Archiv der Kategorie: BodyArt

Tattoo: Suprasorb F im Test

Hallo allerseits!

Ist schon etwas länger her das ich hier gebloggt habe, aber jetzt ist es mal wieder an der Zeit einen Tattoo Post zu verfassen.

Natürlich war ich in den letzten Jahren, auch ohne es hier großartig breitzutreten, das eine oder andere Mal tätowieren. Genaugenommen habe ich seit September 2013 30 Sitzungen hinter mir. Ja da ging ein wenig weiter, aber da ist immer noch zu viel nackte Haut übrig.

Vor allem aber lernt man so die eigene Haut mit ihren „Heilskills“ kennen. Zeit also um neue Möglichkeiten zu testen!

20161227_180651Jetzt zum eigentlichen Thema: Suprasorb F. Dabei handelt es sich um eine flächig klebende Folie/ Membran die ursprünglich für Brandwunden und dergleichen entwickelt wurde, jedoch auch bereits bei Tattoos Anwendung findet. Suprasorb F ist luftdurchlässig, sodass Wundflüssigkeit verdunsten kann, wärend der Schmutz draußen gehalten wird. Das nennt man dasnn anscheinend „Nassheilung“.
Außerdem ist die Folie so hauchdünn das sie (je nach Körperteil) nicht stört. Man kann die Folie bei großen Motiven auch überlappend anwenden um alles Nötige abzudecken.
Man gibt die Folie ohne vorheriges Cremen auf das frische, gereinigte und abgetupfte Tattoo, streicht sie glatt, sodass keine Luft darunter eigeschlossen wird und lässt sie dort die ersten 2-3 Tage (maximal!). Danach wird die Folie vorsichtig abgezogen und das Tattoo ganz normal mit Creme weiter versorgt.
Soweit zur Theorie also.

So weit so gut! Das Erste Mal…

Das erste Mal bekommen habe ich sie schon vor einem Jahr, direkt nach dem Tätowieren. Meine damalige Tätowiererin war gerade selber noch in der Testphase und da ich ja auch gerne Neues ausprobiere, hab ich sie mir gern nach dem Stechen verpassen lassen. Leider fand ich sie damals nicht gerade hitverdächtig. Einerseits weil das betreffende Tattoo sich vom Oberarm auf die Schulter rauf zog und die Folie doch wegen der Spannung beim Heben des Armes störte… andererseits weil so frisch nach dem Stechen der ganze überschüssige Farbschmodder mit ner Menge Wundwasser rauskam, sich massig unter der Folie sammelte und das Tattoo dadurch verschmiert und ziemlich arm dran aussah. Nach 4Stunden hatte ich dann die Nase voll und das Ding wieder runtergerissen um zu meiner bewährten Pflegemethode zurück zukehren…

Später habe ich dann noch von 2 anderen Tätowierern gehört das sie es ebenfalls bereits an Kundschaft getestet haben und auch nicht besonders davon überzeugt waren. Damit war das Thema also für mich abgeschlossen… vorerst.

Viele Sitzungen und ein paar Stecher Tätowierer später, bei meinem letzten Tattoo, einer Kombizange am Unterarm (ja ihr lest richtig) wollte ich es doch noch mal in Eigenregie probieren. Einfach weil das gegenwärtige Wetter nicht zulässt es die ganze Zeit unbedeckt zu lassen, ich in der Arbeit oft mit staubigen Plänen in Kontakt komme und mich der scheuernde Stoff bei jedem Tattoo sowieso irre macht. Am Unterarm, wo die Ärmel meist eher enger sitzen und sich die Creme sofort im Stoff verflüchtigt noch eine Stufe nerviger.

Und so habe ich es mir am Tag des Termins gleich mal in die Apotheke bestellen lassen. Mit etwa 7,- pro Rolle (1mx10cm) verschmerzbar. Vor dem Stechen habe ich noch mit dem Chef des Körperkunstladens darüber geredet. Mir war schon vorher klar, das er warscheinlich auch nicht viel davon halten wird – so wars auch. Auch in seinem Laden wurde die Folie bereits getestet und für nicht gut befunden – der Schmodder, das Wundwasser etc. (O-Ton: Das ist für Leute die zu faul zum Cremen sind)

Und trotzdem! Ich hatte es bereits in der Tasche und irgendwas muss ja dran sein wenn einige Berichte darauf schwören!

Und so lief das dann bei mir ab:

4
Unterarm mit Suprasorb F

Die 0815 Frischhaltefolie, die man nach dem Stechen draufbekommt, ließ ich wie immer 4h oben, reinigte das Tattoo wie gewohnt mit Seife und lauwarmen Wasser, tupfte es vorsichtig mit Küchenrolle ab und schnitt ein entsprechendes Stück von der Suprasorb F Rolle ab. Mein Mann half mir anschließend die neue angebliche Superfolie anzubringen (2 Hände nötig, Anweisung auf der Verpackung)

Sie schmiegte sich perfekt an die Haut, fiel nicht sonderlich auf, löste sich auch an den Rändern nicht ab und auch am nächsten Tag sah man kaum Farbschmodder und keine Wundwasser gefüllten Blasen. Logisch dass das Tattoo nicht mehr so klar aus sah wie nach dem Stechen, aber ich ließ mich davon erst mal nicht weiter beirren.

Das Ablösen

Nach den max. empfohlenen 3 Tagen machte ich mich also ans Ablösen. Huijuijui, das hat schon ganzschön geziept – wie Gewebepflaster das schon ein paar Tage an der Haut klebt und nicht mehr weg will.
1Ich bekam Schiss mir da was mit runterzureißen, was eigentlich noch oben bleiben sollte. Erst recht unangenehm fand ich es als ich dann die abgelöste Folie in Händen hielt. Ein kurzer Schreckmoment, ob ich da einen Haufen Kruste runtergerissen hatte… nein, das war zum Glück alles nur der Farbschmodder, der nach dem Aufkleben noch raus kam und das Tattoo blurry aussehen hat lassen. (Die „Kruste“ ist in dem Fall noch weich und bildet sich mit der Zeit erst richtig an der Luft). Und genau an den tätowierten Stellen war das Entfernen der Folie auch nicht so… ziepend… wie auf der intakten Haut rundherum.

Jedenfalls habe ich nach dem Entfernen alles vorsichtig gewaschen und seit dem normal gecremd. Zwei Tage später, also am Abend des 5. Tages (nach dem Stechen) hat es sich dann bereits zaghaft angefangen zu häuten – was in meinem Fall eine Verzögerung der Heilung um einen ganzen Tag bedeutet, da bei mir die „Häutung“ meist nach 4 Tagen einsetzt. (Das bedeutet das ich die Folie auf jeden Fall nochmal testen werde und sie dann nach 2 statt 3 Tagen entfernen werde)

Fazit:
Direkt
nach dem Stechen eher nicht zu empfehlen! Da muss erst mal die überschüssige Farbe und das erste Wundwasser raus und wer weis ob die ganze Vaseline, die beim Stechen verwendet wird, sich ohne genug Wasser und Seife überhaupt rückstandslos (genug) entfernen lässt. Ein paar Stunden nach dem Stechen, wenn es bereits vom Träger selber zu Hause in Ruhe gereinigt wurde durchaus eine gute Möglichkeit das frische Tattoo an gewissen Körperstellen einfach zu handeln. Natürlich nach wie vor nur die  ersten 2-3 Tage!

