Archiv der Kategorie: Allgemein

Being Modified

Da die Kategorie „Bodyart“ hier am Blog schon „einige“ Posts umfasst, habe ich ein neues BlogExperiment gestartet und

Being Modified

ins Leben gerufen.

Dieser Blog enthält sämtliche Körperkunst-betreffende Artikel aus Van Lure’s Diary. Ich habe mir auch vorgenommen neue Posts vorläufig nur dort zu veröffentlichen. Das hat den Sinn das Besucher, die sich nur für diesen Bereich interessieren alles auf einen Sitz finden und sich nicht erst durch das Monstermenü dieses Blogs durchsuchen müssen.

Ich würde mich freuen wenn mich auch dort ein paar der Stammleser hier besuchen würden. 2 Neue Artikel gibt es dort auch bereits:

 

Neugierig?

Being Modified

stay tuned!

Van Lure.

Wildstyle Tattoo-Messe, Linz 2013

Etwas spät aber doch habe ich ein paar Eindrücke von der Wildstyle Tattoomesse für euch, die am 09. und 10.11 in der Linzer Tabakfabrik stattgefunden hat.

Um etwa 13 Uhr waren wir schließlich dort und haben uns als erstes einen groben Überblick über das Gelände und die Stände (hey das reimt sich!;) verschafft. Vor dem Eingang wurden die Besucher von diesen beiden riesigen Figuren begrüßt. Ich frage mich immer noch wie man die her transportiert hat…

Wie jedes Mal gab es genug Möglichkeiten den Kleiderschrank, Regale, das Wohnzimmer und auch den eigenen Körper mit dem einen oder anderen ausgewähltem Stück Schmuck, Stoff oder Farbe zu verschönern.

Nebenbei gab es natürlich auch wieder ein interessantes Programm: Eröffnet wurde die Messe mit dem Beitrag „Virtual Museum of Body Cults“, was wir leider knapp verpasst haben weil wir erst danach gekommen und vor der nächsten Vorführung um 17:00 Uhr wieder gefahren sind.

Dafür gefiel aber der erste Auftritt des Tages vom „Circus of Rock“, der später auch die folgenden Acts im Hintergrund begleitet hat.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuch der kanadische Jornalist Clayton Patterson war hier und lies es sich nicht nehmen bei den „Modern Primitives“, unter denen sich auch Rick Genest befand, die erste Reihe für ein Paar Fotos zu entern.

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Mein Lieblingspart der Bühnenunterhaltung war aber (Zombieboy hin oder her) trotzdem John Kamikaze, der sich on Stage Nadeln durch sein Fleisch jagt und alle möglichen – und vor allem unmöglichen – Gegenstände in die Speiseröhre schiebt oder Nägel in die Nase hämmert. (An der Stelle sei angemerkt, das beim etwa 4. Nagel irgendwo hinter mir ein Junge eingeknickt ist;) Und alles mit diesem gewissen ‚Schmäh‘ und einer grandiosen Mimik, die mir so sehr gefallen hat…

Last but not least war natürlich, wie oben erwähnt auch Zombie Boy, Rick Genest mit von der Partie, den sich die Verantwortlichen der Wildstyle relativ frisch eingefangen haben. Und dann war es so weit, nach Kamikaze enterte er durch eine runde Holzkiste, die wohl wie eine mehrstöckige Torte aussehen sollte, die Bühne…

Leider muss man jedoch sagen, das sein einziger Beitrag zur Messe war, tätowiert zu sein. Das bedeutet das er im Gegensatz zu John Kamikaze und der Mexican Vampire Lady (die immerhin tätowiert, wenn sie nicht gerade für ein Foto posiert) nicht so viel hergemacht hat, wie man sich anfangs erhofft hat. Der Auftritt bestand nur darin auf der Bühne herumzuhüpfen (damit man schwer ein scharfes Foto bekommt?), Luftballongs aufzublasen und nonverbal herumzublödeln – mitten im Gesicht eine fette Sonnenbrille. Nach ein paar Minuten wurde auch schon angekündigt, das es nun an der Zeit ist sein Erinnerungsfoto mit Zombie Boy zu schießen – natürlich gegen Kohle, wofür er die Brille immer nur kurz abnahm um sich mit einem Gummihirn und einem „Fan“ ablichten zu lassen.

