in Berlin.

Zum Buch:
„Gay Nazi Dolphins At A Gang Bang“ ist bereits das vierte Cartoon-Buch das seit 2012 über den Holzbaum Verlag veröffentlicht wurde und kommt anders als seine beiden ersten Veröffentlilchungen („Kopf hoch!“, „Noahs Fleischwaren“) erstmals in englischer Sprache.

Daneben findet sich ebenfalls eine französische Ausgabe des Buches unter dem Titel „Des Licornes Amoureuses“ mit der sich Ottitsch nun auch in den französischen Sprachraum wagt.

Meine Meinung:
Der ungewöhnliche Titel dieses 15x15cm Büchleins weckt schon durch einen gewissen „WTF-Faktor“ Interesse. Wer Oliver Ottitsch‘ Zeichnungen kennt, weis, er wird auf den folgenden 50 Seiten nicht enttäuscht. Politisch inkorrekt mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor wird einem so der Sinn des Lebens in Bildform ein wenig näher gebracht. Wiedersprüche, Wortspiele, Sex, Religion und allem woraus man Satire machen kann, findet sich in seinen Cartoons wieder und provoziert hämisches Gelächter beim Betrachter – und das nicht nur auf Kosten der Dephine!

Fazit:
Ein Cartoonbuch mit feinster Satire, in dem jede Seite einen ungläubigen Lacher garantiert! Dafür gibt es 10 von 10 Sternen!

10 sterne

Van Lure.

Gay Nazi Dolphins At A Gang Bang auf Amazon.de

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BuchRezensionen 2013

Schon fast Juni, das muss jetzt mal nachgeholt werden…

 

Seraphim von Kathrin Lange

„TATTOO ART“ edited by Lal Hardy

„1000 Tattoos von Ed. Henk Schiffmacher

„Piercing Is Not A Crime“ von Tarek Ehlail

„Arschlöcher kommen immer zuerst“ von Tucker Max

„Und in der Hölle mach ich weiter“ von Tucker Max

„Holzfällen und Niedermetzeln“ von HYDRA

Mit Blut signiert“ von Matt Beynon Rees

„Fortunas Schatten“ von Anja Marschall

“Fürs Leben gezeichnet: Gefängnistätowierungen und ihre Träger” von Klaus Pichler

“London Tattoos” von Alex MacNaughton

“Er ist wieder da” von Timur Vermes


Zweit-Blog-Werbung:

BuchRezension: „Seraphim“ von Kathrin Lange

bücherecke

atb

Seraphim

von Kathrin Lange

sera

Zum Buch:
Nürnberg 1491. Die junge Witwe Katharina Jacob, die selbst an einer Krankheit, der melancholia leidet, arbeitet als Heilerin und lebt in ständiger Gefahr deshalb als Hexe angeklagt zu werden. Als ihr Bruder Matthias in den unterirdischen Wasserkanälen der Stadt ermordet aufgefunden wird, beginnt eine unheimliche Mordserie, denn der Mörder heftet seinen Opfern Schwanenschwingen an den Rücken, was ihm den Namen Engelmörder einbringt. Im Zuge der Untersuchungen gerät auch Katharina ins Visier der Stadträte. Doch der junge Gelehrte Richard Sterner, der zusammen mit einem Kollegen im Verborgenen Leichen seziert, um mehr über die menschliche Anatomie zu erfahren steht ihr zur Seite…

Zur Autorin:
Kathrin Lange wurde 1969 in Goslar, Deutschland, geborgen und arbeitete nach dem Abitur und einer Ausbildung zur Verlagskauffrau eine Zeit lang als Buchhändlerin. Von 2002-2004 war sie Herausgeberin der Autorenzeitschift Federwelt. Seit 2005 schreibt sie hauptsächlich Jugendbücher und historische Romane und ist seit 2007 auch freiberufliche Autorin.

Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in einem Dorf in Niedersachsen.