Die Vorteile der Folie sind das man sich in den ersten kritischen Tagen nicht viel um das Tattoo scheren muss, was eben je nach Körperstelle und Aktivität mal mehr mal weniger Sinn macht. Sollte man sich zb. was am Rücken stechen lassen und ist nicht so gelenkig kann man sich viel Frust ersparen. Ausnamslos jedes Mal werde ich sie in Zukunft nicht verwenden. Aber gerade im Winter finde ich es eine sehr praktische Alternative zu festgesifften Pulloverärmeln und Dergleichen.

Auf der Minusseite steht dann wieder die um einen Tag verlängerte Heildauer durch das verzögerte Häuten, wobei hier nochmal ein Test mit 2 Tagen Folie ansteht. Die Qualität der Tätowierung wurde jedenfalls nicht beeinflusst und die Heilung ist bis jetzt problemlos recht smooth und ohne Juckreitz verlaufen. Es häutet sich jetzt quietschfidel wie immer und zeigt mir Stück für Stück die neue Hautschicht.

Also mein Resüme:

  • Es ist eben situationsbedingt sinnvoll
  • Besser als erwartet
  • ich würds wieder machen

Zum Vergleich, ich habe mir 3 Tage vor der Zange bereits eine Ahle stechen lassen (=ebenfalls Werkzeug) und die Heilung war… abenteuerlich wie niemals zuvor. Ich weis auch nicht was da los war aber meine Haut hat deutlich gezickt, wärend die Kombizange… nunja, steht ja alles oben da ;)

Ich hoffe das hat euch nicht gelangweilt und die Tätowierten unter euch (bzw. die, dies noch werden wollen ;) ) konnten etwas von der Info für sich mitnehmen.

Stay tuned!
Van Lure.

2
Frisch nach dem Entfernen der Folie.
Advertisements

Being Modified

Da die Kategorie „Bodyart“ hier am Blog schon „einige“ Posts umfasst, habe ich ein neues BlogExperiment gestartet und

Being Modified

ins Leben gerufen.

Dieser Blog enthält sämtliche Körperkunst-betreffende Artikel aus Van Lure’s Diary. Ich habe mir auch vorgenommen neue Posts vorläufig nur dort zu veröffentlichen. Das hat den Sinn das Besucher, die sich nur für diesen Bereich interessieren alles auf einen Sitz finden und sich nicht erst durch das Monstermenü dieses Blogs durchsuchen müssen.

Ich würde mich freuen wenn mich auch dort ein paar der Stammleser hier besuchen würden. 2 Neue Artikel gibt es dort auch bereits:

 

Neugierig?

Being Modified

stay tuned!

Van Lure.

Wildstyle Tattoo-Messe, Linz 2013

Etwas spät aber doch habe ich ein paar Eindrücke von der Wildstyle Tattoomesse für euch, die am 09. und 10.11 in der Linzer Tabakfabrik stattgefunden hat.

Um etwa 13 Uhr waren wir schließlich dort und haben uns als erstes einen groben Überblick über das Gelände und die Stände (hey das reimt sich!;) verschafft. Vor dem Eingang wurden die Besucher von diesen beiden riesigen Figuren begrüßt. Ich frage mich immer noch wie man die her transportiert hat…

Wie jedes Mal gab es genug Möglichkeiten den Kleiderschrank, Regale, das Wohnzimmer und auch den eigenen Körper mit dem einen oder anderen ausgewähltem Stück Schmuck, Stoff oder Farbe zu verschönern.

Nebenbei gab es natürlich auch wieder ein interessantes Programm: Eröffnet wurde die Messe mit dem Beitrag „Virtual Museum of Body Cults“, was wir leider knapp verpasst haben weil wir erst danach gekommen und vor der nächsten Vorführung um 17:00 Uhr wieder gefahren sind.

Dafür gefiel aber der erste Auftritt des Tages vom „Circus of Rock“, der später auch die folgenden Acts im Hintergrund begleitet hat.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuch der kanadische Jornalist Clayton Patterson war hier und lies es sich nicht nehmen bei den „Modern Primitives“, unter denen sich auch Rick Genest befand, die erste Reihe für ein Paar Fotos zu entern.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mein Lieblingspart der Bühnenunterhaltung war aber (Zombieboy hin oder her) trotzdem John Kamikaze, der sich on Stage Nadeln durch sein Fleisch jagt und alle möglichen – und vor allem unmöglichen – Gegenstände in die Speiseröhre schiebt oder Nägel in die Nase hämmert. (An der Stelle sei angemerkt, das beim etwa 4. Nagel irgendwo hinter mir ein Junge eingeknickt ist;) Und alles mit diesem gewissen ‚Schmäh‘ und einer grandiosen Mimik, die mir so sehr gefallen hat…

Last but not least war natürlich, wie oben erwähnt auch Zombie Boy, Rick Genest mit von der Partie, den sich die Verantwortlichen der Wildstyle relativ frisch eingefangen haben. Und dann war es so weit, nach Kamikaze enterte er durch eine runde Holzkiste, die wohl wie eine mehrstöckige Torte aussehen sollte, die Bühne…

Leider muss man jedoch sagen, das sein einziger Beitrag zur Messe war, tätowiert zu sein. Das bedeutet das er im Gegensatz zu John Kamikaze und der Mexican Vampire Lady (die immerhin tätowiert, wenn sie nicht gerade für ein Foto posiert) nicht so viel hergemacht hat, wie man sich anfangs erhofft hat. Der Auftritt bestand nur darin auf der Bühne herumzuhüpfen (damit man schwer ein scharfes Foto bekommt?), Luftballongs aufzublasen und nonverbal herumzublödeln – mitten im Gesicht eine fette Sonnenbrille. Nach ein paar Minuten wurde auch schon angekündigt, das es nun an der Zeit ist sein Erinnerungsfoto mit Zombie Boy zu schießen – natürlich gegen Kohle, wofür er die Brille immer nur kurz abnahm um sich mit einem Gummihirn und einem „Fan“ ablichten zu lassen.

Ein wenig enttäuschend, finde ich. Auch ohne besondere Talente hätte man das etwas besser gestalten können. Vielleicht bekommt er ja das nächste Jahr den Mund auf, denn so wirkte er eher wie eine Marionette der Veranstalter. Tanz mein kleiner Zombie! Tanz!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

PiercingSchmuckArten I

bodyart

Tunnel/ Flash Tunnel

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer wahrscheinlich bekannteste Schmuck für gedehnte Ohrlöcher ist der Tunnel oder auch Flash Tunnel. Er besteht aus einem ‚Tunnel‘ bzw. einer kurzen Röhre mit Gewinde, auf der vorne ein Rand aufgeschraubt wird. Am hinteren Ende sitzt der Rand meist fest und lässt sich nicht abnehmen. Es gibt sie meist aus Stahl, Titan, Acryl (oder auch Silikon wobei bei letzteren der Rand auf beiden Seiten nicht abnehmbar ist. Der weiche Silikontunnel wird einfach zusammengedrückt, ins Ohr geschoben und nimmt seine ursprüngliche Form wieder an.)

