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Tattoo: Suprasorb F im Test

Hallo allerseits!

Ist schon etwas länger her das ich hier gebloggt habe, aber jetzt ist es mal wieder an der Zeit einen Tattoo Post zu verfassen.

Natürlich war ich in den letzten Jahren, auch ohne es hier großartig breitzutreten, das eine oder andere Mal tätowieren. Genaugenommen habe ich seit September 2013 30 Sitzungen hinter mir. Ja da ging ein wenig weiter, aber da ist immer noch zu viel nackte Haut übrig.

Vor allem aber lernt man so die eigene Haut mit ihren „Heilskills“ kennen. Zeit also um neue Möglichkeiten zu testen!

20161227_180651Jetzt zum eigentlichen Thema: Suprasorb F. Dabei handelt es sich um eine flächig klebende Folie/ Membran die ursprünglich für Brandwunden und dergleichen entwickelt wurde, jedoch auch bereits bei Tattoos Anwendung findet. Suprasorb F ist luftdurchlässig, sodass Wundflüssigkeit verdunsten kann, wärend der Schmutz draußen gehalten wird. Das nennt man dasnn anscheinend „Nassheilung“.
Außerdem ist die Folie so hauchdünn das sie (je nach Körperteil) nicht stört. Man kann die Folie bei großen Motiven auch überlappend anwenden um alles Nötige abzudecken.
Man gibt die Folie ohne vorheriges Cremen auf das frische, gereinigte und abgetupfte Tattoo, streicht sie glatt, sodass keine Luft darunter eigeschlossen wird und lässt sie dort die ersten 2-3 Tage (maximal!). Danach wird die Folie vorsichtig abgezogen und das Tattoo ganz normal mit Creme weiter versorgt.
Soweit zur Theorie also.

So weit so gut! Das Erste Mal…

Das erste Mal bekommen habe ich sie schon vor einem Jahr, direkt nach dem Tätowieren. Meine damalige Tätowiererin war gerade selber noch in der Testphase und da ich ja auch gerne Neues ausprobiere, hab ich sie mir gern nach dem Stechen verpassen lassen. Leider fand ich sie damals nicht gerade hitverdächtig. Einerseits weil das betreffende Tattoo sich vom Oberarm auf die Schulter rauf zog und die Folie doch wegen der Spannung beim Heben des Armes störte… andererseits weil so frisch nach dem Stechen der ganze überschüssige Farbschmodder mit ner Menge Wundwasser rauskam, sich massig unter der Folie sammelte und das Tattoo dadurch verschmiert und ziemlich arm dran aussah. Nach 4Stunden hatte ich dann die Nase voll und das Ding wieder runtergerissen um zu meiner bewährten Pflegemethode zurück zukehren…

Später habe ich dann noch von 2 anderen Tätowierern gehört das sie es ebenfalls bereits an Kundschaft getestet haben und auch nicht besonders davon überzeugt waren. Damit war das Thema also für mich abgeschlossen… vorerst.

Viele Sitzungen und ein paar Stecher Tätowierer später, bei meinem letzten Tattoo, einer Kombizange am Unterarm (ja ihr lest richtig) wollte ich es doch noch mal in Eigenregie probieren. Einfach weil das gegenwärtige Wetter nicht zulässt es die ganze Zeit unbedeckt zu lassen, ich in der Arbeit oft mit staubigen Plänen in Kontakt komme und mich der scheuernde Stoff bei jedem Tattoo sowieso irre macht. Am Unterarm, wo die Ärmel meist eher enger sitzen und sich die Creme sofort im Stoff verflüchtigt noch eine Stufe nerviger.

Und so habe ich es mir am Tag des Termins gleich mal in die Apotheke bestellen lassen. Mit etwa 7,- pro Rolle (1mx10cm) verschmerzbar. Vor dem Stechen habe ich noch mit dem Chef des Körperkunstladens darüber geredet. Mir war schon vorher klar, das er warscheinlich auch nicht viel davon halten wird – so wars auch. Auch in seinem Laden wurde die Folie bereits getestet und für nicht gut befunden – der Schmodder, das Wundwasser etc. (O-Ton: Das ist für Leute die zu faul zum Cremen sind)

Und trotzdem! Ich hatte es bereits in der Tasche und irgendwas muss ja dran sein wenn einige Berichte darauf schwören!

Und so lief das dann bei mir ab:

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Unterarm mit Suprasorb F

Die 0815 Frischhaltefolie, die man nach dem Stechen draufbekommt, ließ ich wie immer 4h oben, reinigte das Tattoo wie gewohnt mit Seife und lauwarmen Wasser, tupfte es vorsichtig mit Küchenrolle ab und schnitt ein entsprechendes Stück von der Suprasorb F Rolle ab. Mein Mann half mir anschließend die neue angebliche Superfolie anzubringen (2 Hände nötig, Anweisung auf der Verpackung)

Sie schmiegte sich perfekt an die Haut, fiel nicht sonderlich auf, löste sich auch an den Rändern nicht ab und auch am nächsten Tag sah man kaum Farbschmodder und keine Wundwasser gefüllten Blasen. Logisch dass das Tattoo nicht mehr so klar aus sah wie nach dem Stechen, aber ich ließ mich davon erst mal nicht weiter beirren.