Kommentar:
Ich habe mir diesen Roman wärend meiner Schullaufbahn eher lustlos für ein Referat gekauft und es war ein wahrer Glücksgriff. Es war der erste historische Roman den ich gelesen habe und er hat mich für dieses Genre vom ersten Drittel weg begeistert! Fakten und Fiktion fließen nathlos ineinander, welche erst im Nachwort wieder getrennt werden. Die Handlung ist spannend und die Charaktäre bewegen den Leser zum Mitfiebern. Ich habe mich sehr gefreut als ich vor Kurzem sah, das es mittlerweile noch zwei weitere Teile (Die Engelmördertrilogie) von der Autorin gibt, deshalb verfasse ich nun auch meine Rezension Jahre später anhand meines damaligen Referates. Natürlich stark gekürzt, denn wer will schon 5 Seiten inklusive Ende lesen;)

Fazit:
Einer der besten Romane außerhalb meines geliebten „Hight Fantasy-Genres“, den ich je gelesen habe. Ich freue mich schon auf das Lesen der Nachfolger „Cherubim“ und „Madonna“, die bereits auf dem Tisch liegen!

Van Lure.

10 sterne

„Seraphim“ auf Amazon.de

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BuchRezension: „Arschlöcher kommen immer zuerst“ von Tucker Max

bücherecke

*autobiographische Sauf-und Sex-Geschichten *

Riva

Arschlöcher kommen immer zuerst

von Tucker Max

Zu Tucker Max brauche ich eigentlich nichts mehr zusagen, da ich bereits schon eine Rezension über sein letztes Buch geschrieben habe. Ein Frauenheld, der es versteht seine (oft abartigen/ skurilen/ verrückten…) Erlebnisse in spannenden Erzählungen zu Papier zu bringen damit auch der Rest der Welt etwas davon hat. Auch Frauen können hier, wie ich finde, herzlich darüber lachen, solange man nicht selbst mal das „Vergnügen“ mit ihm hatte;)

9783864132551

Zum Buch:
Auch diesmal gibt Tucker jede Menge seiner Sauf- und Sexgeschichten zum Besten, erscheint dem Leser aber erstmals auch als fühlendes, menschliches Wesen, das auch durchaus dazu imstande ist eine liebevolle, monogame Beziehung zu führen. Mehr kann ich dazu allerdings garnicht verraten, um die Spannung nicht wegzunehmen. Nur so viel, es artet am Ende dann doch wieder in eine typische Tucker-Situation aus;)

Daneben berichtet er auch davon, das es garnicht so toll ist mit haufenweise Jungfrauen zu schlafen; Wie man zu einem Dreier mit zwei Kleinwüchsigen kommt, oder einen Röntgenporno dreht.

Von Letzterem findet man übrigens das Video im Netz: Tucker Max SeX-Ray.

Na, neugierig geworden?;)

Fazit:
Wie schon sein vorangegangenes Werk „Und in der Hölle mach ich weiter“ eine lustige Lektüre, die man sich nach dem Lesen des ersten Teils einfach zulegen muss! Das Buch wartet mit einigen genialen Storys auf, auch wenn die Hit-Dichte in „UIDH“, wie mir scheint, etwas dichter war. Auf jeden Fall ist „Arschlöcher kommen immer zuerst“ [orig. Titel Assholes finish first] viel zu schnell ausgelesen, weil man nie mitten in einer Geschichte aufhören kann. 9 Punkte für das 2te Werk von Tucker;)

9 sterne

Van Lure.

„Arschlöcher kommen immer zuerst“ auf Amazon.de

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BuchTipp: „TATTOO ART“ Lal Hardy

bücherecke

*Bildband*

The mammoth book of
TATTOO ART

editen by Lal Hardy

tattoo artSchon wieder ein ‚Tattoo-Buch‘! Überraschung!;) Diesmal möchte ich ein Geschenk, dass ich von meiner besseren Hälfte bekommen habe verbloggen. The mammoth Book of Tattoo Art verspricht am Cover Bilder der Werke über 80 der weltbesten Tätowierer, inklusive Horiyoshi III, Filip Leu, Louis Molloy, Hannah Aitchison, Jime Litwalk und Mike Vries.

Auch wenn der Einband etwas schäbig ist finde ich den Aufbau des Buches besonders nett. Der Bildband  liefert jeweils einen kurzen Absatz mit Portrait zum (oder auch vom) Künstler und 4-5 Seiten mit Fotografien von ihren Hautkunstwerken. Darunter befinden sich großformatige, seitenfüllende Motive bis hin zu mehreren pro Seite um bei so wenig Platz einen kurzen Einblick in den jeweiligen Style zu gewähren. Die Auswahl der Tattoos ist auch was die Inspirationssuchenden angeht brauchbares Material, weil man vielen unterschiedlichen Stilen, Techniken und Körperregionen begegnet…