(Double)Flared Tube

OLYMPUS DIGITAL CAMERASieht ähnlich aus wie ein Tunnel, ist aber keiner. Die Ränder sind hier nicht aufgeschraubt sondern werden einfach breiter. Das heißt er ist an beiden Enden dicker als in der Mitte (wie beim Tunnel). Der ganze Tube besteht aber nur aus einem einzigen Teil. Um einen Flared Tube ins Ohr zu bekommen ist es wichtig das das Ohr komplett verheilt ist und die Haut gut dehnbar. Das ist leider von Person zu Person verschieden und nicht alle können Flared Tubes tragen. Entweder weil sie sie erst gar nicht rein – oder noch schlimmer – nicht mehr raus bekommen, weil sich das Ohrloch auf den kleineren Durchmesser in der Mitte zusammenzieht. Bei den Materialien findet man neben den üblichen Verdächtigen (Stahl, Titan, Acryl…) auch Schmuck aus Holz, Knochen und Stein.

Seltener (aber immerhin) findet man Tubes mit beidseitigen Flares die sich in der Mitte jedoch aufschrauben lassen. Ein „fake double flared“ wenn man so will. Das auf dem Bild ist zb so einer;)

Single Flared Tube/ Tube

OLYMPUS DIGITAL CAMERASind eine für jeden tragbare Alternative zum Double Flared Tube. Bei singel flared Tubes ist der Rand nur auf einer Seite (der Vorderseite)  breiter und wird hinten mit einem O-Ring fixiert. So genießt man das Aussehen eines Flared Tubes bei praktisch weniger Risiko, den Schmuck nicht mehr entfernen zu können.

Flared Tubes haben übrigens Tunneln gegenüber den Vorteil das das Loch durch den dünneren Rand etwas größer aussieht und der Schmutz schwerer haftet.

Es gibt auch schlichte Tubes ohne aufgebogenem Rand, die dann mit zwei O-Ringen fixiert werden.

Flared Plug/ Plug/ Bullet

OLYMPUS DIGITAL CAMERAPlugs sind das Gegenstück zu Tunnel und Tubes. Sie haben in der Mitte kein Loch und werden mit und ohne Flares hergestellt. Bei Plugs ohne breiterem Rand (nicht flared) wird der Schmuck vorne und hinten mit O-Ringen fixiert. Genau so bei den Bullets, die aussehen wie eine Pille, oder eine Pistolenkugel (daher der Name).

Diesen Schmuck findet man aus so ziemlich allen Materialien die man sich ins Ohr pflanzen kann. (Außer Bullets, diese habe ich bis jetzt zumindest nur aus Metal gefunden)

Expander /&Dehnstäbe

OLYMPUS DIGITAL CAMERASind spitz zulaufende Dehnstäbe, oft aus Acryl oder Stahl, wobei das Material hier zweitrangig ist. Expander sind nicht zum dauerhaften Tragen im Ohr geeignet oder vorgesehen. Sie dienen lediglich als eine Art „Einfädelhilfe“ für Tunnel oder Single Flared Schmuck. Trotzdem sind O-Ringe mit dabei, um den Expander vor dem Einfädeln des richtigen Schmucks nur ein paar Minuten zum Vordehnen im Ohr zu halten.

Sicheln/ Spiralen

OLYMPUS DIGITAL CAMERADehnsicheln und Spiralen verbleiben (bei richtigem Material!) mit 2 O-Ringen fixiert während dem Dehnvorgang im Ohr oder werden nur aus optischen Gründen im fertig verheilten Ohrloch getragen. Hier gibt es jedoch ein paar Nachteile. Während ich schon öfter gelesen habe das sich Sicheln gerne über Nacht verabschieden, steigert sich bei Spiralen aufgrund ihrer Länge die Dicke oft relativ schnell, wobei dann die beiden Ausgänge des gedehnten Ohrloches minnimal verschiedene Durchmesser aufweisen können.  Außerdem kommt man gerade bei Spiralen in Versuchung sie immer wieder ein kleines Stück weiter nachzuschieben um schneller zu dehnen. Damit tut man sich jedoch meist nicht unbedingt was Gutes und das Ohr ist, wenn man Pech hat, schnell überdehnt.

Hooks/ Haken

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIst jener Ohrschmuck für gedehnte Ohrlöcher der wie ein Haken im Ohr hängt und herunterbaumelt. Ich habe auch schon das Wort ‚Hänger‘ gelesen, was sich vom sperrigen Wort ‚Ohrhänger‘ ableitet. Hooks bekommt man aus allen Materialien. Von Stahl, Titan, Knochen, Holz bis Acryl oder Fimo ist alles dabei. Man sollte sich nur darüber im Klaren sein das Stahl mehr wiegt als Holz wenn man dabei ist sich einen Hook mit zb. 8mm zu besorgen.

Ohrloch Dehnen/ Projekt Flashtunnel 1/5
Ohrloch Dehnen für Anfänger 2/5
Ohren Dehnen /Meine Erfahrungen 3/5
Ohren Dehnen/ Wickelmethode 4/5
Negativbeispiele /”Gib’ ihm!” 5/5
PiercingSchmuckArten I

Bodyart: Negativbeispiele /“Gib‘ ihm!“ 5/5

bücherecke

Ich habe eine Bekannte, die seit Kurzem auch auf den Geschmack des Ohrlochdehnens gekommen ist. Leider sieht sie das mit de Negativbeispiele /“Gib‘ ihm!“ 5/5n Pflegehinweisen und Dehnschabständen eher vage und weil ich die nächste in ihrem Umfeld bin, die ebenfalls dehnt bzw. (sag ich jetzt mal ganz großspurig) sich damit auskennt, haben wir uns… ähm ausgetauscht.