Das Ablösen

Nach den max. empfohlenen 3 Tagen machte ich mich also ans Ablösen. Huijuijui, das hat schon ganzschön geziept – wie Gewebepflaster das schon ein paar Tage an der Haut klebt und nicht mehr weg will.
1Ich bekam Schiss mir da was mit runterzureißen, was eigentlich noch oben bleiben sollte. Erst recht unangenehm fand ich es als ich dann die abgelöste Folie in Händen hielt. Ein kurzer Schreckmoment, ob ich da einen Haufen Kruste runtergerissen hatte… nein, das war zum Glück alles nur der Farbschmodder, der nach dem Aufkleben noch raus kam und das Tattoo blurry aussehen hat lassen. (Die „Kruste“ ist in dem Fall noch weich und bildet sich mit der Zeit erst richtig an der Luft). Und genau an den tätowierten Stellen war das Entfernen der Folie auch nicht so… ziepend… wie auf der intakten Haut rundherum.

Jedenfalls habe ich nach dem Entfernen alles vorsichtig gewaschen und seit dem normal gecremd. Zwei Tage später, also am Abend des 5. Tages (nach dem Stechen) hat es sich dann bereits zaghaft angefangen zu häuten – was in meinem Fall eine Verzögerung der Heilung um einen ganzen Tag bedeutet, da bei mir die „Häutung“ meist nach 4 Tagen einsetzt. (Das bedeutet das ich die Folie auf jeden Fall nochmal testen werde und sie dann nach 2 statt 3 Tagen entfernen werde)

Fazit:
Direkt
nach dem Stechen eher nicht zu empfehlen! Da muss erst mal die überschüssige Farbe und das erste Wundwasser raus und wer weis ob die ganze Vaseline, die beim Stechen verwendet wird, sich ohne genug Wasser und Seife überhaupt rückstandslos (genug) entfernen lässt. Ein paar Stunden nach dem Stechen, wenn es bereits vom Träger selber zu Hause in Ruhe gereinigt wurde durchaus eine gute Möglichkeit das frische Tattoo an gewissen Körperstellen einfach zu handeln. Natürlich nach wie vor nur die  ersten 2-3 Tage!

Die Vorteile der Folie sind das man sich in den ersten kritischen Tagen nicht viel um das Tattoo scheren muss, was eben je nach Körperstelle und Aktivität mal mehr mal weniger Sinn macht. Sollte man sich zb. was am Rücken stechen lassen und ist nicht so gelenkig kann man sich viel Frust ersparen. Ausnamslos jedes Mal werde ich sie in Zukunft nicht verwenden. Aber gerade im Winter finde ich es eine sehr praktische Alternative zu festgesifften Pulloverärmeln und Dergleichen.

Auf der Minusseite steht dann wieder die um einen Tag verlängerte Heildauer durch das verzögerte Häuten, wobei hier nochmal ein Test mit 2 Tagen Folie ansteht. Die Qualität der Tätowierung wurde jedenfalls nicht beeinflusst und die Heilung ist bis jetzt problemlos recht smooth und ohne Juckreitz verlaufen. Es häutet sich jetzt quietschfidel wie immer und zeigt mir Stück für Stück die neue Hautschicht.

Also mein Resüme:

  • Es ist eben situationsbedingt sinnvoll
  • Besser als erwartet
  • ich würds wieder machen

Zum Vergleich, ich habe mir 3 Tage vor der Zange bereits eine Ahle stechen lassen (=ebenfalls Werkzeug) und die Heilung war… abenteuerlich wie niemals zuvor. Ich weis auch nicht was da los war aber meine Haut hat deutlich gezickt, wärend die Kombizange… nunja, steht ja alles oben da ;)

Ich hoffe das hat euch nicht gelangweilt und die Tätowierten unter euch (bzw. die, dies noch werden wollen ;) ) konnten etwas von der Info für sich mitnehmen.

Stay tuned!
Van Lure.

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Frisch nach dem Entfernen der Folie.
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Wildstyle Tattoo-Messe, Linz 2013

Etwas spät aber doch habe ich ein paar Eindrücke von der Wildstyle Tattoomesse für euch, die am 09. und 10.11 in der Linzer Tabakfabrik stattgefunden hat.

Um etwa 13 Uhr waren wir schließlich dort und haben uns als erstes einen groben Überblick über das Gelände und die Stände (hey das reimt sich!;) verschafft. Vor dem Eingang wurden die Besucher von diesen beiden riesigen Figuren begrüßt. Ich frage mich immer noch wie man die her transportiert hat…

Wie jedes Mal gab es genug Möglichkeiten den Kleiderschrank, Regale, das Wohnzimmer und auch den eigenen Körper mit dem einen oder anderen ausgewähltem Stück Schmuck, Stoff oder Farbe zu verschönern.

Nebenbei gab es natürlich auch wieder ein interessantes Programm: Eröffnet wurde die Messe mit dem Beitrag „Virtual Museum of Body Cults“, was wir leider knapp verpasst haben weil wir erst danach gekommen und vor der nächsten Vorführung um 17:00 Uhr wieder gefahren sind.

Dafür gefiel aber der erste Auftritt des Tages vom „Circus of Rock“, der später auch die folgenden Acts im Hintergrund begleitet hat.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuch der kanadische Jornalist Clayton Patterson war hier und lies es sich nicht nehmen bei den „Modern Primitives“, unter denen sich auch Rick Genest befand, die erste Reihe für ein Paar Fotos zu entern.