Und jetzt kommen wir zum Aber: Wenn man sich die Liste aller beteiligten Tatowierer ansieht, kommt man nur auf 75.  „Over 80 of the world’s top artists“ ist also etwas übertrieben. Man hätte sich noch mit einem Übersetzungsfehler auf die Bilderanzahl rausreden können, wenn auf der Rückseite nicht gleich 700 Fotos in Farbe angepriesen werden würden. Zumindest diese Zahl glaube ich – wenn auch nur aus Faulheit zum Gegenbeweis;)

Man kann das eine ja noch als leichten Mangel verschmerzen, aber beim Umschlag war ich dann wirklich enttäuscht. Wie bereits erwähnt ist der Einband etwas schäbig. Das heißt die Seiten lösen sich beim ersten mal Durchblättern schon heraus wenn man nicht aufpasst. Bevor man es weglegen kann muss man es vorher wieder regelrecht zusammenbauen und vorsichtig ablegen.  Das nervt einfach nur weil der Band sonst wirklich schön ist!

Fazit:
Interessante Bilder, Infos zu den Künstlern und trotzdem nicht zu viel Text. Inhaltlich sehr angenehm gestaltet und super Ideenfundgrube… aber eben eine schlechte Verarbeitung und deswegen umständlich zu handhaben. Allerdings kostet das Ding bei Recherche gerademal um die 12 Euro. Für den Preis also garnicht mal so schlecht. Trotz schlechter Einbandqualität gebe ich 9 Sterne.

Van Lure.

9 sterne

TATTOO ART auf Amazon.de

BuchTipp: „1000 Tattoos“ von Ed. Henk Schiffmacher

bücherecke

*Bildband*

1000 Tattoos

von Ed. Henk Schiffmacher

1000 Tattoos zeigt zwar nicht wirklich 1000 Bilder von Tattowierten und ist auch nicht unbedingt zum Holen von Inspiration geeignet, nimmt den Betrachter jedoch mit auf eine Zeitreise durch die Tattoogeschichte selbst. Der beinahe 600Seiten Wälzer(!)  ist in mehrere Abschnitte unterteilt:

  • 1000Ethnographic Tattoos
  • Classical Tattoo Designs
  • From the Early Days to the 1980s
  • Japanese Tattoos
  • Contemporary Tattoo Art

Neben den Photografien finden sich in den ersten beiden Kategorien auch viele Skizzen und Zeichnungen (Muster der Urvölker, klassische Seefahrermotive..) mit teilweise auch Anmerkungen zu ihrer Bedeutung. Das ist ein schöner Einstieg in die Welt der Tattowierung. Aber mein Lieblingskapitel ist eindeutig „From the Early Days to the 1980s“. Die Datierung der Fotos beginnt bei 1914, da staunt man nicht schlecht welche Leute damals zb in Amerika schon alles Tattoos hatten!
Japanische Tattoos sind dafür nicht unbedingt mein Style aber haben in so einem Buch natürlich auch irgendwo ihre Daseinsbereichtigung. Über die Motive kann man streiten, schön und vor allem schön groß sind sie auf jeden Fall..

Am Ende findet man unter „Contemporary Tattoo Art“noch moderne Tattookunst wie Biomechanic, Realistic, Old School, Tribals, Portrait, Pflanzen, Tiere…
In dem Buch ist eigentlich so ziemlich von allem was drin was tättowiert werden kann. Der fehlende Schwerpunkt auf den heutigen Motiven hat sicher schon den einen oder anderen Käufer, der sich Anregungen holen wollte, enttäuscht. Es ist eher ein Querschnitt durch diverse sehenswerte Bereiche der Körperkunst für den ‚historisch‘ Interessierten;)

Fazit:
Ich will wieder tattoowieren geheheheheehhhen…

Van Lure.

9 sterne

1000 Tattoos auf Amazon.de

BuchRezension: Piercing Is Not A Crime von Tarek Ehlail

bücherecke

Schwarzkopf & Schwarzkopf

Piercing Is Not A Crime
– 33 bestechende Anekdoten aus dem Leben eines Bodypiercers

von Tarek Ehlail

Weil ich in Bezug auf Piercings gerne alle Infos zum Thema aufsauge wie ein Schwamm, bin ich auch um dieses Buch nicht rum gekommen, nach dem ich es per Zufall im Onlineshop entdeckt hatte.

piercing is not a crime

Zum Autor:
Der Hamburger Tarek Ehlail ist ein Schulabbrecher mit ungewöhnlicher Karriere. Nachdem er der Schule den Rücken gekehrt hatte wurde er durch Zufall Piercer und später Filmregisseur (Chaostage, Gegengerade).