Das sah dann so aus das ich ihr die Standart-Eckdaten geliefert habe, Zeitabstände, Materialien, was passiert wenn man zu schnell dehnt, etc…

Auf jede Info reagierte sie mit ja, das habe sie auch gelesen. Aber…

  • auf einer der Seiten stand aber das…
  • sie will je eh nicht sooo groß dehnen…
  • sie wechselt so gerne den Schmuck…
  • sie glaubt nicht das es so lange dauert…

Der Acrylschmuck den sie benutzt sei nicht wirklich geeignet…

  • sie ist da bei den Ohren eh nicht so empfindlich…
  • auf Nickel ist sie auch nicht allergisch…
  • es tut eh nicht/oder nur ein bisschen weh…

Jedenfalls konversationstechnisch Dead End. Ich hab mir dann gedacht soll sie doch machen. Ist ja nicht mein Ohr. Pffft…

Aber immer wieder mal hat sie mich über das Thema befragt. Wie groß meine jetzt gerade sind, was das ist was ich da trage. Was, ein Tube? Aus was der ist – was das ist… Was die Unterschiede zwischen Tunnels, Tubes, was auch immer sind…

…und natürlich auch wo sie gerade ist. Sie hat sich innerhalb 3 Monaten auf 4mm gedehnt. Nach anfänglichen Versuchen habe ich aufgehört ihr klar zu machen das sie langsamer machen soll. Sie ist leider einer jener Menschen die das Ziel vor Augen so schnell wie möglich erreichen wollen, koste es was es wolle. Aber gut. Mir solls von jetzt an recht sein denn schließlich hat sie den Vogel abgeschossen:

Als sie sich die 4mm nach ca. 2 Wochen verpasst hat, hat sie mir hinterher sinngemäß erzählt, das sie das Lobe mit dem Dehnstift ordentlich malträtiertiritiert hat und anschließend den Schmuck brutal reingewurschtelt.

Toll. Hab ich  mir gedacht. Und seit dem möchte ich eigentlich nicht mehr mit dieser Bekannten über Körperschmuck sprechen. Ich rede mir den Mund fusselig und das Gespräch bringt uns trotzdem beiden nichts. Spar ich mir den Atem… und sie kanns ja immer noch im Internet nachlesen;)…

Ich schreibe das übrigens nicht weil ich unbedingt ein Negativbeispiel bringen wollte. Ich meine, es ist ein Negativbeispiel aber ich finde das Leute mit solchen Erfahrungen ihre Storys nirgends im Netz mit einem positiven Fazit hinterlassen sollten um eben solche Leute wie erwähnt nicht auf dumme Gedanken zu bringen. Ich finde nur diese Beratungsresistenz bei gleichzeitigem Interesse am Thema so unglaublich und möchte abschließend diesen resistenten Menschen sagen: Macht doch was ihr wollt, aber nervt keine Leute, die vernünfige Ansichten zum Thema haben mit eurer Ignoranz und vor allem – spart euch eure Tips vor Newbies.

Ohrloch Dehnen/ Projekt Flashtunnel 1/5
Ohrloch Dehnen für Anfänger 2/5
Ohren Dehnen /Meine Erfahrungen 3/5
Ohren Dehnen/ Wickelmethode 4/5
Negativbeispiele /”Gib’ ihm!”
PiercingSchmuckArten I

Bodyart: Ohren Dehnen/ Wickelmethode 4/5

Wenn man auch nach 2 Monaten Wartezeit oder länger nicht die nächste Schmuckgröße reinbekommt, ist das lange noch kein Grund erbarmungslos am Lobe herumzuoperieren um es auf Biegen und Brechen doch noch zu schaffen. Aber was tun wenn es keine kleineren Zwischenschritte mehr bei den Tunneln gibt?

Das magische Zauberwort lautet in dem Fall (wie hier schon mal erwähnt)ganz einfach: Teflon-Band!OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das ist eigentlich ein Gewindedichtband das man in jedem Baumarkt in der Sanitärabteilung findet und kostet (da die meisten Märkte unterschiedliche Preise haben) keine 2,-

Das Band hat eine Stärke von 0,1mm und wird um den Tunnel/ Plug gewickelt. So wird der Schmuck ein klitzekleines Bisschen dicker und das Ohr wird wieder weitergedehnt ohne dass man es reizt oder ihm zu viel zumutet. Man sollte sich allerdings nicht dazu hinreißen lassen zu schnell zu dehnen weil es mit dieser Methode so schön schnell und schmerzfrei geht. Am Besten man macht immer nur eine oder zwei Wicklungen (also 0,1-0,2mm) mehr drauf damit es dem Ohr nicht schadet und die Risse, die sich (auch bei so kleinen Schritten!) auftun, verheilen können.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWenn man das Band aufwickelt (hier auf eine 4mm Bullet aus Chirurgenstahl) sollte man darauf achten das es keine Falten wirft und ganz anliegt am Schmuck. Ich finde es am Einfachsten wenn man sich zuerst ein Stück vom Band auf einer glatten Oberfläche auflegt und den Plug dann ‚darüberrollt‘ und das Tape andrückt. Es ist ein bisschen schwerer als es aussieht, weil das Band nicht klebt und sich manchmal weigert am Plug zu bleiben. Wenn es nicht halten will einfach fester wickeln und beim „Drüberrollen“ mehr andrücken.

Aber warum gerade TEFLONband?

Teflon-, oder auch PTFE-Band genannt, eignet sich vom Material her sehr gut für den Einsatz am Körper, da es die Haut nicht irritiert und keine allergischen Reaktionen hervorruft. Ist vielleicht noch was aufgefallen? Aus PTFE bestehen auch die „Plastikstecker“ beim Piercer, die auch als Erstschmuck Verwendung finden;)

Vergesst also Tixo und anderes Klebeband. Nur das Teflon- (bzw. PTFE-) Band eignet sich wirklich fürs Dehnen.

Dieses Band ist wie erwähnt kein Klebeband – das bedeutet es haftet zwar ein wenig, hat aber keine mit Kleber beschichtete Seite und man muß sich auch keine Gedanken darüber machen ob der Schmuck verschmutzt wird (Kleberrückstände nach dem Entfernen).

Perfekt zum Dehnen. Nur noch etwas Gleitmittel und 2 Gummiringe;)
Perfekt zum Dehnen. Nur noch etwas Gleitmittel und 2 Gummiringe;)

Diese Dehnmethode hat außerdem den Vorteil das man hier auch Schmuck aus Materialien verwenden kann, der eigentlich nicht zum Dehnen geeignet wäre (Acryl, Holz,..). Aber durch das Teflonband kommt das Material nicht mehr in Kontakt mit dem Stichkanal. Problem solved.

Also auf in die Sanitärabteilung im Baumarkt!;)

Van Lure.

Ohrloch Dehnen/ Projekt Flashtunnel 1/5
Ohrloch Dehnen für Anfänger 2/5
Ohren Dehnen /Meine Erfahrungen 3/5
Ohren Dehnen/ Wickelmethode 4/5
Negativbeispiele /”Gib’ ihm!”
PiercingSchmuckArten I

BodyArt: Ohren Dehnen /Meine Erfahrungen 3/5

bodyart

74Gleich am selben Tag, an dem ich den Entschluss gefaßt habe, habe ich den Schmuck meines linken Lobes von 1,6 auf 2mm getauscht. Ging auch ganz problemlos durch, da es das bereits schon mal gedehnte Loch war, in dem ich auch oft 1,6mm Schmuck getragen habe. Jetzt hieß es erst mal einen Monat warten.

In der Zwischenzeit habe ich mir ein möglichst günstiges Expander- (oder Taper-) Set zugelegt. Zwar aus Acryl und Stahlexpander sehen um einiges besser aus, aber weil sie sowieso nicht zum längeren Tragen gedacht sind, gehe ich „das Risiko“ ein;) Zum leicht Vordehnen und Durchschieben reichen sie allemal.

