Zwischen Mitleid und Verstand

In den letzten Jahren hat sich beim Betteln der Trend rauskristallisiert den Leuten ein Bild von einem entstellten/kranken Kind bzw. der ganzen abgerissenen Familie vor die Nase zu halten und auf die Mitleidstour nach Geld zu fragen. Wenn man dann nichts hergeben will werden diese Menschen so richtig anhänglich bis aggressiv und fuchteln nur noch mehr mit ihren sogar laminierten Fotos umher. Dabei handelt es sich selten um echte Bilder. Ich gehe sogar so weit zu behaupten das einige der Bilder aus dem Netz stammen und mehrere Bettler die „selbe Familie“ oder das „gleiche kranke Kind“ haben.

Abgerissen sehen sie alle aus, was einem schon oft nahe geht, leider drängt sich mir dann der Gedanke an Bettlerbanden auf. Menschen die unter Tags in Gruppen in den Großstätten ausgesetzt werden um zu betteln, bei denen am Ende des Tages abkassiert wird. Oft werden sie auch extra dafür ins Land gebracht.

Deshalb habe ich in solchen Situationen einfach kein Geld, oder weiche auf der Straße aus. Auch wenn ich weis, das er Mensch, der mich anbettelt wirklich arm ist. Das mag kalt und herzlos klingen, aber ich bin der Überzeugung das meine 50Cent-2Euro ganz sicher nicht denjenigen auf den Fotos zu gute kommen, sondern den Puppenspielern hinter den Kulissen, die man nie zu Gesicht bekommt.

Speziell bei bettelnden Ausländern bin ich besonders skeptisch. Nicht weil ich irgendwie rassistisch wäre, im Gegenteil. Sondern weil im Schlaraffenland Österreich so etwas wie eine Mindestsicherung, Arbeitslosen- und Kindergeld existieren, was sich niemand in Notlage, der Anspruch darauf hat entgehen lassen würde. Die Menschen von denen ich spreche leben höchstwahrscheinlich in Wirklichkeit irgendwo jenseits der Grenze, oder halten sich illegal im Land auf, bzw. beides.

Soviel vorneweg, kommen wir zum eigentlichen Anlass.

Das Büro, in dem ich arbeite liegt in einem mehrstöckigen Hochhaus, in dem sich fast ausschließlich Wohnungen befinden. Heute hatte ich an der Tür das Vergnügen mit einem dieser laminierten Schockbilder konfrontiert zu werden. Ein ausländischer Bettler hielt es mir vor die Nase und forderte mich auf ihm Geld zu geben. Ich – der Ansicht einen typischen Gang-Bettler vor mir zu haben – erwiderte dass ich leider keines habe. Das lies er natürlich nicht gelten, sondern schob mit erneut sein Bild vors Gesicht und bat mich erneut in gebrochenem Deutsch um Geld. Das ging eine Weile hin und her, bis er doch wieder abzog.

Und zwar einen Stock höher, wie ich später erfahren sollte. Meine Kollegin hatte ebenfalls die Tür geöffnet. Auch sie, die Bettel-Banden im Hinterkopf, meinte ausweichend, das der Chef keine Zeit habe. Darauf wollte der Mann „auf den Chef warten“, was sie verneinte. Schließlich hätte der erst recht eine Freude wenn sie ihn in sein Büro reingelassen hätte. Dann wollte er lieber Geld von ihr. Aber auch da hatte er kein Glück und zog wieder ab.

Ich hatte mir nach meiner Begegnung mit ihm schon gedacht dass er alle Wohnungen durchgehen würde. Vielleicht waren auch mehrere zugleich im selben Gebäude/Stadtteil zu Gange, da es viele Wohnungen sind. Aber unterm Strich bin ich darüber mehr schockiert als wütend, das diese Menschen nicht nur mehr auf der Straße Leute ansprechen, sondern nun schon bis vor die Haustüre kommen. Meiner Meinung geht das wirklich zu weit. Man stelle sich vor man hätte mehrmals am Tag sojemanden vor der Türe stehen.

Wie seht ihr die Sache?

Hier noch ein Link zum Thema für Interessierte:

http://www.format.at/articles/1108/525/289520/organisierte-banden-rumaenien-oesterreich-millionen

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Ein Kommentar zu “Zwischen Mitleid und Verstand”

  1. Ja, es ist richtig diesen Leuten kein Geld zu geben. Ich weiß nicht, wie die rechtliche Situation in Österreich aussieht, aber ich weiß, dass in DE niemand verhungern muss und auch keinem eine überlebenswichtige OP versagt wird (es wird auch gerne gewedelt mit „bitte Geld, Kind braucht OP und stirbt sonst“, stand bei mir schon vor der Tür). Woher ich das weiß? Ich bearbeite genau diese Leistungen, selbst wenn man illegal da ist, kriegt man ein Dach über dem Kopf und mehr als genug Geld für Lebensmittel + eine kleine Erstausstattung.

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