„Piercing is not a crime“ ist sein erstes Buch, mit dem er jetzt auch unter die Autoren geht.

Zum Buch:
Der Piercer Tarek Ehlail gibt hier eine bunte Mischung an Storys aus Alltag und Job zum Besten. Urlaubstrips,  Gruselstorys über misachtete Pflegehinweise, Kreislaufprobleme, ein missglückter Raubüberfall und diverse Interviews mit  Leuten aus der Tattoo- und Piercingszene. Unter den Geschichten befinden sich sowohl Erlebnisse mit normalen Kunden als auch mit ein paar schrägen Exemplaren im und ums Studio..

Kommentar:
Was sich nach einer unterhaltsamen Übung für die Lachmuskeln anhört, liest sich für mich jedoch etwas flach. Hier scheiden sich bei mir die Geister. Die Beschreibungen klingen in der ersten Hälfte vom Buch eher unpersönlich.

Zwar finde ich es nicht zwingend notwenig das Piercer selbst gepierct sind, aber wenn man selbst nie gepierct wurde finde ich die Aussage das der Schmerz bei den meisten Piercings, auch unter Einbezug jahrelanger Erfahrung als Piercer, lachhaft ist etwas unpassend (furchtbarer Satz).

Auch die 15min, in denen er die Kunden mit Vorgespräch, Schmuckauswahl, Piercen und Bezahlung abfertigt und die er immer wieder zu unterbieren versucht, finde ich nichts wofür man sich rühmen müsste.

Außerdem verstehe ich nicht wieso ein Piercingstudio, das so gut geht wie i.B. beschrieben, nicht Kunden ablehnt, von denen bekannt ist, das sie damit unverantwortlichen bullshit anstellen? [Kunde Kurt]…

Ich zweifle nicht an, das der Autor ein guter Piercer ist, ich glaube sogar das er die Piercings sehr professionell setzt, aber mir sind ein paar Dinge und Ansichten immer mal wieder sauer aufgestoßen…

Im letzten Drittel werden die Storys dann doch nocht lustiger und man entwickelt irgendwo eine Art Sympathie. Nur die Interviews dazwischen, die wohl Laien einen Blick in die BodyArtSzene gewähren sollen nervenlangweilen ein wenig durch typische Interviewfragen und sind einfach die Extrawurst zum Seitenfüllen.

Fazit:
Der Titel versprichte ein wenig mehr als das Buch dann unterm Strich liefert. Einerseits musste ich schon ab und zu schmunzeln, richtig warm geworden bin ich mit Herrn Ehlail leider nicht. Auch wenn er persönlich sicherlich ein angenehmer Geselle sein wird, gebe ich seinem Buch:

6 sterne

6 Sterne. Damit will ich sagen das es weder gut noch schlecht ist. Ich empfehle euch eine Leseprobe im Laden oder Amazon. Jeder geht mit dem Thema Bodyart anders um und jeder sollte selbst entscheiden wieviel Unterhaltungswert darin steckt.

Van Lure.

„Piercing is not a crime“ auf Amazon.de

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„BuchRezension: Und in der Hölle mach ich weiter“ von Tucker Max

bücherecke

*autobiographische Sauf-und Sex-Geschichten *

Riva

Und in der Hölle mach ich weiter

von Tucker Max

Gleich vorne weg: Viele der Geschichten im Buch findet man auch auf tuckermax.com gratis zum Lesen. Allerdings nur in englisch, was zwar jetzt auch nicht so tragisch wäre, aber da ich nur ungern Bücher in Netz lese und es mir dazu lieber auf der Couch gemütlich mache, habe ich mir das Werk in Papierform gekauft. Trotz der (stolzen) knapp 19 Euro die ich dafür bezahlt habe – es war eine der besten Investitionen in meine Lachmuskeln die ich jemals gemacht habe.