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Mein Lieblingspart der Bühnenunterhaltung war aber (Zombieboy hin oder her) trotzdem John Kamikaze, der sich on Stage Nadeln durch sein Fleisch jagt und alle möglichen – und vor allem unmöglichen – Gegenstände in die Speiseröhre schiebt oder Nägel in die Nase hämmert. (An der Stelle sei angemerkt, das beim etwa 4. Nagel irgendwo hinter mir ein Junge eingeknickt ist;) Und alles mit diesem gewissen ‚Schmäh‘ und einer grandiosen Mimik, die mir so sehr gefallen hat…

Last but not least war natürlich, wie oben erwähnt auch Zombie Boy, Rick Genest mit von der Partie, den sich die Verantwortlichen der Wildstyle relativ frisch eingefangen haben. Und dann war es so weit, nach Kamikaze enterte er durch eine runde Holzkiste, die wohl wie eine mehrstöckige Torte aussehen sollte, die Bühne…

Leider muss man jedoch sagen, das sein einziger Beitrag zur Messe war, tätowiert zu sein. Das bedeutet das er im Gegensatz zu John Kamikaze und der Mexican Vampire Lady (die immerhin tätowiert, wenn sie nicht gerade für ein Foto posiert) nicht so viel hergemacht hat, wie man sich anfangs erhofft hat. Der Auftritt bestand nur darin auf der Bühne herumzuhüpfen (damit man schwer ein scharfes Foto bekommt?), Luftballongs aufzublasen und nonverbal herumzublödeln – mitten im Gesicht eine fette Sonnenbrille. Nach ein paar Minuten wurde auch schon angekündigt, das es nun an der Zeit ist sein Erinnerungsfoto mit Zombie Boy zu schießen – natürlich gegen Kohle, wofür er die Brille immer nur kurz abnahm um sich mit einem Gummihirn und einem „Fan“ ablichten zu lassen.

Ein wenig enttäuschend, finde ich. Auch ohne besondere Talente hätte man das etwas besser gestalten können. Vielleicht bekommt er ja das nächste Jahr den Mund auf, denn so wirkte er eher wie eine Marionette der Veranstalter. Tanz mein kleiner Zombie! Tanz!

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Kunstwerk im Verhör: Ronald

Seit einer Weile hatte ich bereits die Idee hier auch Interviews von und mit besonders herausstechenden Liebhabern der Körperkunst zu veröffentlichen. Durch eine Verkettung von Zufällen bin ich so an Ronald geraten, der so nett war für mich im Chefsessel Platz zunehmen um sich von mir ein wenig mit Fragen löchern zu lassen. An dieser Stelle ein fettes Danke an dich, und viel Spaß beim Lesen an alle anderen.

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Wie viele Tattoos schätzt du das du hast?
Einzelne Motive sind es ca. 25.

Wann hast du dir dein erstes Tattoo stechen lassen?
Mit 20.

Wie hat deine Familie auf das erste Tattoo reagiert?
Ned positiv:) Die typischen Argumente „Du verschandelst dich selbst“ sind gefallen. Als es immer mehr wurden haben sie irgendwann Ruhe gegeben.

Hast du von Anfang an gewusst welchen Weg du gehen möchtest? Das du so viele haben möchtest?
Eigentlich wollte ich Anfangs nur eines. Standardaussage. Dann ist es einfach gewachsen. Hier eines, da eines. Erst der Rücken, dann die Arme. Es hat sich einfach so entwickelt, es musste komplettiert werden.

Ich merke an den Motiven auch die Veränderung in mir.

Wie siehst du dich selbst/ wie wirkst du auf andere?
Es passiert mir eher selten dass mich Leute anreden. Die meisten schauen nur.

Das kann ich auch gut verstehen;) Stört es dich wenn man dich auf der Straße/ Cafe anstarrt?
Is mir wurscht. Die meisten sind eher positiv überrascht wenn sie mit mir zu tun haben, weil sie ein schräges Bild von mir haben.

Lässt du dich von mehreren Tätowierern stechen oder hast du einen Favoriten?
Erst habe ich mich nur von Sigi stechen lassen. Jetzt nur noch von Gloria. Zum Einen wegen dem Preis-Leistungsverhältnis zum Anderen aus Freundschaft.

Wenn du nochmal von vorne anfangen würdest, würdest du es wieder genau so machen?
Jetzt im Moment würde ich mir alles nur Maori machen lassen. Aber ich achte die Kultur und würde das nur unter der Voraussetzung tun, wenn mir ein Stammesangehöriger die Erlaubnis dazu gibt um niemanden zu beleidigen. Und ich würde mir nie ein Motiv aus dem Netz dafür holen. Weder ein originales Muster noch abgewandelten Versionen ohne Bedeutung.

Findest du das man sich heute zu wenig Gedanken macht bevor man sich tätowieren lässt?
Sicher. Aus meiner Sicht wollen viele Leute einfach nur tätowiert sein, ohne Hintergrund. Ich glaube nicht das sich viele Leute sowas gut genug überlegen. Man muss sich nur die Arschgeweihe oder Tribals ansehen. Gerade wenn man sich, wie ich, sein Leben lang stechen lässt ist das einfach ein Prozess.