Ein wenig enttäuschend, finde ich. Auch ohne besondere Talente hätte man das etwas besser gestalten können. Vielleicht bekommt er ja das nächste Jahr den Mund auf, denn so wirkte er eher wie eine Marionette der Veranstalter. Tanz mein kleiner Zombie! Tanz!

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PiercingSchmuckArten I

bodyart

Tunnel/ Flash Tunnel

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer wahrscheinlich bekannteste Schmuck für gedehnte Ohrlöcher ist der Tunnel oder auch Flash Tunnel. Er besteht aus einem ‚Tunnel‘ bzw. einer kurzen Röhre mit Gewinde, auf der vorne ein Rand aufgeschraubt wird. Am hinteren Ende sitzt der Rand meist fest und lässt sich nicht abnehmen. Es gibt sie meist aus Stahl, Titan, Acryl (oder auch Silikon wobei bei letzteren der Rand auf beiden Seiten nicht abnehmbar ist. Der weiche Silikontunnel wird einfach zusammengedrückt, ins Ohr geschoben und nimmt seine ursprüngliche Form wieder an.)

(Double)Flared Tube

OLYMPUS DIGITAL CAMERASieht ähnlich aus wie ein Tunnel, ist aber keiner. Die Ränder sind hier nicht aufgeschraubt sondern werden einfach breiter. Das heißt er ist an beiden Enden dicker als in der Mitte (wie beim Tunnel). Der ganze Tube besteht aber nur aus einem einzigen Teil. Um einen Flared Tube ins Ohr zu bekommen ist es wichtig das das Ohr komplett verheilt ist und die Haut gut dehnbar. Das ist leider von Person zu Person verschieden und nicht alle können Flared Tubes tragen. Entweder weil sie sie erst gar nicht rein – oder noch schlimmer – nicht mehr raus bekommen, weil sich das Ohrloch auf den kleineren Durchmesser in der Mitte zusammenzieht. Bei den Materialien findet man neben den üblichen Verdächtigen (Stahl, Titan, Acryl…) auch Schmuck aus Holz, Knochen und Stein.

Seltener (aber immerhin) findet man Tubes mit beidseitigen Flares die sich in der Mitte jedoch aufschrauben lassen. Ein „fake double flared“ wenn man so will. Das auf dem Bild ist zb so einer;)

Single Flared Tube/ Tube

OLYMPUS DIGITAL CAMERASind eine für jeden tragbare Alternative zum Double Flared Tube. Bei singel flared Tubes ist der Rand nur auf einer Seite (der Vorderseite)  breiter und wird hinten mit einem O-Ring fixiert. So genießt man das Aussehen eines Flared Tubes bei praktisch weniger Risiko, den Schmuck nicht mehr entfernen zu können.

Flared Tubes haben übrigens Tunneln gegenüber den Vorteil das das Loch durch den dünneren Rand etwas größer aussieht und der Schmutz schwerer haftet.

Es gibt auch schlichte Tubes ohne aufgebogenem Rand, die dann mit zwei O-Ringen fixiert werden.

Flared Plug/ Plug/ Bullet

OLYMPUS DIGITAL CAMERAPlugs sind das Gegenstück zu Tunnel und Tubes. Sie haben in der Mitte kein Loch und werden mit und ohne Flares hergestellt. Bei Plugs ohne breiterem Rand (nicht flared) wird der Schmuck vorne und hinten mit O-Ringen fixiert. Genau so bei den Bullets, die aussehen wie eine Pille, oder eine Pistolenkugel (daher der Name).

Diesen Schmuck findet man aus so ziemlich allen Materialien die man sich ins Ohr pflanzen kann. (Außer Bullets, diese habe ich bis jetzt zumindest nur aus Metal gefunden)

Expander /&Dehnstäbe

OLYMPUS DIGITAL CAMERASind spitz zulaufende Dehnstäbe, oft aus Acryl oder Stahl, wobei das Material hier zweitrangig ist. Expander sind nicht zum dauerhaften Tragen im Ohr geeignet oder vorgesehen. Sie dienen lediglich als eine Art „Einfädelhilfe“ für Tunnel oder Single Flared Schmuck. Trotzdem sind O-Ringe mit dabei, um den Expander vor dem Einfädeln des richtigen Schmucks nur ein paar Minuten zum Vordehnen im Ohr zu halten.