Tucker Max

Zum Buch:
Tucker Max ist ein Arschloch. Aber immerhin noch eines der humorvollen, wenn auch meist stark betrunkenen  Sorte, solange man zumindest als Frau nicht persönlich mit ihm zu tun hat. Er ist das was man hierzulande einen Reißer mit hoher Erfolgsquote nennen würde und das auch in vollen Zügen ausnutzt. Dabei geschehen ihm auch manchmal die abartigsten Dinge. Und auch wenn solche „Proleten“ im wahren Leben ekelhaft sind, sind seine Anekdoten – die laut ihm alle real passiert sind – schlicht epic.

Etwas schade finde ich das die Storys im Buch nicht zeitlich geördnet sind. Aber ein Plus dafür das es überhaupt eine ungefähre Zeitangabe gibt wann etwas passiert ist – bzw. und wann es aufgeschrieben wurde.

Zum Autor:
Tucker Max studierte an der Universität von Chicago und schloss 1998 mit dem Bachelor of Arts ab. Danach erhielt er ein Stipendium  für die Duke Law School, die er 2001 abschloss. Dazwischen kam die Erkenntnis: der Anwaltsjob ist langweilig. Darum machte er seine Hobbys (saufen, sex & abstürze) zum Beruf indem er mit seinen Erlebnissen unter die Autoren ging.  Heute (er-)lebt und (und schreibt) er in Los Angeles.

Fazit:
So gemein die Geschichten auch sein mögen, habe ich trotzdem oft Tränen gelacht. Ich war an einigen Stellen dem Erstickungstod nah so sehr musste ich lachen. Darf ich das als Frau überhaupt lustig finden?

Der Englische Titel ist übrigens „I hope they sell beer in hell.“ Meine spontane Antwort wäre da: Yes, Tucker. They sell beer in hell. But you’ll have to work as lawyer to pay for it…

10 Punkte. Ich darf;)

10 sterne

Van Lure.

„Und in der Hölle mach ich weiter“ auf Amazon.de

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BuchRezension: Holzfällen und Niedermetzeln von HYDRA

Ja, lange ist es her, das ich etwas von mir habe verlauten lassen. Zu den Gründen will ich nichts näheres Nennen, aber seid euch sicher, es gab sie. Gut, jetzt bin ich wieder hier und es juckt mich in den Fingern über das eine oder andere Buch zu schreiben. Beginnen wir doch gleich bei „Holzfällen und Niedermetzeln“:

bücherecke

*1A Zombieweltliteratur aus Österreich*

Holzbaumverlag

Holzfällen und Niedermetzeln

von HYDRA

„Das klingt ja öde. Stell dir vor, jemand würde ein Buch darüber schreiben, was so ein Zombie den ganzen Tag tut und denkt. …“

HolzfällenDas Buch:
Bei diesem Kind aus der HYDRASchmiede handelt es sich um eine ‚Überschreibung‘ von Werken bekannter österreichischer Literaten wie Thomas Bernhard, Schnitzler, Nestroy und noch ein paar weiteren, die ich hier nicht alle nennen werde um die Überaschung nicht ganz vorweg zu nehmen.
Die Geschichten wurden textlich zusammengekürzt und umgemünzt auf eine verzombisierte Gesellschaft, in der man zwischen literarischer Unterhaltung und Splatter irgendwo doch auch das Hier und Heute wiedererkennt. Denn die mitmischenden Autoren haben sich am Ende nicht einfach damit begnügt das Wort ‚Mensch‘ durch ‚Zombie‘ auszutauschen, sondern auch das Umfeld zombiegerecht angepasst, aus ihrer Zeit herausgerissen und etwas neues erschaffen, sodass von den Originalen nur eine grobe Handlung übrigbleibt. Wenn man so will kann man es auch als eine Adaptierung der alten Werke verstehen, denn eine Kenntnis der Originaltexte, die sich oft etwas zäh lesen  ist dafür nicht mehr nötig.

Das 126seitige Buch beinhaltet 5 Kurzgeschichten, bei denen Curt Cuisine, Jürgen Miedl, Konrad J. Gregor und Gregor Fröhlich ihre Messer Stifte angesetzt haben, wärend Maximilian Zirkowitsch sich reimtechnisch bei 3 Gedichten einmischt.
Manche Formolierungen stoßen mir zwar „naturgemäß“ etwas auf, wie ein junges Hirn eben naturgemäß ab und zu auf nicht mehr gebräuchliche Formulierungen und (Schreib)Stilblüten reagiert, verpassen dem Gemetzel jedoch eine interessante, das Geschehen verharmlosende Note, die man von Zombies, Vampiren und Werwölfen so noch nicht kennt.