Werden es die jungen Mädchen, die sich zb. Märchenfiguren etc. machen lassen deiner Meinung nach irgendwann bereuen?
Solche Leute haben irgendwie Probleme. Ungefähr alle 10 Jahre ändert sich der Mensch sowieso…

Dann muss man mit Motiven wie Twilight oder Winnie Pooh leben… Ich zb. Hasse das Tätowieren und die ersten 2 Tage danach, aber liebe es etwas neues zu haben… wie ist das bei dir?
Irgendwo brauche ich den Schmerz auch, er gehört einfach dazu. Das hat auch mit sich selbst spüren zu tun. Beim Stechen geht’s die erste Zeit ganz gut und macht mir nichts aus. Dann kommt langsam der Schmerz im Hirn an und es geht nur noch ums Aushalten.  Nach dem Stechen fühle ich mich manchmal als ob ich krank werden würde.

Das Abheilen ist immer lästig. Überhaupt wegen der Sonne im Sommer und weil immer alles voller Creme ist.

Was gefällt dir überhaupt nicht an Motiven, was sind deine absoluten No-Go‘s?
Tribals, Blumen, Tiere (außer asiatische), Schmetterlinge…

Also eher die 0-8-15 Sachen. Man sagt, wer einzigartig sein will darf sich heute nicht mehr tätowieren lassen, wie siehst du das?
Nicht so. Es ist und bleibt eine individuelle Geschichte. Wenn ich am ganzen Körper tätowiert bin, hat das auch eine Aussage.

Da bin ich ganz deiner Meinung. Gibt es eine Frage, die ich nicht gestellt habe, du aber unbedingt beantworten möchtest?
Habe ich noch nie darüber nachgedacht. Nein.

Danke dafür das ich dich ins Kreuzverhör nehmen durfte;)
Bitte;)

BuchTipp: „TATTOO ART“ Lal Hardy

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*Bildband*

The mammoth book of
TATTOO ART

editen by Lal Hardy

tattoo artSchon wieder ein ‚Tattoo-Buch‘! Überraschung!;) Diesmal möchte ich ein Geschenk, dass ich von meiner besseren Hälfte bekommen habe verbloggen. The mammoth Book of Tattoo Art verspricht am Cover Bilder der Werke über 80 der weltbesten Tätowierer, inklusive Horiyoshi III, Filip Leu, Louis Molloy, Hannah Aitchison, Jime Litwalk und Mike Vries.

Auch wenn der Einband etwas schäbig ist finde ich den Aufbau des Buches besonders nett. Der Bildband  liefert jeweils einen kurzen Absatz mit Portrait zum (oder auch vom) Künstler und 4-5 Seiten mit Fotografien von ihren Hautkunstwerken. Darunter befinden sich großformatige, seitenfüllende Motive bis hin zu mehreren pro Seite um bei so wenig Platz einen kurzen Einblick in den jeweiligen Style zu gewähren. Die Auswahl der Tattoos ist auch was die Inspirationssuchenden angeht brauchbares Material, weil man vielen unterschiedlichen Stilen, Techniken und Körperregionen begegnet…

Und jetzt kommen wir zum Aber: Wenn man sich die Liste aller beteiligten Tatowierer ansieht, kommt man nur auf 75.  „Over 80 of the world’s top artists“ ist also etwas übertrieben. Man hätte sich noch mit einem Übersetzungsfehler auf die Bilderanzahl rausreden können, wenn auf der Rückseite nicht gleich 700 Fotos in Farbe angepriesen werden würden. Zumindest diese Zahl glaube ich – wenn auch nur aus Faulheit zum Gegenbeweis;)

Man kann das eine ja noch als leichten Mangel verschmerzen, aber beim Umschlag war ich dann wirklich enttäuscht. Wie bereits erwähnt ist der Einband etwas schäbig. Das heißt die Seiten lösen sich beim ersten mal Durchblättern schon heraus wenn man nicht aufpasst. Bevor man es weglegen kann muss man es vorher wieder regelrecht zusammenbauen und vorsichtig ablegen.  Das nervt einfach nur weil der Band sonst wirklich schön ist!

Fazit:
Interessante Bilder, Infos zu den Künstlern und trotzdem nicht zu viel Text. Inhaltlich sehr angenehm gestaltet und super Ideenfundgrube… aber eben eine schlechte Verarbeitung und deswegen umständlich zu handhaben. Allerdings kostet das Ding bei Recherche gerademal um die 12 Euro. Für den Preis also garnicht mal so schlecht. Trotz schlechter Einbandqualität gebe ich 9 Sterne.

Van Lure.

9 sterne

TATTOO ART auf Amazon.de

BuchTipp: „1000 Tattoos“ von Ed. Henk Schiffmacher

bücherecke

*Bildband*

1000 Tattoos

von Ed. Henk Schiffmacher

1000 Tattoos zeigt zwar nicht wirklich 1000 Bilder von Tattowierten und ist auch nicht unbedingt zum Holen von Inspiration geeignet, nimmt den Betrachter jedoch mit auf eine Zeitreise durch die Tattoogeschichte selbst. Der beinahe 600Seiten Wälzer(!)  ist in mehrere Abschnitte unterteilt:

  • 1000Ethnographic Tattoos
  • Classical Tattoo Designs
  • From the Early Days to the 1980s
  • Japanese Tattoos
  • Contemporary Tattoo Art

Neben den Photografien finden sich in den ersten beiden Kategorien auch viele Skizzen und Zeichnungen (Muster der Urvölker, klassische Seefahrermotive..) mit teilweise auch Anmerkungen zu ihrer Bedeutung. Das ist ein schöner Einstieg in die Welt der Tattowierung. Aber mein Lieblingskapitel ist eindeutig „From the Early Days to the 1980s“. Die Datierung der Fotos beginnt bei 1914, da staunt man nicht schlecht welche Leute damals zb in Amerika schon alles Tattoos hatten!
Japanische Tattoos sind dafür nicht unbedingt mein Style aber haben in so einem Buch natürlich auch irgendwo ihre Daseinsbereichtigung. Über die Motive kann man streiten, schön und vor allem schön groß sind sie auf jeden Fall..