Sicheln/ Spiralen

OLYMPUS DIGITAL CAMERADehnsicheln und Spiralen verbleiben (bei richtigem Material!) mit 2 O-Ringen fixiert während dem Dehnvorgang im Ohr oder werden nur aus optischen Gründen im fertig verheilten Ohrloch getragen. Hier gibt es jedoch ein paar Nachteile. Während ich schon öfter gelesen habe das sich Sicheln gerne über Nacht verabschieden, steigert sich bei Spiralen aufgrund ihrer Länge die Dicke oft relativ schnell, wobei dann die beiden Ausgänge des gedehnten Ohrloches minnimal verschiedene Durchmesser aufweisen können.  Außerdem kommt man gerade bei Spiralen in Versuchung sie immer wieder ein kleines Stück weiter nachzuschieben um schneller zu dehnen. Damit tut man sich jedoch meist nicht unbedingt was Gutes und das Ohr ist, wenn man Pech hat, schnell überdehnt.

Hooks/ Haken

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIst jener Ohrschmuck für gedehnte Ohrlöcher der wie ein Haken im Ohr hängt und herunterbaumelt. Ich habe auch schon das Wort ‚Hänger‘ gelesen, was sich vom sperrigen Wort ‚Ohrhänger‘ ableitet. Hooks bekommt man aus allen Materialien. Von Stahl, Titan, Knochen, Holz bis Acryl oder Fimo ist alles dabei. Man sollte sich nur darüber im Klaren sein das Stahl mehr wiegt als Holz wenn man dabei ist sich einen Hook mit zb. 8mm zu besorgen.

Ohrloch Dehnen/ Projekt Flashtunnel 1/5
Ohrloch Dehnen für Anfänger 2/5
Ohren Dehnen /Meine Erfahrungen 3/5
Ohren Dehnen/ Wickelmethode 4/5
Negativbeispiele /”Gib’ ihm!” 5/5
PiercingSchmuckArten I

BuchRezension: Piercing Is Not A Crime von Tarek Ehlail

bücherecke

Schwarzkopf & Schwarzkopf

Piercing Is Not A Crime
– 33 bestechende Anekdoten aus dem Leben eines Bodypiercers

von Tarek Ehlail

Weil ich in Bezug auf Piercings gerne alle Infos zum Thema aufsauge wie ein Schwamm, bin ich auch um dieses Buch nicht rum gekommen, nach dem ich es per Zufall im Onlineshop entdeckt hatte.

piercing is not a crime

Zum Autor:
Der Hamburger Tarek Ehlail ist ein Schulabbrecher mit ungewöhnlicher Karriere. Nachdem er der Schule den Rücken gekehrt hatte wurde er durch Zufall Piercer und später Filmregisseur (Chaostage, Gegengerade).

„Piercing is not a crime“ ist sein erstes Buch, mit dem er jetzt auch unter die Autoren geht.

Zum Buch:
Der Piercer Tarek Ehlail gibt hier eine bunte Mischung an Storys aus Alltag und Job zum Besten. Urlaubstrips,  Gruselstorys über misachtete Pflegehinweise, Kreislaufprobleme, ein missglückter Raubüberfall und diverse Interviews mit  Leuten aus der Tattoo- und Piercingszene. Unter den Geschichten befinden sich sowohl Erlebnisse mit normalen Kunden als auch mit ein paar schrägen Exemplaren im und ums Studio..

Kommentar:
Was sich nach einer unterhaltsamen Übung für die Lachmuskeln anhört, liest sich für mich jedoch etwas flach. Hier scheiden sich bei mir die Geister. Die Beschreibungen klingen in der ersten Hälfte vom Buch eher unpersönlich.

Zwar finde ich es nicht zwingend notwenig das Piercer selbst gepierct sind, aber wenn man selbst nie gepierct wurde finde ich die Aussage das der Schmerz bei den meisten Piercings, auch unter Einbezug jahrelanger Erfahrung als Piercer, lachhaft ist etwas unpassend (furchtbarer Satz).