Ich gebe daher 9 von 10 Sternen. Wen die Vorstellung von Untoten, die sich an Weltliteratur vergreifen nicht abstößt, sondern neugierig macht sollte sich dieses knapp 2 Stündige Lesevergnügen also ruhig mal gönnen;)

9 sterne

Van Lure.

Holzfällen und Niedermetzeln auf Amazon.de

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BuchTipp: Mit Blut signiert von Matt Beynon Rees

bücherecke

*caravaggio-roman*

C.H.Beck

Mit Blut signiert

von Matt Beynon Rees

Und wieder habe ich  bei Blog dein Buch ein interessantes Buch gefunden, das mir die Abende versüßt hat. Diesmal habe ich mir “Mit Blut signiert” von Matt Beynon Rees herausgepickt, für das sich sonst nur wenig Blogger interessiert haben, was mich eigentlich gewundert hat. Wahrscheinlich weil ein Roman über den Künstler Michelangelo Merisi (Caravaggio) nach schwieriger Kost klingt und es kein (gekennzeichneter) historischer Roman ist (auch wenn Fakten übernommen wurden). Lange Rede – kurzer Sinn, die Rezension:

mit blut signiertZum Autor:
Matt B. Rees wurde 1967 in South Wales geboren. Er studierte Englische Literatur an der University of Oxford und Journalismus an der University of Maryland bevor er nach New York zog. 1996 verschlug es ihn weiter nach Jerusalem, wo er anfangs für Nachrichtenmagazine schrieb. AB 2000 leitete er 6 Jahre lang das Jerusalemer Büro des Time-Magazins, für das er auch heute noch tätig ist.

2008 erschien sein erster Roman „Der Verräter von Bethlehem“. Er wurde mit dem New Blood Dagger Award ausgezeichnet worauf 3 weitere Teile folgten.

Zur Story:
Italien, 1605: Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, ist auf dem Weg, zum berühmtesten Maler Roms zu werden, und ihm wird Zugang zum innersten Kreis der Borghese gewährt, einer der mächtigsten Familien der ewigen Stadt. Aber seine Liebe zu den einfachen Menschen, gerade auch zu den Frauen aus der Unterschicht, die er als Modelle in seinen Bildern verewigt, trägt ihm immer wieder Konflikte ein. Er gibt nicht nach, wird in einen Straßenhändel verwickelt und tötet einen Adligen. Caravaggio muss Rom verlassen, aber seine künstlerische Auffassungsgabe und Unabhängigkeit bleiben für die Mächtigen aus Klerus und Adel eine Provokation. Was ist das Geheimnis dieses kurzen, genialischen Lebens und wer trägt die Schuld an Gewalt und frühem Tod?

Zum Buch:
Ich habe mich letztendlich dann ein wenig überwinden müssen mit dem Lesen zu beginnen, weil sich so wenige beworben hatten und ich nicht wusste was mich Rom, 1605 erwartet. Aber nachdem ich begonnen hatte, war das Buch mit seinen 327 Seiten nach 3 Tagen auch schon ausgelesen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und die Geschichte spannend erzählt. Mit den italienischen Namen findet man sich teilweise etwas schwer zurecht, aber dafür gibt es am Anfang des Buches bequemer Weise gleich ein Verzeichnis der Hauptfiguren. Der Roman ist auf jeden Fall nicht nur für Kunstkenner interessant, sondern auch für Laien die nichts mit Kunst am Hut haben lesbar fesselnd. Michelangelo  Merisi wird als leicht reizbarer und etwas Störrischer Geselle dargestellt, der es bei allem Wohlgefallen der Auftraggeber immer wieder schafft sich mit seinem Mundwerk oder der Wahl seiner Modelle (welche meinst einfache Leute und Prostituierte waren) Ärger einzuhandeln. Das macht ihn dem Leser irgendwie schnell sympathisch;)

Ich möchte außerdem empfehlen am Ende auch die Anmerkungen des Autors zu lesen. Es beeindruckt doch sehr, wie intensiv Rees bei seinen Recherchen Merisis Spuren verfolgt hat und Fakten und Fiktion ineinanderfließen ließ. Laut dem Autor handelt es sich sogar bei den gesamten Figuren im Buch um reale Personen, von denen mindestens die Todesursache auch historisch nachgewiesen werden kann, während der Tod Caravaggios gezwungener Maßen rein fiktiv ist, da es über sein Ableben nur Theorien gibt. Trotzdem hat Rees ein traurig-schönes passendes Ende gefunden, seine Antwort auf die Frage nach Michelangelo Merisis Tod.