Nach dem Monat habe ich zuerst den alten Schmuck herausgenommen und das Ohr, Taper, neuen und alten Schmuck mit Octenisept gereinigt. Dann das Ohrläppchen noch eine Weile massiert, den 2,5mmTaper mit Gleitmittel eingeölt und in den Stichkanal gleiten lassen. Dieser ging wieder problemlos durch. Am breiten Ende des Dehnstifts habe ich dann einen Tube aus Chirurgenstahl angesetzt und hineingedrückt. Vorne und hinten dann noch O-Ringe drauf und wieder einen Monat gewartet.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Schritt von 2,5 auf 3mm und später auf 4 war sehr leicht. Aber 5mm bekam ich auch nach 3 Monaten nicht rein, weswegen ich mir PTFE-Band vom Baumarkt besorgt habe. Mit der Wickelmethode bin ich dann easy weitergekommen. Mittlerweile sind es 6mm. Das linke Ohr wird auch schon gedehnt. Ob ich noch weiter dehnen will weis ich nicht. Das entscheide ich erst wenn beide Ohren gleichgroß sind.

Für die 6mm habe ich ca. ein Jahr gebraucht. Respekt an alle mit zweistelligem Durchmesser!;)

Van Lure.

Ohrloch Dehnen/ Projekt Flashtunnel 1/5
Ohrloch Dehnen für Anfänger 2/5
Ohren Dehnen /Meine Erfahrungen 3/5
Ohren Dehnen/ Wickelmethode 4/5
Negativbeispiele /”Gib’ ihm!”
PiercingSchmuckArten I

BodyArt: Ohrloch Dehnen für Anfänger 2/5

bodyart

Als Laie auf dem Gebiet habe ich mich natürlich bevor ich (wieder) angefangen habe wie wild zu dehnen rein gelesen in die Materie und möchte für euch hier noch einmal alles Interessante/ Wichtige zusammenfassen:

Man sollte auf jeden Fall damit rechnen das ein gedehntes Ohrloch unter Umständen für die Ewigkeit ist. Es heißt zwar, dass das Loch bis 6mm wieder zuwächst – ist aber keine Garantie das es sich wieder komplett oder überhaupt zusammenzieht. Im Fall des Falles ist ein operativer Eingriff nötig um es wieder zu schließen. Stichwort: Jeder Körper reagiert anders.

Das heißt das man es sich vorher gut überlegen sollte ob man eventuell dazu bereit ist mit ‚riesigen Löchern in den Ohren‘ durchs Leben zu gehen, sollte man den Schmuck eines Tages nicht mehr tragen wollen.

Hat man sich aber dazu entschieden zu dehnen braucht man erst einmal ein Loch im Lobe. Wenn man noch keines an entsprechender Stelle hat, sucht man erst einmal den Piercer (Warum stechen und nicht schießen?) auf um sich eines verpassen zu lassen. Dieser kann dann, sofern ihr ihm sagt, dass ihr irgendwann dehnen wollt, gleich mit einer 2mm Nadel piercen und ihr spart euch schon mal die Dehnschritte von 1,2 auf 1,6 und 1,6 auf 2mm. Das sind schließlich auch wieder 2 Monate!

Aber so easy ist’s leider auch nicht. Wenn ihr euch heute piercen laßt, könnt ihr nicht nächste Woche schon dehnen. Das sollte eigentlich allen klar sein, aber es gibt immer wieder Ausnahmen…

OLYMPUS DIGITAL CAMERADem frisch gestochenen Piercing, dem Grundstein für euren Tunnel oder was auch immer, sollte man in etwa 6 Monate zum Verheilen geben. Das fällt sicher vielen schwer, denn wir wissen alle: wenn man etwas will, dann jetzt und nicht morgen, nächste Woche oder gar erst in einem halben Jahr. Aber nur ein gut verheiltes Piercing eignet sich wirklich zum Dehnen und gerade der Zeitaufwand vom Stechen bis zum fertig gedehnten Lobe (so weit wie man wünscht) macht diesen Schmuck erst zu etwas Besonderem.

Wir haben jetzt also ein komplett verheiltes Piercing im Lobe. Jetzt ist es an der Zeit sich einen (oder gleich mehrere Expander im Set) und passenden Schmuck zuzulegen.

Der Schmuck:

Zuerst zum Material. Wenn ihr bei eurer finalen Größe angekommen seid, könnt ihr euch reinhängen was euch gefällt, aber für den Ersteinsatz frisch nach dem Dehnen (oder auch zwischen den einzelnen Dehnschritten) ist nicht alles geeignet wie z.B. Holz, Horn, Knochen, Acryl und Fimo*. Hier sollte man unbedingt zu

  • StahlOLYMPUS DIGITAL CAMERA

  • Titan

  • Teflon oder

  • PTFE

greifen. Im Prinzip alles, was auch für ein herkömmliches Piercing in der Abheilphase geeignet ist. Der Grund warum das Material nicht egal ist, ist dieser: Auch beim aller vorsichtigsten Dehnen entstehen immer feine Microrisse in der Haut, durch die Schmutz und Gifte, die vom Schmuck abgegeben werden einfacher in den Körper eindringen können. Das kann z.B. allergische Reaktionen hervorrufen, die einem das Dehnen dann ziemlich vermiesen können, vielleicht sieht euer Ohrloch auch einfach nur unschön aus wenn man den Schmuck entfernt.

Beim richtigen Dehnen der Ohren sollte man außerdem noch auf ein paar weitere Dinge achten:

Ganz oben auf der Liste: nichts überstürzen! Natürlich, hat man sich erst dazu entschlossen zu dehnen, kann man es gar nicht abwarten endlich die gewünschte Größe zu erreichen. Aber wenn zu schnell gedehnt wird kann es sein das die Haut im Stichkanal einreißt. Das führt nicht nur zu Blutungen sondern im worst case auch zur Vernarbung des Gewebes. Das ist sehr schmerzhaft und erschwert ein weiteres Aufdehnen. Davon abgesehen sieht die rote Fleischmasse, die mal euer Ohrläppchen war, nicht unbedingt toll aus. Infektionen und Entzündungen lassen an dieser Stelle grüßen.

Ebenfalls kann sich die Haut im Stichkanal (wir reden noch immer vom überstürzten Dehnen) nach außen stülpen (nennt sich Blowout, kommt meistens vor wenn nur durch Verwendung eines zu großen Schmucks gedehnt wird), was häßlich aussieht und angeblich auch schmerzhaft sein soll oder euer Ohrloch wird zum Arschloch. Will heißen, sobald man den Schmuck rausnimmt, zieht sich das Loch faltig wie ein Arschloch zusammen. Und das sieht bei keinem gut aus.