Am Ende findet man unter „Contemporary Tattoo Art“noch moderne Tattookunst wie Biomechanic, Realistic, Old School, Tribals, Portrait, Pflanzen, Tiere…
In dem Buch ist eigentlich so ziemlich von allem was drin was tättowiert werden kann. Der fehlende Schwerpunkt auf den heutigen Motiven hat sicher schon den einen oder anderen Käufer, der sich Anregungen holen wollte, enttäuscht. Es ist eher ein Querschnitt durch diverse sehenswerte Bereiche der Körperkunst für den ‚historisch‘ Interessierten;)

Fazit:
Ich will wieder tattoowieren geheheheheehhhen…

Van Lure.

9 sterne

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BodyArt: Let’s get coloured – Rücken

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Gestern habe ich mich vom argentinischen Gasttättowierer, Javier Obregon verschönen lassen, der diese Woche in Linz zusticht. Ich hatte das Glück mich vor ein paar Wochen ganz oben in der Warteliste einzutragen und bekam letzten Mittwoch den Anruf, das es nun so weit wäre;)

Den Falter hatte ich mir für diese Gelegenheit schon länger auf die Seite gelegt und wie man auf dem Bild sieht, es hat sich fuck-nochmal gelohnt! Jetzt ziert ein 13cm breiter Falter knapp unterhalb der Schulterblätter meinen Rücken und ich bin sauglücklich damit. Die Sitzung hat ca. 1,5h gedauert. Ohne Pause, ohne alles in einem durch. Das war das erste Tattoo, das ich erst sehen konnte nachdem es komplett fertig war. Die Neugier war fast noch schlimmer als der Schmerz;)

Van Lure.

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BuchTipp: „Fürs Leben gezeichnet: Gefängnistätowierungen und ihre Träger“

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Hier habe ich ein Buch ausgegraben, in dem eine ganz andere Seite des Tattoos beleuchtet wird. Die Gefängnistättowierung. Wir sind gerade mal ein paar Jahrzehnte von der Zeit entfernt, in der man als Tättowierter gleich in eine Schublade gesteckt wurde und man findet heute noch einige Träger von sog. Häfenpeckerln, meist jenseits der 50. Also kann man direkt sagen das es sich um ein Stück (europäischer) Körperkunstgeschichte handelt…

*Bildband*

Fürs Leben gezeichnet:
Gefängnistätowierungen und ihre Träger

von KLAUS PICHLER

gefängnistattooZum Autor:
2003 wurde der Wiener Fotograf Klaus Pichler erstmals auf das Phänomen der Gefängnistättowierung aufmerksam. 8 Jahre lang suchte er darauf nach Exhäftlingen, die sich mit ihren Tattoos von ihm ablichten lassen wollten und sammelte auf 183 Seiten neben den Bildern von 150 Menschen auch einige der Geschichten, die sie aus ihrem Leben und der Zeit im Gefängnis zu erzählen hatten.

Zum Buch:
Diese Seite des Körperschmucks und ihre damalige Bedeutung ist interessanter als man sich im ersten Moment vielleicht denkt. In diesem Bildband findet man nicht nur Fotografien „alter, schlecht tättowierter Männer“, sondern Bilder, die ganze Geschichten erzählen und Informationen zur Entwicklung des Tattookults speziell in Gefängnissen. Dazu und zum besseren Verständnis, werden auch Einblicke in die Strukturen und Gesetze damaliger Häfn vermittelt, wonach eine Tättowierung als Körperverletztung gesehen wurde und somit eigentlich verboten war.

Aus was bestand eine Tattoomaschine und was tun wenn in der Zelle die Farbe ausgeht? Diese ganzen Details machen den Band erst richtig lebendig. All das findet man in diesem Buch inklusive der Antwort, warum diese Art der Tättowierung heute ausgestorben ist.

Der Einband ist zwar nicht besonders ansprechend und wirkt etwas steril, doch davon darf man sich nicht täuschen lassen, stecken in diesem Buch doch auch eine Menge Emotionen. Ich kann mir nicht helfen, ich find den Band saugeil, auch wenn er nicht dazu dient sich Inspiration zu holen;)
Fürs Leben gezeichnet: Gefängnistätowierungen und ihre Träger bekommt für seine Originallität, der richtigen Mischung aus Bildern und Information und der Art wie mit dem Thema umgegangen wird von mir volle 10 Punkte.

10 sterne

stay tuned!

Van Lure.