Fazit:
Ein sehr lesenswerter und vielleicht etwas unterschätzter Roman mit der Richtigen Mischung aus Kampf, Kunst  und Leidenschaft;)

9 sterne

Van Lure.

Mit Blut signiert bei C.H.Beck bestellen
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Bücher-Rezensionen 2008-2012

2012

Barbara Klein – Dunkler Schnee

Stefan Sonntagbauer – Containeräffchen

Dieses Buch macht dich fertig! von Hydra

Olivia Meltz – Mörderisches Wiedersehen

Stefan Sonntagbauer – Neulich im Mittelalter

2011

Markus Heitz – Die Mächte des Feuers

Garry Kilworth – Die Engel

Felix Mitterer – Kein Platz für Idioten

Christoph Hardebusch – Die Werwölfe

Von Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit/ BD.1

Klaus Buttinger und Dominika Meindl – Die Sau – Ein voll arger Heimatroman

Dirk Bernemann – Ich hab die Unschuld kotzen sehen

2008

Charlotte Roche – Feuchtgebiete

BuchTipp: Fortunas Schatten von Anja Marschall

Hallo Leute! Ich habe mich vor einer Weile wieder mal bei Blog Blog dein Buch auf ein – was sonst – Buch beworben und dieses zu meiner Lesefreude auch prompt bekommen. Also hier nun meine Rezension zu Anja Marschalls „Fortunas Schatten“.

bücherecke

*historischer Roman*

DRYAS Verlag

Fortunas Schatten

von Anja Marschall

fortunas-schatten-marschallZur Autorin:
Anja Marschall ist gebürtige Hamburgerin und lebt in Schleswig-Holstein. Sie ist studierte Diplom-Volkswirtin und organisierte bereits Lesungen, Schreib- und Kreativworkshops. Weiter arbeitet sie als freie Journalistin für Zeitungen und Magazine und schreibt u.a. Kurzgeschichten. 2009 gründete sie den Deich-Verlag auf dem sie 2011 ihre Kurzgeschichtensammlung „Nord Mord West“ veröffentlichte.

Letztes Jahr erschien ihr erster historischer Roman, den wir nun hier in Händen halten: Fortunas Schatten.

Zur Story:
Glückstadt an der Elbe, 1894
Kapitän Hauke Sötje hat als einziger den Untergang seines Schiffes überlebt und sinniert trotz eines Freispruches vor Gericht darüber seinem Leben ein Ende zu setzen. Davor reist er nach Glückstadt um sich vom Grab seiner Frau zu verabschieden. In der Stadt wird er vom Graf von Lahn abgefangen um für ihn einen Auftrag zu erfüllen. Schließlich wird Hauke in eine Intrige verwickelt die weite Kreise zieht und die ganze Stadt bedroht. An seiner Seite Sophie, die Tochter eines Geschäftsmannes der des Betruges beschuldigt wird. Leider kann dieser nicht mehr dazu befragt werden, weil er sich das Leben nimmt und ein Teil der Dokumente aus seinem Arbeitszimmer fehlen…

Zum Buch:
Bei Fortunas Schatten handelt es sich um einen historischen Roman, weswegen ich mich auch für das Buch beworben habe. Anfangs wirkt die Geschichte fast als ob es sich um einen 2. Teil einer Bücherreihe handeln könnte. Das liegt zum einen daran das die Vorgeschichte des Kapitän Sötje, die der Leser kennen muß, sehr schnell erzählt ist und zum anderen daß das Buch mit seinen 285 Seiten, im Taschenbuchformat einfach danach aussieht als würde da noch mehr kommen.

