Uuurlaub voraus!

Heute in einer Woche werde ich das Flugzeug besteigen und dann gehts ab in die Türkei. 7 Tage All inclusive in einem Club Hotel wie es sich gehört. Sich die Kehle mit Cocktails zuschütten und den Bauch mit Baklava vollstopfen, am Strand faulenzen oder ein paar Runden im Pool ziehen… Das wird wieder herrlich!

Nochdazu wird es der erste richtige gemeinsame Urlaub mit meinem Männchen;) Und weil es besonders schön, entspannend aber nicht teurer als 800 Euro werden soll, fiel uns die Auswahl des Hotels schonmal sehr schwer. Schließlich haben wir uns für den Club Nena in Side entschieden. Mit etwa 12 Jahren war ich bereits einmal in diesem Club und er ist mir trotz eines kleinen Zwischenfalles in guter Erinnerung geblieben. Naja… so klein war der Zwischenfall auch wieder nicht. Hier eine kleine Geschichte für euch:

Wir – also ich+Eltern- hatten 2 Wochen gebucht. In der 2. Nacht wachte ich in den frühen Morgenstunden jedoch mit heftigen Unterleibskrämpfen auf, die einfach nicht besser werden wollten. Also holten meine Eltern nach ca. 2 Stunden den Hotelarzt, der weder deutsch noch recht viel englisch konnte. Dieser drückte mir die Hand immer wieder auf den Bauch und ich gab an wo es am meisten schmerzte.

Was ich genau haben könnte, konnte er uns wegen der sprachlichen Barrieren nicht sagen, aber er machte uns unmisverständlich klar, das wir jetzt mit ihm ins Krankenhaus fahren müssen. Gesagt getan. Er lud uns alle 3 in seinen BMW und brauste los. Im Krankenhaus angekommen nahm man mir als erstes Blut ab. Danach sollte ich eine Urinprobe abgeben… Problem: 1) direkt am Gang vor der Eingangstür des Hospitals, 2) da gab es nicht mal ne Tür! Meine Mutter hat so lange auf die Ärzte (?) eingeredet, bis man mich zur Toilette brachte. Ga gabs dann den nächsten Schreck. PLUMPSKLO! in dem Krankenhaus gab es allen Ernstes ein Keramikplumsklo! Uff… nagut, hauptsache unbeobachtet.

Wärend die Proben untersucht wurden musste ich warten. Und die ganze Zeit über hatte ich diese grässlichen, eldenden Krämpfe! An den Horrorschmerz erinnere ich mich heute noch! Schließlich das Ergebnis: Blinddarmentzündung. toll. OP – jetzt gleich. Fuck!?

Ich wurde in ein Krankenzimmer gebracht und aufs Bett verfrachtet. Nach einer Weile kam ein Mann herein – kurze graue Haare, dicker, fetter, schwarzer Schnauzbart, OP-Kittel – und Goldketten wie Mr. T um den Hals. Der war schon ein arger Anblick! Auch er sprach kein deutsch, kaum englisch. Er deutete mir mich auf das Bett zu stellen. Als ich auf der Matratze stand, nahm er mich auf den Arm wie ein Kleinkind und marschierte davon, den Gang runter. Über die Schulter konnte ich noch meine fassungslosen Eltern vor dem Krankenzimmer stehen sehen, kein Plan was da jetzt geschieht.

Er trug mich in den OP-Saal, ich bekam einen Infusionsbeutel am Handrücken angeschlossen und war weg. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch immer meine eigenen Klamotten an. Korrigiert mich wenn ich mich irre, aber tragen die Leute in Österreich nicht ein steriles Kittelchen an der Stelle?