  „Fürs Leben gezeichnet“ auf Amazon.de

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BuchTipp: „London Tattoos“ von Alex MacNaughton

bücherecke

Und noch ein BuchTIpp! Ich habe mir in letzter Zeit so einige neue Bücher geleistet, von denen ich wohl hier zum einen oder anderen noch etwas zu sagen haben werde…;)

*Bildband*

London Tattoos

von Alex MacNaughton

Weil mir das Durchblättern der abgegriffenen TattoohefteLondon Tattoos Cover, by Alex MacNaughton im Studio nicht mehr genug war, hab ich mich letztens im Buchladen ein wenig umgesehen und prompt diese Perle hier entdeckt. London Tattos von Alex MacNaughton. Und weil der Einband vorne wie hinten fette Kaffefingerflecken hatte, bekam ich es  auf Nachfrage sogar 50% billiger. Ich fand das Buch beim Durchblättern schon so geil, das mir der Zustand auch egal war.

Alex MacNaughton zeigt in seinem Bildband Tattoowierungen als Gesamtkunstwerk an den Menschen die sie tragen. 47 Personen im Portrait, (geschätzte) über 100 Photogrephien inklusive einem kurzen Wort zur Person, ihre Persönlichkeit, ihre Einstellung zur Körperkunst und ihre Hintergründe…

Und diese Körperkunst hat es in sich! Die  Farbpalette reicht über alle Stile von stark tättowiert bis ästetisch verziert. Kleines Wortspiel;) Wer bei einem Preis von 20,- nicht so sicher ist, sollte bei Gelegenheit mal im Laden nachschauen. Ich kann den Band nur empfehlen, denn er wird auch bei mehrmaligem Durchblättern nicht langweilig! 10/10********** Sterne!

Van Lure.

London Tattoos auf Amazon.de

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BodyArt: Let’s get coloured – linker Arm I

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OLYMPUS DIGITAL CAMERANachdem ich mir in der ersten Woche des Jahres einen Conch verpassen lassen habe, war ich gestern zur Abwechslung wieder tättowieren. Wie kann man das neue Jahr auch besser beginnen als mit ein paar neuen Körpermodifikationen?

2 Stunden durfte ich gestern Nachmittag wieder freudig vor mich hin leiden. Aber fertig sind wir trotzdem nicht geworden. War ja klar, ich mit meinen Realistic-Motiven;) Auf dem Bild seht ihr (m)eine noch unfertige Kaktusblüte bei der Schulter. Der Grundstein für einen schön verzierten Oberarm, der sicher noch das ganze Jahr brauchen wird.

Meine Rosen sind ebenfalls immer noch nicht fertig, aber dafür habe ich in 2 Wochen bereits den nächsten Termin bei Chris in Linz. Bleibt abzuwarten wie weit wir diesmal kommen. Das wir mit beidem (K-Blüte+Rosen) fertig werden ist doch etwas zu optimistisch bei nur 3h Zeit…

Naja, wer schön sein will muss eben nicht nur leiden sondern auch eine Menge Geduld mitbringen;)

Van Lure.

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Wildstyle & Tattoo Messe, Linz

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Gestern war das Duo Infernalis (=le moin + le love) auf der Wildstyle & Tattoomesse in der ehemaligen Linzer Tabakfabrik unterwegs. Mit dabei: die Cams. Um auf der Messe fotografieren zu dürfen, musste man am Eingang zwar ein Formular ausfüllen, indem man sich dazu verpflichtet die Bilder nicht geweblich zu nutzen, auf meine Nachfrage, wie es mit der Veröffentlichung in einen privaten Blog steht, sah man jedoch keine Einschränkung, da ich damit ja kein Geld verdiene. Also auf ins Getümmel!

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Besonders beeindruckt war ich – von wem auch sonst – von der Mexican Vampire Lady, die sich brav (gegen 5,-) mit jedem Besucher knipsen ließ und deswegen, obwohl sie ja eigentlich ebenfalls Tättowierer ist, wohl auf dieser Messe nicht zum Stechen gekommen sein dürfte. Über Geschmack und Körperkunst lässt sich streiten, aber im Gesamtbild fand ich sie schon wahnsinnig aufregend anzusehen. Schade nur das ihr anscheinend das Lächeln durch die Schaulustigenmasse vergangen war..

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Recht viel mehr will ich zu den einzelnen Bildern garnicht sagen. Wir tigerten etwa 4 Stunden über das Gelände, sahen uns die Shows und Verkaufsstände an, nahmen das eine oder andere Shirt mit und trafen auch auf ein paar meiner alten Freunde, die ich zum Teil Jahre nicht gesehen hatte. Unterm Strich war es ein toller Abend, der mir den Eintritt von gesalzenen 19,- irgendwie wert war. Einzig frech finde ich die vermeintliche Großzügigkeit am Ticket einen 5,- Gutschein dranzuhängen, der allerdings nur bei einem Warenwert von 25,- gilt – erst recht weil damit gemeint war dieser 1 Artikel müsse mindestens 25,- kosten. Also nix mit 2-3 Sachen um auf den Betrag zu kommen. Meine lieben Herrn Veranstalter – die Gier lässt grüßen!

Van Lure.