In der Geschichte kommen auch viele Fachbegriffe die Seefahrt betreffend vor. Anfangs fand ich es blöd das man als Laie nur Bahnhof versteht, bis ich darauf gekommen bin das sich am Ende des Buches ein Glossar findet, das Licht in die Sache bringt. Trotzdem hätte es mir besser gefallen wenn man die Fremdwörter einfach mit einem * markiert am jeweiligen Ende der Seite erklärt hätte. Das spart das lästige Herumblättern. Aber wenn man sich erst mal etwas reingelesen hat kommt man ganz gut zurecht;)

Zu Beginn neuer Kapitel sind meist original Zeitungstexte (bis auf die mit * markierten, wie man auf den letzten Buchseiten erfährt) aus der damaligen Zeit eingefügt, was ich nur verwirrend finde, weil sie nicht in Zusammenhang mit der Geschichte stehen und auch auf die Handlung keinen Einfluß haben. Der Leser erfährt nichts Wichtiges dadurch und ich finde das hätte man auch getrost weglassen können. Die Daseinsberechtigung ergibt sich einzig durch die Tatsache daß es sich dabei großteils um echte Artikel und einen historischen Roman handelt. Dazu muß man das allerdings erst mal wissen und wer bitte beginnt am Buchende zuerst zu lesen?

Und jetzt kommt das ABER:

das tut der Story keinen Abbruch. Mir gefiel der Schreibstil und auch die Charaktäre fand ich sehr sympatisch. Alles wird sehr genau und detailgetreu beschrieben um die damalige Zeit wiederzugeben. Es ist eine sehr spannende Story und auch wenn das Buch nicht besonders dick ist lesenswert. Jetzt finde ich es schon irgendwie schade das es keine Buch-Reihe ist;) (dürfte wohl auch etwas schwer sein bei einem historischen Roman)

Fazit:
Man braucht ein paar Seiten um in den Jargon und die Zeit von 1894 reinzufinden und das richtige Bild im Kopf aufzubauen. Doch die Figuren wecken schnell Neugier auf die Geschichte und man beginnt recht bald mitzufiebern!

Dafür gebe ich 9 von 10 Sternen9 sterne

Van Lure.

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BuchTipp: „Fürs Leben gezeichnet: Gefängnistätowierungen und ihre Träger“

bücherecke

Hier habe ich ein Buch ausgegraben, in dem eine ganz andere Seite des Tattoos beleuchtet wird. Die Gefängnistättowierung. Wir sind gerade mal ein paar Jahrzehnte von der Zeit entfernt, in der man als Tättowierter gleich in eine Schublade gesteckt wurde und man findet heute noch einige Träger von sog. Häfenpeckerln, meist jenseits der 50. Also kann man direkt sagen das es sich um ein Stück (europäischer) Körperkunstgeschichte handelt…

*Bildband*

Fürs Leben gezeichnet:
Gefängnistätowierungen und ihre Träger

von KLAUS PICHLER

gefängnistattooZum Autor:
2003 wurde der Wiener Fotograf Klaus Pichler erstmals auf das Phänomen der Gefängnistättowierung aufmerksam. 8 Jahre lang suchte er darauf nach Exhäftlingen, die sich mit ihren Tattoos von ihm ablichten lassen wollten und sammelte auf 183 Seiten neben den Bildern von 150 Menschen auch einige der Geschichten, die sie aus ihrem Leben und der Zeit im Gefängnis zu erzählen hatten.

Zum Buch:
Diese Seite des Körperschmucks und ihre damalige Bedeutung ist interessanter als man sich im ersten Moment vielleicht denkt. In diesem Bildband findet man nicht nur Fotografien „alter, schlecht tättowierter Männer“, sondern Bilder, die ganze Geschichten erzählen und Informationen zur Entwicklung des Tattookults speziell in Gefängnissen. Dazu und zum besseren Verständnis, werden auch Einblicke in die Strukturen und Gesetze damaliger Häfn vermittelt, wonach eine Tättowierung als Körperverletztung gesehen wurde und somit eigentlich verboten war.

Aus was bestand eine Tattoomaschine und was tun wenn in der Zelle die Farbe ausgeht? Diese ganzen Details machen den Band erst richtig lebendig. All das findet man in diesem Buch inklusive der Antwort, warum diese Art der Tättowierung heute ausgestorben ist.

Der Einband ist zwar nicht besonders ansprechend und wirkt etwas steril, doch davon darf man sich nicht täuschen lassen, stecken in diesem Buch doch auch eine Menge Emotionen. Ich kann mir nicht helfen, ich find den Band saugeil, auch wenn er nicht dazu dient sich Inspiration zu holen;)
Fürs Leben gezeichnet: Gefängnistätowierungen und ihre Träger bekommt für seine Originallität, der richtigen Mischung aus Bildern und Information und der Art wie mit dem Thema umgegangen wird von mir volle 10 Punkte.

10 sterne

stay tuned!

Van Lure.

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