Tattoo: Suprasorb F im Test

Hallo allerseits!

Ist schon etwas länger her das ich hier gebloggt habe, aber jetzt ist es mal wieder an der Zeit einen Tattoo Post zu verfassen.

Natürlich war ich in den letzten Jahren, auch ohne es hier großartig breitzutreten, das eine oder andere Mal tätowieren. Genaugenommen habe ich seit September 2013 30 Sitzungen hinter mir. Ja da ging ein wenig weiter, aber da ist immer noch zu viel nackte Haut übrig.

Vor allem aber lernt man so die eigene Haut mit ihren „Heilskills“ kennen. Zeit also um neue Möglichkeiten zu testen!

20161227_180651Jetzt zum eigentlichen Thema: Suprasorb F. Dabei handelt es sich um eine flächig klebende Folie/ Membran die ursprünglich für Brandwunden und dergleichen entwickelt wurde, jedoch auch bereits bei Tattoos Anwendung findet. Suprasorb F ist luftdurchlässig, sodass Wundflüssigkeit verdunsten kann, wärend der Schmutz draußen gehalten wird. Das nennt man dasnn anscheinend „Nassheilung“.
Außerdem ist die Folie so hauchdünn das sie (je nach Körperteil) nicht stört. Man kann die Folie bei großen Motiven auch überlappend anwenden um alles Nötige abzudecken.
Man gibt die Folie ohne vorheriges Cremen auf das frische, gereinigte und abgetupfte Tattoo, streicht sie glatt, sodass keine Luft darunter eigeschlossen wird und lässt sie dort die ersten 2-3 Tage (maximal!). Danach wird die Folie vorsichtig abgezogen und das Tattoo ganz normal mit Creme weiter versorgt.
Soweit zur Theorie also.

So weit so gut! Das Erste Mal…

Das erste Mal bekommen habe ich sie schon vor einem Jahr, direkt nach dem Tätowieren. Meine damalige Tätowiererin war gerade selber noch in der Testphase und da ich ja auch gerne Neues ausprobiere, hab ich sie mir gern nach dem Stechen verpassen lassen. Leider fand ich sie damals nicht gerade hitverdächtig. Einerseits weil das betreffende Tattoo sich vom Oberarm auf die Schulter rauf zog und die Folie doch wegen der Spannung beim Heben des Armes störte… andererseits weil so frisch nach dem Stechen der ganze überschüssige Farbschmodder mit ner Menge Wundwasser rauskam, sich massig unter der Folie sammelte und das Tattoo dadurch verschmiert und ziemlich arm dran aussah. Nach 4Stunden hatte ich dann die Nase voll und das Ding wieder runtergerissen um zu meiner bewährten Pflegemethode zurück zukehren…

Später habe ich dann noch von 2 anderen Tätowierern gehört das sie es ebenfalls bereits an Kundschaft getestet haben und auch nicht besonders davon überzeugt waren. Damit war das Thema also für mich abgeschlossen… vorerst.

Viele Sitzungen und ein paar Stecher Tätowierer später, bei meinem letzten Tattoo, einer Kombizange am Unterarm (ja ihr lest richtig) wollte ich es doch noch mal in Eigenregie probieren. Einfach weil das gegenwärtige Wetter nicht zulässt es die ganze Zeit unbedeckt zu lassen, ich in der Arbeit oft mit staubigen Plänen in Kontakt komme und mich der scheuernde Stoff bei jedem Tattoo sowieso irre macht. Am Unterarm, wo die Ärmel meist eher enger sitzen und sich die Creme sofort im Stoff verflüchtigt noch eine Stufe nerviger.

Und so habe ich es mir am Tag des Termins gleich mal in die Apotheke bestellen lassen. Mit etwa 7,- pro Rolle (1mx10cm) verschmerzbar. Vor dem Stechen habe ich noch mit dem Chef des Körperkunstladens darüber geredet. Mir war schon vorher klar, das er warscheinlich auch nicht viel davon halten wird – so wars auch. Auch in seinem Laden wurde die Folie bereits getestet und für nicht gut befunden – der Schmodder, das Wundwasser etc. (O-Ton: Das ist für Leute die zu faul zum Cremen sind)

Und trotzdem! Ich hatte es bereits in der Tasche und irgendwas muss ja dran sein wenn einige Berichte darauf schwören!