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BodyArt: Let’s get coloured VII

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Es ist mitterweile schon 2x passiert das ich um 10 vor 12 einen Anruf bekam, das der Termin abgesagt werden muss. Dementsprechend nervös starrte ich heute in der Arbeit die letzte Viertelstunde auf die Uhr und hoffte dass mein Handy still bleiben würde. Als das Biest um Punkt dann doch noch zum Bimmeln begann war ich schon richtig angefressen und auf das Schlimmste gefasst. Zum Glück wollte Chris die Session nur um eine Stunde nach hinten verschieben, weil er noch etwas zu erledigen hatte. Mir egal, ich war einfach nur heilfroh das er nicht wieder ganz ausfällt. Hauptsache es geht etwas weiter!

Als er dann um 13°°Uhr endlich ins Studio geschneit ist, begann er dann auch gleich zügig auf mir herumzuskizzieren… und zu diskutieren. Ich hatte eben schon so meine eigenen Ideen, wo unbedingt ein Blatt hin muss und das daraus eine ganze Ranke werden soll. Er hat argumentiert, gezetert und versucht mir manches auszureden, aber ich war hartnäckiger;) Sieg! Den Rest habe ich ihn dafür einfach machen lassen wie er wollte. Als ich dann die fertige Skizze vor dem Spatenstich noch mal im Spiegel begutachtete war ich baff, wie geil es aussieht und auch jetzt bin ich noch Feuer und Flamme, sodass ich mich die ganze Zeit im Spiegel ansehen könnte. Er hat es einfach drauf;)
Und so viel zur Hingabe an den Schmerz, diesmal war ich aus unerfindlichen Gründen extra tapfer und habe sogar den Betäubungsspray abgelehnt. Manche Stellen waren vom Schmerzpegel her zwar wirklich richtig beschissen, aber im Großen und Ganzen halb so wild. Man gewohnt sich zwar nie an die Schmerzen, aber man findet sich zumindest irgendwann damit ab und lässt es (fast) ohne Murren über sich ergehen;)

Also… das  war wenn man es genau nimmt die 9. Sitzung für meine Körperseite. Ich hatte so sehr gehofft das es die letzte sein würde, aber wie das Schicksal es so will, brauchen wir noch einen weiteren Termin. Die beiden jüngeren Rosen unten haben noch weder Blätter noch Stengel und ich möchte die Blüten allgemein noch etwas dunkler machen lassen (davon war er auch nicht recht angetan, aber ich hatte einfach die besseren Argumente;-p) Mit etwas Glück quetscht er mich die Tage nochmal rein, denn sonst kann ich wieder bis Jänner warten-.- Da soll, wenn es nach mir geht, aber schon das nächste Projekt gestartet werden und das heißt: Cover-up. Wo und was genau seht ihr allerdings erst nächstes Jahr;)

Van Lure.

BodyArt: Let’s get coloured VI
BodyArt: Let’s get coloured V
BodyArt: Let’s get coloured IV

BodyArt: Let’s get coloured III
BodyArt: Let’s get coloured II
BodyArt: Let’s get coloured!

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BodyArt: Let’s get coloured VI

Meister, Meister gib mir Rosen…

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Wo wir schon beim Thema sind: Heute war mal wieder ein Besuch beim Master of Pain, Chris, angesagt. Mit Stolz und schmerzender Hüfte darf ich nun verkünden, dass zumindest die Rosen jetzt alle vollzählig sind. Sieben an der Zahl. Fehlen beim nächsten Mal, in 2 Wochen, nur noch die restlichen Blätter und hier und da noch ein paar Highlights mit weis, von der er erst ein neues Fläschchen besorgen muss weil sie leider eingetrocknet war.

Bin ich froh das ich den heutigen Termin hinter mir habe. Daliegen und sich mit der Nadel malträtieren lassen macht einfach keinen Spaß. Sobald es vorbei ist, freut man sich natürlich über die neue Verzierung, aber davor und wärenddessen… näh!
Auf dem Bild seht ihr jetzt auch erstmals den kompletten Schädel, den ich mir letztes Jahr habe stechen lassen, darunter die beiden Neuzugänge. Bei dem Teil hat er sich selbst übertroffen! Und, ja, der Schädel ist das Maskottchen vom Metalcamp. Und ich hab ihn mir nicht aus einer Laune heraus stechen lassen, sondern weil ich schon oft genug dort war um sagen zu können: selbst wenn es mich irgendwann nicht mehr interessiert meinen Arsch nach Slovenien zu bewegen, es war ne geile Zeit und das ist meine Erinnerung daran. Außerdem fand ich das Motiv schon immer scharf.

Jedenfalls bin ich froh das das Projekt langsam auf sein Ende zugeht. Danach kann ich mich endlich mit voller Aufmerksamkeit meinen Oberarmen widmen. Für die Rosen habe ich ja doch schon 6 anstrengende Sitzungen hinter mir. Mit Schädel sogar 8;)
Hier habe ich noch einen kleinen Ohrwurm für euch, der sich mit wegen der Zahl 7 (Rosen) aufdrängt und genau wie Kleid aus Rosen von Subway to Sally stammt.

Also dann, bis die Tage!

Van Lure.

BodyArt: Let’s get coloured V
BodyArt: Let’s get coloured IV

BodyArt: Let’s get coloured III
BodyArt: Let’s get coloured II
BodyArt: Let’s get coloured!

