BuchTipp: Containeräffchen von Stefan Sonntagbauer

bücherecke

*roman*

Holzbaum Verlag

Neulich im Mittelalter

von Stefan Sonntagbauer

Zum Buch:
Nach seinem Debüt Neulich im Mittelalter meldet sich Herr Sonntagbauer nun mit seinem ersten Roman zurück. Während der Vorgänger noch aus einer Sammlung von Kurzgeschichten und Gedichten besteht, erzählt „Containeräffchen“ von zwei im Leben gescheiterten Protagonisten, gefangen in ihrem Elend.

Während Frank Spreiler, ehemaliger Serienstar, kurz vor dem Staffelfinale in eine Art Big Brother Container einzieht, um wieder aus der Versenkung aufzutauchen, verdient Jürgen Kamp seine Brötchen in einer abgefuckten 60er-Jahre-Hotelbar als Klavierspieler. Sie kennen sich nicht und trotzdem haben sie eines gemeinsam, sie befinden sich beide am Tiefpunkt ihrer Karriere.

Von Anfang an empfindet Frank die Zustände im Container als unerträglich. Er wird von den  anderen Mitinsassen, die nur gerade mal um so viel besser dran sind, um nichts von ihrer eigenen geistigen Armseligkeit mitzubekommen, stets nur gedemütigt und belächelt. Aus seiner Sicht könnte das Leben gerade kaum beschissener sein..
Derweil ist Jürgens Chef, Heinz, nichts anderes als ein saufender Sklaventreiber, der das Lokal konstant herabwirtschaftet und ihn in einer Tour dazu zwingt „Blue Moon“ stupide in die Tasten zu hämmern. Gerade als Frank den Druck in der Realityshow nicht mehr erträgt und Hals über Kopf vom Set flüchtet, kündigt auch Jürgen aus einer Eingebung heraus endlich seinen Job und entert als freier Mann die nächste Karaokebar. Hier trifft er auf Frank, dessen spektakuläre Flucht er zufällig kurz zuvor im Fernsehn beobachtet hat. Aus einer Eingebung heraus lädt er ihn ein mit ihm zu feiern und beide vergessen für einen Moment den Ernst des Lebens. Bis sie zusammen in ein Auto steigen und Frank den Wagen im Vollrausch gegen einen Baum fährt. 5 Tage später erwacht er mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus, doch das Schicksal meint es gut mit ihm und dem Musiker. Aufgrund seiner Flucht aus der Show avanciert der vergessene Schauspieler spontan zum Puplikumsliebling und erhält neben der Siegerprämie ein Jobangebot als Co-Moderator für die nächste Staffel, während der Unfall Jürgen wieder mit seiner großen Liebe, Lena, zusammenführt. Ende gut – alles gut.

Meine Meinung:
Anfangs fand ich das Buch verwirrend, nicht unbedingt das, was man bei einem Roman erwartet, da man erst nach 2, 3 Kapiteln erste Zusammenhänge zwischen „Frank“ und „Jürgen“ erkennt. Außerdem erzählen die beiden Figuren aus der sog. Ich-Perspektive und wechseln sich dabei kapitelweise ab. Diese Erzählart ist für jeden Leser Geschmackssache. Ich persönlich bevorzuge zwar eher neutrale Erzählformen, finde aber das Containeräffchen hier in der Ich-Form sehr gut funktioniert, weil es sich um mehr als nur einen (Ich)Erzähler handelt.
Besonders das Ende finde ich gelungen, obwohl es schon fast eines dieser typischen „Ende gut – alles Gut“ Happy Ends ist, bei denen dann am Schluss doch noch alles (zu) glatt (um wahr zu sein) geht. Aber mir gefällt vor allem wie die Geschichten der beiden Künstler schließlich zusammenwachsen, nachdem sie das ganze Buch über Fremde waren, die zuvor nichts miteinander zu schaffen hatten.

Fazit:
Wie bereits gesagt, anfangs verwirrend und gewöhnungsbedürftig, ist es jedoch irgendwann geschehen und man hängt an den Seiten bis man sich komplett durchgearbeitet hat. Wer sich weder am teilweise derben Wortschatz noch an der Erzählperspektive stört, sollte mal einen Blick reinwerfen;) Hierzu gibts  *****(4/5) Sterne in meiner Van Lure Wertung.

Van Lure.

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