  • Einreißen des Ohrläppchens
  • Vernarbung des Gewebes
  • Blow-Out
  • Arschlocheffekt

Um all diese Dinge zu vermeiden und zu einem schönen Endergebnis zu kommen, sollte man der Haut zwischen den einzelnen Dehnschritten genügend Zeit geben sich wieder zu beruhigen.

Hierzu habe ich euch eine Tabelle aus dem Netz gesucht. Man sollte dabei auch beachten dass die Heilung bei jedem verschieden schnell abläuft. Nach 2 Monaten muß die nächste Größe nicht unbedingt reinpassen, dann sollte man auf jeden Fall noch warten anstatt den Schmuck trotzdem durchzudrücken weil die Zeit um ist.

1,2mm – 1,6mm  1 Monat
1,6mm – 2mm  1 Monat
2mm – 2,5mm  1 Monat
2,5mm – 3mm  1,5 Monate
3mm – 4mm  2 Monate
4mm – 5mm  2 Monate
5mm – 6mm  2 Monate
6mm – 8mm  2 Monate
8mm – 10mm  2 Monate

So und nun zum eigentlichen Vorgang:

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGedehnt wird mit Dehnstäben, -sicheln und –spiralen. Am Besten bewaffnet man sich mit einem Expander Set. Diese Sets bestehen meist aus 6-9 Dehnutensilien in verschiedenen Stärken von 1,6 – 10mm. Bei Verwendung von Dehnstäben braucht man zusätzlich noch Schmuck in den selben Stärken, da diese Stäbe nicht zum dauerhaften Tragen gedacht sind, weil sie den Stichkanal reizen können. (Auch hierfür gibt es Sets bei denen sowohl die Stäbe, als auch der Schmuckstücke gleich dabei sind)

Bevor es losgeht wird empfohlen ein Bad zu nehmen, damit die Haut etwas aufweicht und sich besser dehnen läßt. Hände, Expander und Schmuck sollten vorher desinfiziert werden. Der erste (dünnste) Dehnstab wird erst mit etwas Vaseline oder Gleitmittel eingestrichen und dann mit dem dünnen Ende in das Ohrloch eingefädelt und bis zum Ende durchgedrückt. Bevor der Stecker jetzt ganz durch das Ohr durch ist, setzt man hinten einen Plug/Tunnel mit selben Durchmesser an und drückt den Schmuck hinterher. Ggf. noch zuschrauben – du hast gerade erfolgreich begonnen zu Dehnen.

Jetzt heißt es wieder – richtig! – warten. Mit einem Blick auf die Tabelle weiter oben weist du auch, wie lange du jetzt ca. warten solltest, bis du mit dem nächst dickeren Expander aus deinem Set genauso verfährst wie mit dem ersten.

Ein frisch gedehntes Ohrläppchen sollte übrigens behandelt werden wie ein frisches Piercing. Also desinfizieren nicht vergessen und nach Möglichkeit nicht permanent daran herumspielen.

Verwendet man allerdings eine Dehnspirale (oder –sichel) kann diese, mit 2 kleinen Gummiringen fixiert, im Ohr verbleiben (hier wieder auf das Material achten!) Bei manch dickeren Spiralen/Sicheln kann es jedoch vorkommen das der Stift aufgrund seiner begrenzten Länge sehr schnell dicker wird. Das hat zum einen den Nachteil dass die beiden Ausgänge des Stichkanals unterschiedlich weit gedehnt sind, zum anderen daß man in Versuchung kommt, die Spirale – what ever – weiter reinzudrücken als vielleicht gerade gut ist.

Mit was letztendlich gedehnt wird ist Geschmackssache. Hat man das Ohr jedoch versehentlich überdehnt, sollte man ganz schnell wieder etwas kleineren Schmuck einsetzen, bis es neu verheilt ist und es dann noch mal vorsichtig versuchen. Und sowieso: immer schön reinigen und desinfizieren nicht vergessen!

In dem Sinne, viel Spaß beim Dehnen,

Van Lure.

*Die bunte Knetmasse, aus denen man auch selber Plugs und Claws herstellen kann.

Ohrloch Dehnen/ Projekt Flashtunnel 1/5
Ohrloch Dehnen für Anfänger 2/5
Ohren Dehnen /Meine Erfahrungen 3/5
Ohren Dehnen/ Wickelmethode 4/5
Negativbeispiele /”Gib’ ihm!” 5/5

BodyArt: Ohrloch Dehnen/ Projekt Flashtunnel 1/5

Ich war, was gedehnte Ohren angeht, immer etwas skeptisch. Eben weil das Loch vielleicht nicht mehr zuwächst wenn man es mal ein Stück aufgedehnt hat. Das ändert allerdings auch nichts daran dass mir der Schmuck so saugut gefällt.

Deswegen habe ich mein linkes Ohr vor ein paar Jahren schon mal auf etwa 4mm gedehnt. Leider aber völlig falsch, viel zu schnell und ohne das geringste Hintergrundwissen. Ich wurde dazu von jemanden angestiftet der es geschafft hat sein Ohrläppchen innerhalb nur einer Woche in eine blutige Masse zu verwandeln. Das hatte schon etwas Abschreckendes und darum habe ich es nach kurzer Zeit wieder herausgegeben und zuwachsen lassen damit davon nichts bleibt.

Doch vor gut einem Jahr habe ich wieder hin und her überlegt und beschlossen es doch noch einmal zu versuchen. Bleibende Veränderung hin oder her. Mein Ziel lag bei etwa 5mm, zu groß sollte es ja auch nicht werden. Aber groß genug für einen Flash Tunnel…

…herausgekommen sind jedenfalls vorläufig 6mm. In den nächsten Tagen werde ich euch hier, auf dem Blog, ein paar Posts zum Thema Dehnen und meine Erfahrungen dazu präsentieren, weil es für nur einen Artikel einfach zu viel Stoff ist. Vielleicht kann ich euch ja noch den einen oder anderen nützlichen Tip mit auf den Weg geben.

Van Lure

Ohrloch Dehnen/ Projekt Flashtunnel 1/5
Ohrloch Dehnen für Anfänger 2/5
Ohren Dehnen /Meine Erfahrungen 3/5
Ohren Dehnen/ Wickelmethode 4/5
Negativbeispiele /”Gib’ ihm!”
PiercingSchmuckArten I

Kunstwerk im Verhör: Ronald

Seit einer Weile hatte ich bereits die Idee hier auch Interviews von und mit besonders herausstechenden Liebhabern der Körperkunst zu veröffentlichen. Durch eine Verkettung von Zufällen bin ich so an Ronald geraten, der so nett war für mich im Chefsessel Platz zunehmen um sich von mir ein wenig mit Fragen löchern zu lassen. An dieser Stelle ein fettes Danke an dich, und viel Spaß beim Lesen an alle anderen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wie viele Tattoos schätzt du das du hast?
Einzelne Motive sind es ca. 25.

Wann hast du dir dein erstes Tattoo stechen lassen?
Mit 20.

Wie hat deine Familie auf das erste Tattoo reagiert?
Ned positiv:) Die typischen Argumente „Du verschandelst dich selbst“ sind gefallen. Als es immer mehr wurden haben sie irgendwann Ruhe gegeben.