Auch die 15min, in denen er die Kunden mit Vorgespräch, Schmuckauswahl, Piercen und Bezahlung abfertigt und die er immer wieder zu unterbieren versucht, finde ich nichts wofür man sich rühmen müsste.

Außerdem verstehe ich nicht wieso ein Piercingstudio, das so gut geht wie i.B. beschrieben, nicht Kunden ablehnt, von denen bekannt ist, das sie damit unverantwortlichen bullshit anstellen? [Kunde Kurt]…

Ich zweifle nicht an, das der Autor ein guter Piercer ist, ich glaube sogar das er die Piercings sehr professionell setzt, aber mir sind ein paar Dinge und Ansichten immer mal wieder sauer aufgestoßen…

Im letzten Drittel werden die Storys dann doch nocht lustiger und man entwickelt irgendwo eine Art Sympathie. Nur die Interviews dazwischen, die wohl Laien einen Blick in die BodyArtSzene gewähren sollen nervenlangweilen ein wenig durch typische Interviewfragen und sind einfach die Extrawurst zum Seitenfüllen.

Fazit:
Der Titel versprichte ein wenig mehr als das Buch dann unterm Strich liefert. Einerseits musste ich schon ab und zu schmunzeln, richtig warm geworden bin ich mit Herrn Ehlail leider nicht. Auch wenn er persönlich sicherlich ein angenehmer Geselle sein wird, gebe ich seinem Buch:

6 sterne

6 Sterne. Damit will ich sagen das es weder gut noch schlecht ist. Ich empfehle euch eine Leseprobe im Laden oder Amazon. Jeder geht mit dem Thema Bodyart anders um und jeder sollte selbst entscheiden wieviel Unterhaltungswert darin steckt.

Van Lure.

„Piercing is not a crime“ auf Amazon.de

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Bodyart: Rook, Daith oder Snug?

Ich bin gerade am Überlegen was bei meinen Ohren als nächstes dran kommt. Option A: Seit einer Weile spiele ich mit dem Gedanken mir unter dem Conch einen Snug machen zu lassen. Dieser sitzt in der „inneren Knorpelauswölbung“ Entlang der Ohrmuschelkante. Dazu muss die Wölbung allerdings auch ausreichend ausgeprägt sein und bei meinen zierlichen Öhrchen war ich mir da nicht so sicher. Aber laut meiner Piercerin würde er sich bei mir ausgehen. Da würde sich ein kleiner, gebogener oder gerader Stecker mit 2 Kugeln als Schmuck anbieten. Muss ja nicht immer ein Ring sein. Der wäre also ein heißer Kandidat.

Option B: Letztens im Piercingstudio an einem Kunden gesehen, das Rook. Die Position ist schwer zu beschreiben, er sitzt über dem Gehörgang an einer Knorpelkante. Jedoch ist dabei die äußere innere Kante gemeint. Da würde ich wenn schon auch eine 1,2mm Banane reingeben, damit beide Kugeln in der Muschel funkeln. Das Piercing würde mich richtig, richtig reizen, außerdem kann ich momentan auf dem betreffenden Ohr sowieso nicht schlafen, weil da noch ein Helix am Abheilen ist..

Option C: Daith. Ich habe mir Snug und Rook noch mal auf ein paar Bildern im Netz angesehen, wo man auch immer wieder auf Abbildungen stößt, in denen beschrieben wird, was am Ohr so alles im Bereich des Möglichen ist. Dieses Piercing finde ich eigentlich auch garnicht mal so schlecht, es sitzt in der dem Gehörgang näher gelegenen Knorpelwölbung und eignet sich auch zum Tragen einer Banane.

Die Qual der Wahl. Gefallen würden sie mir alle 3, aber der Platz in meinen Lauschern ist begrenzt. In dem Rechten Ohr haben sich schon 8 Stück angesammelt. Irgendwann muss mal genug sein… irgendwann;) Vom Stechen stelle ich mir den Snug noch am Harmlosesten vor und ein Rook eher unangenehm. Daith sieht mir auch nicht allzu schmerzhaft aus. ggrrrrrrrrrrr…

Van Lure.

P.S.: Sollte ich bei den letzten Posts etwas eigenartig geschrieben haben, ich war von den Schmerztabletten etwas grogy;)