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Zwischendurch…

Gehen wir noch mal ein Stück zurück zur Heimreise aus der Türkei. Ich möchte noch eine lustige Anekdote vom türkischen Flughafen zum Besten geben obwohl ich mich zu dem Zeitpunkt bereits im Fieberwahn befand. In der Türkei ist es so, das man gleich nach Betreten des Terminals samt Gepäck gefilzt wird. Koffer auf das Fließband zum Durchleuchten, Wertsachen abgelegt und durch den Detektor… Piiiiiiep. Wie ich das hasse! Schon wurde ich von einer Dame in Uniform genau abgetastet. Als ich so mit ausgebreiteten Armen vor ihr stand, deutete sie kurz auf meine Tattos auf den Oberarmen und sagte etwas auf türkisch. Kein Plan was, aber es klang schon mal nicht nach Abneigung. Als sie mich weiter untersuchte schob sie versehentlich mein Shirt an der rechten Hüfte ein paar Zentimeter hoch und mein unfertiges Rosen-Tattoo lugte hervor. Die Dame stoppte ab, riss die Augen auf und zog den Stoff vorsichtig aber sichtlich fasziniert noch ein kleines Stück höher. Sie fragte mich wieder etwas, worauf ich mein Shirt einfach ganz hochzog und es ihr zeigte. Wenn sie schon so neugierig ist;) Darauf winkte sie einen männlichen Kollegen hinzu, damit auch er die Körperkunst bestaunen konnte. Sie nickten mir begeistert zu und bekundeten mit ein paar Fetzen Englisch ihre Bewunderung. Danach wurde auch noch mein biomechan verziertes Bein gewürdigt. Der Kollege fragte mich ob ich auch auf den Oberschenkeln etwas habe und ich nickte und deutete duch die Hose den Bereich an. Nach dem die beiden meine Körperkunst ausreichend begutachtet hatten war ich auch schon wieder fertig und durfte ohne weitere Inspektionen meinen Weg fortsetzen. Ich fand die Situation trotz meines gesundheitlichen Zusatandes sehr amüsant und fühlte mich auch etwas geschmeichelt;)

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BodyArt: Let’s get coloured V

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Gestern fiel der Termin leider relativ kurz aus, deshalb bin ich dem Ziel nur ein paar Blätter näher gekommen. Aber hey, es geht Schritt für Schritt voran und mein Tätowierer hatte diesmal einen wirklich guten Grund um Reißaus zu nehmen, den sogar ich verstehe. Außerdem ist das Studio von meiner Arbeit aus innherhalb 5 Minuten zu erreichen und ich werde demnächst nochmal für ein Stündchen reingequetscht. Hoffentlich noch kommende Woche. Der Sommer lockt jetzt immer stärker und das Freibad, andem ich jeden Tag mit dem Zug vorbeikomme hat auch schon offen. Aber auch wenn sich jetzt nicht so viel getan hat, wie ich anfangs gehofft habe, möchte ich auch diesmal den Fortschritt dokumentieren. Lasst euch von dem blauen Fleck nicht irritieren, der stammt noch vom Hula Hoop Experiment;)
Die gestrige Sitzung habe ich auch ganz tapfer ohne Betäubung durchgestanden. Bei den paar Blättern.. Richtig widerlich geziept hats nur bei der Rose direkt in der Tailienmitte und jedesmal wenn mir Chris an die Rippen gegangen ist. Schon ekelhaft wenn man die Vibrationen im Knochen spührt. Brrr.

Immerhin blieb noch etwas Zeit mein Pfötchen auszubessern: Das hier war meine Nummer 7 und gleichzeitig das 7., das meine Freundin & Mistress of Pain, Marci, in ihrer Laufbahn als angehende Körperkünstlerin schon Ende Jänner gestochen hat. Um es in eigenen Worten auszudrücken: „Des hod zwüfid wia Sau!“ und es war das erste Mal dass ich schon richtig dringend weg wollte bevor wir ganz durch waren. Ihr ‚Herr und Meister‘ Chris hat mir jetzt den Ballen noch ausgefüllt, die beiden äußeren Zehen korrigiert und die Konturen etwas verbessert. War zwar auch nicht viel angenehmer, aber er ist einfach um einiges schneller. Die Pfote befindet sich links zischen Hüfte und Schambein. Zum Stechen auch eine absolut beschissene Stelle!

Und wie bereits erwähnt durfte Marci letzten Dienstag nochmal an mir üben. In diesem Fall war es sogar ihr erstes Werk in Farbe. Anfangs konnte ich mich nur schwer zusammenreißen nicht zu zucken weil das 2cm große Werk auf meinem Allerwertesten sitzt. Aber irgendwie haben wir es per Teamwork durchgezogen;) Ich bin durch und durch begeistert von dem Herz. Anfangs hatte ich Angst ob es a) schön symmetrisch wird und b) sie es mir auch genau nach meinen Vorstellungen, also ohne dunklere Kontur, machen kann. Aber alle Sorgen waren um sonst, ich bin mit dem Herz vollauf zufrieden und rundum glücklich! Auf jeden Fall liegen zwischen der (ursprünglichen) Qualität der Pfote und dem Herz Welten;)

Dafür weis ich jetzt nicht wie ich mich hinlegen soll weil die frischen Tattoos einfach ungünstig verteilt sind und man zwangsweise immer auf mindestens einem liegt. Hmpf, ich werds überleben. Wer schön sein will muss eben leiden;)

Van Lure.

BodyArt: Let’s get coloured IV
BodyArt: Let’s get coloured III
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