Hast du von Anfang an gewusst welchen Weg du gehen möchtest? Das du so viele haben möchtest?
Eigentlich wollte ich Anfangs nur eines. Standardaussage. Dann ist es einfach gewachsen. Hier eines, da eines. Erst der Rücken, dann die Arme. Es hat sich einfach so entwickelt, es musste komplettiert werden.

Ich merke an den Motiven auch die Veränderung in mir.

Wie siehst du dich selbst/ wie wirkst du auf andere?
Es passiert mir eher selten dass mich Leute anreden. Die meisten schauen nur.

Das kann ich auch gut verstehen;) Stört es dich wenn man dich auf der Straße/ Cafe anstarrt?
Is mir wurscht. Die meisten sind eher positiv überrascht wenn sie mit mir zu tun haben, weil sie ein schräges Bild von mir haben.

Lässt du dich von mehreren Tätowierern stechen oder hast du einen Favoriten?
Erst habe ich mich nur von Sigi stechen lassen. Jetzt nur noch von Gloria. Zum Einen wegen dem Preis-Leistungsverhältnis zum Anderen aus Freundschaft.

Wenn du nochmal von vorne anfangen würdest, würdest du es wieder genau so machen?
Jetzt im Moment würde ich mir alles nur Maori machen lassen. Aber ich achte die Kultur und würde das nur unter der Voraussetzung tun, wenn mir ein Stammesangehöriger die Erlaubnis dazu gibt um niemanden zu beleidigen. Und ich würde mir nie ein Motiv aus dem Netz dafür holen. Weder ein originales Muster noch abgewandelten Versionen ohne Bedeutung.

Findest du das man sich heute zu wenig Gedanken macht bevor man sich tätowieren lässt?
Sicher. Aus meiner Sicht wollen viele Leute einfach nur tätowiert sein, ohne Hintergrund. Ich glaube nicht das sich viele Leute sowas gut genug überlegen. Man muss sich nur die Arschgeweihe oder Tribals ansehen. Gerade wenn man sich, wie ich, sein Leben lang stechen lässt ist das einfach ein Prozess.

Werden es die jungen Mädchen, die sich zb. Märchenfiguren etc. machen lassen deiner Meinung nach irgendwann bereuen?
Solche Leute haben irgendwie Probleme. Ungefähr alle 10 Jahre ändert sich der Mensch sowieso…

Dann muss man mit Motiven wie Twilight oder Winnie Pooh leben… Ich zb. Hasse das Tätowieren und die ersten 2 Tage danach, aber liebe es etwas neues zu haben… wie ist das bei dir?
Irgendwo brauche ich den Schmerz auch, er gehört einfach dazu. Das hat auch mit sich selbst spüren zu tun. Beim Stechen geht’s die erste Zeit ganz gut und macht mir nichts aus. Dann kommt langsam der Schmerz im Hirn an und es geht nur noch ums Aushalten.  Nach dem Stechen fühle ich mich manchmal als ob ich krank werden würde.

Das Abheilen ist immer lästig. Überhaupt wegen der Sonne im Sommer und weil immer alles voller Creme ist.

Was gefällt dir überhaupt nicht an Motiven, was sind deine absoluten No-Go‘s?
Tribals, Blumen, Tiere (außer asiatische), Schmetterlinge…

Also eher die 0-8-15 Sachen. Man sagt, wer einzigartig sein will darf sich heute nicht mehr tätowieren lassen, wie siehst du das?
Nicht so. Es ist und bleibt eine individuelle Geschichte. Wenn ich am ganzen Körper tätowiert bin, hat das auch eine Aussage.

Da bin ich ganz deiner Meinung. Gibt es eine Frage, die ich nicht gestellt habe, du aber unbedingt beantworten möchtest?
Habe ich noch nie darüber nachgedacht. Nein.

Danke dafür das ich dich ins Kreuzverhör nehmen durfte;)
Bitte;)

BuchTipp: „TATTOO ART“ Lal Hardy

bücherecke

*Bildband*

The mammoth book of
TATTOO ART

editen by Lal Hardy

tattoo artSchon wieder ein ‚Tattoo-Buch‘! Überraschung!;) Diesmal möchte ich ein Geschenk, dass ich von meiner besseren Hälfte bekommen habe verbloggen. The mammoth Book of Tattoo Art verspricht am Cover Bilder der Werke über 80 der weltbesten Tätowierer, inklusive Horiyoshi III, Filip Leu, Louis Molloy, Hannah Aitchison, Jime Litwalk und Mike Vries.

Auch wenn der Einband etwas schäbig ist finde ich den Aufbau des Buches besonders nett. Der Bildband  liefert jeweils einen kurzen Absatz mit Portrait zum (oder auch vom) Künstler und 4-5 Seiten mit Fotografien von ihren Hautkunstwerken. Darunter befinden sich großformatige, seitenfüllende Motive bis hin zu mehreren pro Seite um bei so wenig Platz einen kurzen Einblick in den jeweiligen Style zu gewähren. Die Auswahl der Tattoos ist auch was die Inspirationssuchenden angeht brauchbares Material, weil man vielen unterschiedlichen Stilen, Techniken und Körperregionen begegnet…

Und jetzt kommen wir zum Aber: Wenn man sich die Liste aller beteiligten Tatowierer ansieht, kommt man nur auf 75.  „Over 80 of the world’s top artists“ ist also etwas übertrieben. Man hätte sich noch mit einem Übersetzungsfehler auf die Bilderanzahl rausreden können, wenn auf der Rückseite nicht gleich 700 Fotos in Farbe angepriesen werden würden. Zumindest diese Zahl glaube ich – wenn auch nur aus Faulheit zum Gegenbeweis;)

Man kann das eine ja noch als leichten Mangel verschmerzen, aber beim Umschlag war ich dann wirklich enttäuscht. Wie bereits erwähnt ist der Einband etwas schäbig. Das heißt die Seiten lösen sich beim ersten mal Durchblättern schon heraus wenn man nicht aufpasst. Bevor man es weglegen kann muss man es vorher wieder regelrecht zusammenbauen und vorsichtig ablegen.  Das nervt einfach nur weil der Band sonst wirklich schön ist!

Fazit:
Interessante Bilder, Infos zu den Künstlern und trotzdem nicht zu viel Text. Inhaltlich sehr angenehm gestaltet und super Ideenfundgrube… aber eben eine schlechte Verarbeitung und deswegen umständlich zu handhaben. Allerdings kostet das Ding bei Recherche gerademal um die 12 Euro. Für den Preis also garnicht mal so schlecht. Trotz schlechter Einbandqualität gebe ich 9 Sterne.

Van Lure.

