Auf der Flucht vor der ÖBB

whats new pussycat

Ich sag’s euch Leute, mein Heimweg heute war nicht einfach. Aber von Anfang an, ich muss das los werden:

Ich bin heute, wie fast immer, zum Zug gesprintet um ihn noch zu erwischen und ich habe mich ja auch so gefreut, das ich ihn noch erwischt hab bis… ja bis kurz vor meiner Ausstiegsstelle, als der Zug einfach mitten in der felsigen Pampa anhält. Geil. Kurz drauf kommt auch die Durchsage, das wir uns 10min verspäten werden. Noch besser! Nicht.

Nagut, also zu Hause anrufen und bescheid sagen, weil ich ja abgeholt werden soll. Am Tele erfahre ich aber das mein „Heimbringdienst“ schon losgefahren ist,  – natürlich – ohne das Handy einzustecken. Ok,  dann eben nicht. Nach den 10min kommt eine weitere Durchsage, das man jetzt nicht wisse wann es weiter gehen wird, man uns aber auf dem Laufenden hält. An dem Punkt fange ich an nach Fluchtwegen zu suchen, aber da ist keine Chance. Den Schaffner bequatschen hilft auch nicht. Er hat zwar Verständnis für die Situation, aber er dürfe uns auch nicht einfach rauslassen. Davon abesehen könne auch nur der Lockführer die Türen entriegeln. Okay,… ist alles irgendwo verständlich. Ein paar Meter vor dem Ziel jedoch umso ärgerlicher.

Also sitze ich mit 2 anderen Mitgefangenen schon ungeniert am Boden vor der Ausstiegstür und wir unterhalten uns ein wenig. Zwischendurch versuchen noch ein paar Leute ihr Glück beim Schaffner. Vergeblich. Dann die 3. Meldung: Wir würden jetzt gleich 2 Stationen ZURÜCKfahren. So, wieder Handy geschnappt, denken, denken, DENKEN, wie erreiche ich die arme Sau, die da vorne schon eine geschlagene halbe Stunde auf mich wartet und kein verdammtes Handy dabei hat!? Der Bahnhofsvorstend* fällt schon mal weg, der läuft lt. Kontrolleur gerade irgendwo auf den Gleisen rum. Grrr. Mist. D*#31+.

Schließlich – teilweise Erleichterung per Mobilfunk, mein Abholer ist schon wieder nach Hause gefahren und hält sich abfahrbereit. Ich widme mich also wieder den beiden anderen Mitinsassen, als wir nach insgesamt 35min Wartezeit das Zischen an den Türen hören, wenn die Verrigelung sich löst. Unsere Köpfe fahren perfekt synchron Richtung Tür. Wir sehen uns an, eine Sekunde Stillstand – und im nächsten Moment ist das Teil schon offen. hähä. Ich werfe einen Blick in die Finsternis nach unten und meine noch „Machen wir das wirklich?“  – und schwubs! Ist der erste schon draußen;)

In der Finsternis kämpfen wir uns an der Lock vorbei die letzten 50m durch die Wildnis zurück in die Zivilisation, wo ich dann – haleluja oder was auch immer – nach kurzem Weg auf der Straße schon erfolgreich aufgegabelt werde. Endlich ab nach Hause, wärend der vollbesetzte Zug noch ne ganze Weile festsitzt :D

Und die Moral von der Geschicht?

Aus Zügen flüchten tut man nicht? Ich möchte hier klarstellen, das ich es vollkommen verstehe warum es nicht erlaubt ist, auf der Strecke auszusteigen. Ich weis dass das gefährlich sein kann, auch wenn man genau weis, an welcher Stelle man sich befindet. ABER… Zugverspätungen machen mich dermaßen kirre das ich am liebsten schon nach 10 Sekunden aus dem Fenster geklettert wäre! Aber ich denke auch nicht das ich mir das angewöhnen werde und ich rate auch ausdrücklich davon ab in solchen Situationen gleich zu türmen wenn es nicht um Leben oder Tod geht;)

Und jetzt werde ich den Rest von meinem Feierabend genießen! Schönen Abend noch!

Van Lure.

* so ein ländlicher Bahnhof, wo immer nur einer gerade Schicht schiebt.
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4 Kommentare zu “Auf der Flucht vor der ÖBB”

  1. Hey ho Pussycat, dann komm im Winter nie nach München, am besten auch ned per Bahn, in dem Fall Deutsche Bahn weil die regelmässig nen Oberleitungsschaden hat und dann mitten in der Pampa stehen bleibt, und da dieses Land hier so weitläufig ist, isses fast Selbstmord irgendwo in der Pampa auszusteigen um zu Fuss irgendwohin zu kommen, ach ja und dann wenn im Winter doch mal nach München kommen solltest und es schneit dann fahr keinesfalls mit der S-Bahn denn die hat im Winter immer Dauerschaden weil die Deutschen einfach zu blöd sind Züge zu bauen die auch im Winter fahren können ohne mit irgendwelchen Defekten auf der Strecke zu hängen.

    Da ist die ÖBB oder die SBB echt noch heilig dagegen….die DB ist da Hölle pur.

    1. Ja, ich war schon mal zur Winterzeit mit der DB unterwegs;) erst frohr ich mir im zug den arsch ab, danach ließ sich die heizung weder abstellen noch zurückdrehen und ich wurde mit 5 anderen im Abtgeil gedünstet. Das Zug-Wc war dazu mit Abstand das Wiederlichste wasich mit ausname von Dixiklos gesehen habe.
      brrrr…
      ich bin gestern auch nur mitgetürmt weil wir ja wirklich schon vor dem bahnhof standen;)

  2. Solange an Bahnhöfen *irgendjemand* ist, geht es ja noch. Manche Bahnhöfe „schließen“ um 20 Uhr (oder sogar noch früher). Dann kommt man nicht einmal mehr an den Ticketautomaten ran…

    1. welcher intelligenzbolzen hat sich denn das ausgedacht? O.o darf man ab 20:00 bei euch gratis fahren, oder warum sperren die den bereich mit automaten ab?

      bei uns ist der BH 24/7 besetzt weil wer die Züge koordienieren muss, sprich die Weichen per Schalter umstellen das nichts kollidiert… bei nur 2 Gleisen;)

      Aber ich finds gut das immer jemand da ist. Hat mir schon oft geholfen wenn ich mein handy nicht dabei hatte, damit mich wer mitten in der Nacht abholt, oder einmal wollte man mich sogar den kurzen weg heimfahren, wenn ich hätte warten wollen, bis der nächste (Güter)zug durch war.
      am Land ist das Personal erfahrungsgemäß sehr freundlich und entgegenkommend. aber das war jetzt off topic

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