Und so lief das dann bei mir ab:

4
Unterarm mit Suprasorb F

Die 0815 Frischhaltefolie, die man nach dem Stechen draufbekommt, ließ ich wie immer 4h oben, reinigte das Tattoo wie gewohnt mit Seife und lauwarmen Wasser, tupfte es vorsichtig mit Küchenrolle ab und schnitt ein entsprechendes Stück von der Suprasorb F Rolle ab. Mein Mann half mir anschließend die neue angebliche Superfolie anzubringen (2 Hände nötig, Anweisung auf der Verpackung)

Sie schmiegte sich perfekt an die Haut, fiel nicht sonderlich auf, löste sich auch an den Rändern nicht ab und auch am nächsten Tag sah man kaum Farbschmodder und keine Wundwasser gefüllten Blasen. Logisch dass das Tattoo nicht mehr so klar aus sah wie nach dem Stechen, aber ich ließ mich davon erst mal nicht weiter beirren.

Das Ablösen

Nach den max. empfohlenen 3 Tagen machte ich mich also ans Ablösen. Huijuijui, das hat schon ganzschön geziept – wie Gewebepflaster das schon ein paar Tage an der Haut klebt und nicht mehr weg will.
1Ich bekam Schiss mir da was mit runterzureißen, was eigentlich noch oben bleiben sollte. Erst recht unangenehm fand ich es als ich dann die abgelöste Folie in Händen hielt. Ein kurzer Schreckmoment, ob ich da einen Haufen Kruste runtergerissen hatte… nein, das war zum Glück alles nur der Farbschmodder, der nach dem Aufkleben noch raus kam und das Tattoo blurry aussehen hat lassen. (Die „Kruste“ ist in dem Fall noch weich und bildet sich mit der Zeit erst richtig an der Luft). Und genau an den tätowierten Stellen war das Entfernen der Folie auch nicht so… ziepend… wie auf der intakten Haut rundherum.

Jedenfalls habe ich nach dem Entfernen alles vorsichtig gewaschen und seit dem normal gecremd. Zwei Tage später, also am Abend des 5. Tages (nach dem Stechen) hat es sich dann bereits zaghaft angefangen zu häuten – was in meinem Fall eine Verzögerung der Heilung um einen ganzen Tag bedeutet, da bei mir die „Häutung“ meist nach 4 Tagen einsetzt. (Das bedeutet das ich die Folie auf jeden Fall nochmal testen werde und sie dann nach 2 statt 3 Tagen entfernen werde)

Fazit:
Direkt
nach dem Stechen eher nicht zu empfehlen! Da muss erst mal die überschüssige Farbe und das erste Wundwasser raus und wer weis ob die ganze Vaseline, die beim Stechen verwendet wird, sich ohne genug Wasser und Seife überhaupt rückstandslos (genug) entfernen lässt. Ein paar Stunden nach dem Stechen, wenn es bereits vom Träger selber zu Hause in Ruhe gereinigt wurde durchaus eine gute Möglichkeit das frische Tattoo an gewissen Körperstellen einfach zu handeln. Natürlich nach wie vor nur die  ersten 2-3 Tage!

Die Vorteile der Folie sind das man sich in den ersten kritischen Tagen nicht viel um das Tattoo scheren muss, was eben je nach Körperstelle und Aktivität mal mehr mal weniger Sinn macht. Sollte man sich zb. was am Rücken stechen lassen und ist nicht so gelenkig kann man sich viel Frust ersparen. Ausnamslos jedes Mal werde ich sie in Zukunft nicht verwenden. Aber gerade im Winter finde ich es eine sehr praktische Alternative zu festgesifften Pulloverärmeln und Dergleichen.

Auf der Minusseite steht dann wieder die um einen Tag verlängerte Heildauer durch das verzögerte Häuten, wobei hier nochmal ein Test mit 2 Tagen Folie ansteht. Die Qualität der Tätowierung wurde jedenfalls nicht beeinflusst und die Heilung ist bis jetzt problemlos recht smooth und ohne Juckreitz verlaufen. Es häutet sich jetzt quietschfidel wie immer und zeigt mir Stück für Stück die neue Hautschicht.

Also mein Resüme:

  • Es ist eben situationsbedingt sinnvoll
  • Besser als erwartet
  • ich würds wieder machen

Zum Vergleich, ich habe mir 3 Tage vor der Zange bereits eine Ahle stechen lassen (=ebenfalls Werkzeug) und die Heilung war… abenteuerlich wie niemals zuvor. Ich weis auch nicht was da los war aber meine Haut hat deutlich gezickt, wärend die Kombizange… nunja, steht ja alles oben da ;)

Ich hoffe das hat euch nicht gelangweilt und die Tätowierten unter euch (bzw. die, dies noch werden wollen ;) ) konnten etwas von der Info für sich mitnehmen.

Stay tuned!
Van Lure.

2
Frisch nach dem Entfernen der Folie.
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2 Kommentare zu “Tattoo: Suprasorb F im Test”

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