9 sterne

TATTOO ART auf Amazon.de

BuchTipp: „1000 Tattoos“ von Ed. Henk Schiffmacher

bücherecke

*Bildband*

1000 Tattoos

von Ed. Henk Schiffmacher

1000 Tattoos zeigt zwar nicht wirklich 1000 Bilder von Tattowierten und ist auch nicht unbedingt zum Holen von Inspiration geeignet, nimmt den Betrachter jedoch mit auf eine Zeitreise durch die Tattoogeschichte selbst. Der beinahe 600Seiten Wälzer(!)  ist in mehrere Abschnitte unterteilt:

  • 1000Ethnographic Tattoos
  • Classical Tattoo Designs
  • From the Early Days to the 1980s
  • Japanese Tattoos
  • Contemporary Tattoo Art

Neben den Photografien finden sich in den ersten beiden Kategorien auch viele Skizzen und Zeichnungen (Muster der Urvölker, klassische Seefahrermotive..) mit teilweise auch Anmerkungen zu ihrer Bedeutung. Das ist ein schöner Einstieg in die Welt der Tattowierung. Aber mein Lieblingskapitel ist eindeutig „From the Early Days to the 1980s“. Die Datierung der Fotos beginnt bei 1914, da staunt man nicht schlecht welche Leute damals zb in Amerika schon alles Tattoos hatten!
Japanische Tattoos sind dafür nicht unbedingt mein Style aber haben in so einem Buch natürlich auch irgendwo ihre Daseinsbereichtigung. Über die Motive kann man streiten, schön und vor allem schön groß sind sie auf jeden Fall..

Am Ende findet man unter „Contemporary Tattoo Art“noch moderne Tattookunst wie Biomechanic, Realistic, Old School, Tribals, Portrait, Pflanzen, Tiere…
In dem Buch ist eigentlich so ziemlich von allem was drin was tättowiert werden kann. Der fehlende Schwerpunkt auf den heutigen Motiven hat sicher schon den einen oder anderen Käufer, der sich Anregungen holen wollte, enttäuscht. Es ist eher ein Querschnitt durch diverse sehenswerte Bereiche der Körperkunst für den ‚historisch‘ Interessierten;)

Fazit:
Ich will wieder tattoowieren geheheheheehhhen…

Van Lure.

9 sterne

1000 Tattoos auf Amazon.de

Ohrschmuck: Spirale für gedehnte Ohrlöcher

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIch mag das Bild. Das liegt daran das ich bereits ziemlich stolz auf das Blech in meinen bald perfekten Ohren bin… Es war nicht immer leicht mit den Knorpelpiercings und eigentlich jeder Helix hat sich irgendwann einmal entzunden, aber ich würde es jederzeit wieder machen.

Die Piercings an denen noch „gearbeitet“ wird, bzw. noch neuen Schmuck benötigen sind silber, die Abgeheilten schwarz. Im unteren Lobe trage ich eine Spirale aus Chirurgenstahl in 4mm. Sie sieht fantastisch aus, zerrt aber mit ihrem Gewicht schon sehr stark an meinem Ohrläppchen. Darum ist sie leider nichts für den Alltag, aber für ein paar Stunden am Abend ein super Hingucker, findet ihr nicht auch?

Es klingt vielleicht komisch, aber ich freue mich schon fast wenn mein Urlaub wieder vorbei ist, denn dann kann ich mir noch das eine oder andere Blingbling verpassen lassen;)

Van Lure.


Zweit-Blog-Werbung:

BuchRezension: Piercing Is Not A Crime von Tarek Ehlail

bücherecke

Schwarzkopf & Schwarzkopf

Piercing Is Not A Crime
– 33 bestechende Anekdoten aus dem Leben eines Bodypiercers

von Tarek Ehlail

Weil ich in Bezug auf Piercings gerne alle Infos zum Thema aufsauge wie ein Schwamm, bin ich auch um dieses Buch nicht rum gekommen, nach dem ich es per Zufall im Onlineshop entdeckt hatte.

piercing is not a crime

Zum Autor:
Der Hamburger Tarek Ehlail ist ein Schulabbrecher mit ungewöhnlicher Karriere. Nachdem er der Schule den Rücken gekehrt hatte wurde er durch Zufall Piercer und später Filmregisseur (Chaostage, Gegengerade).

„Piercing is not a crime“ ist sein erstes Buch, mit dem er jetzt auch unter die Autoren geht.

Zum Buch:
Der Piercer Tarek Ehlail gibt hier eine bunte Mischung an Storys aus Alltag und Job zum Besten. Urlaubstrips,  Gruselstorys über misachtete Pflegehinweise, Kreislaufprobleme, ein missglückter Raubüberfall und diverse Interviews mit  Leuten aus der Tattoo- und Piercingszene. Unter den Geschichten befinden sich sowohl Erlebnisse mit normalen Kunden als auch mit ein paar schrägen Exemplaren im und ums Studio..

Kommentar:
Was sich nach einer unterhaltsamen Übung für die Lachmuskeln anhört, liest sich für mich jedoch etwas flach. Hier scheiden sich bei mir die Geister. Die Beschreibungen klingen in der ersten Hälfte vom Buch eher unpersönlich.

Zwar finde ich es nicht zwingend notwenig das Piercer selbst gepierct sind, aber wenn man selbst nie gepierct wurde finde ich die Aussage das der Schmerz bei den meisten Piercings, auch unter Einbezug jahrelanger Erfahrung als Piercer, lachhaft ist etwas unpassend (furchtbarer Satz).

Auch die 15min, in denen er die Kunden mit Vorgespräch, Schmuckauswahl, Piercen und Bezahlung abfertigt und die er immer wieder zu unterbieren versucht, finde ich nichts wofür man sich rühmen müsste.

Außerdem verstehe ich nicht wieso ein Piercingstudio, das so gut geht wie i.B. beschrieben, nicht Kunden ablehnt, von denen bekannt ist, das sie damit unverantwortlichen bullshit anstellen? [Kunde Kurt]…

Ich zweifle nicht an, das der Autor ein guter Piercer ist, ich glaube sogar das er die Piercings sehr professionell setzt, aber mir sind ein paar Dinge und Ansichten immer mal wieder sauer aufgestoßen…

Im letzten Drittel werden die Storys dann doch nocht lustiger und man entwickelt irgendwo eine Art Sympathie. Nur die Interviews dazwischen, die wohl Laien einen Blick in die BodyArtSzene gewähren sollen nervenlangweilen ein wenig durch typische Interviewfragen und sind einfach die Extrawurst zum Seitenfüllen.

Fazit:
Der Titel versprichte ein wenig mehr als das Buch dann unterm Strich liefert. Einerseits musste ich schon ab und zu schmunzeln, richtig warm geworden bin ich mit Herrn Ehlail leider nicht. Auch wenn er persönlich sicherlich ein angenehmer Geselle sein wird, gebe ich seinem Buch:

6 sterne

6 Sterne. Damit will ich sagen das es weder gut noch schlecht ist. Ich empfehle euch eine Leseprobe im Laden oder Amazon. Jeder geht mit dem Thema Bodyart anders um und jeder sollte selbst entscheiden wieviel Unterhaltungswert darin steckt.

Van Lure.

„Piercing is not a crime“ auf Amazon.de

Alle Artikel