Ich wachte wieder in dem Krankenbett von vorhin auf und musste mich gleich 2x leuchtend grün übergeben. Meine Mom war an meinem Bett und hielt mir dazu eine Bettpfanne hin. Sie erzählte mir, das sie in der Zwischenzeit eine (rote) Ameinsenstraße, die durch mein Bett führte, killen musste und die derbsten Gedanken hatte von wengen die Viecher würden das Blut riechen und zu meiner Wunde krabbeln. Die OP selbst sei allerdings gut verlaufen. Ich dürfe allerdings erst wieder zurück ins Hotel wenn meine Organe nach der Narkose wieder voll da wären. Hihi, man wollte mich nicht gehen lassen bis ich… naja, gefurzt hatte XD. Als Zeichen das der Darm wieder wach ist. Okaaayyy… Zur der Zeit war ich sowieso noch viel zu müde um mich bewegen zu wollen und die Bauchkrämpfe waren den typischen post-operativen Schmerzen gewichen. Also schlief ich den Tag über die meiste Zeit.

Immer wenn ich aufwachte erzählte mir meine Mom was in der Zwischenzeit so los war. Angeblich hat das halbe Krankenhaus – Belegschaft, Besucher und Patienten – uns einen Besuch abgestattet, nachdem sich herumgesprochen hatte, das ein österreichisches (damals noch hell-)blondes Mädchen hier liegt. Viele Leute haben auf türkisch beruhigend auf sie eingeredet und ihr auf die Schulter geklopft, auch wenn sie keinen verstehen konnte.

Wenn ich aufs Klo musste, musste ich mir ebenfalls von meiner Mom helfen lassen, die den Fusionsbeutel für mich trug und mich stütze. Es gab 2 Wc’s auf meiner Etage. Eine normale Schüssel und ein Plumsklo. Das Plumsklo packe ich bis heute nicht. Aber das nur nebenbei. Die allgemeinen Zustände fand ich viel schlimmer. Am Boden im Gang waren Lachen von Blut, Infusionen und weis der Teufel noch was. Die Krankenschwestern wechselten höchstens den Beutel, kümmerten sich aber um nichts sonst und hielten wohl auch nicht zu viel von Reinlichkeit.

In meinem Zimmer lag auch eine alte Frau mit gebrochenem Bein. Ihre Familie war die ganze Zeit bei ihr um sie zu füttern, ihr mit der Bettpfanne zu helfen und auch sonst alles zu erledigen was sie alleine nicht konnte. Von den Schwestern war wirklich keine Hilfe zu erwarten. Naja, andere Länder, andere Sitten.

Dann kam die Nacht. Grässlich. Wegen der Hitze stand die ganze Zeit über das Zimmerfenster offen, das zu einer Kreuzung blickte. Es war laut wegen der ganzen Fahrzeuge und stressig weil auch das Licht nie ausgemacht wurde. Ein Glück das ich am nächsten Morgen zurück ins Hotel durfte, obwohl ich den geforderten Beweis, dass meine Verdauung wieder intakt war, noch nicht geliefert hatte.

Von da an wurde der Urlaub sogar wieder etwas besser. Ich blieb am Hotelzimmer und meine Eltern brachten mir das Essen vom Buffet mit. Die Hotelleitung schickte mir ein riiiiesiges Blumenbouqet (Angst vor einer Klage?;), der Hotelarzt sah täglich nach meinem Befinden und die Reinigungskraft gab sich besonders Mühe mein Bett nach dem Neubeziehen möglichst hübsch zu gestalten.

1 Woche nach der Operation bekam ich ein ‚Sprühpflaster‘ auf meine Wunde und durfte wieder in den Pool. Ja, ich war wieder schwimmen. Rutschen und wildes Herumtollen war zwar nicht drin, aber die Hotelanimateure rissen sich förmlich um mich und es wurde doch noch ein schöner Urlaub für mich. Ich hatte es sogar geschafft den Arzt mit viel Zeichensprache und Herumgefuchtel zu überreden mir meinen Blinddarm – eigelegt in ein Fläschchen Spiritus – zu übergeben. So habe ich auch mit 12 das Wort ‚appendix‘ gelernt;)

Und den Blinddarm habe ich heute noch. Jetzt gerade gleich hinter mir am Fensterbrett;)

Das war also meine kleine Geschichte, als ich das erste Mal in diesem Club war. Seit dem weis ich auch das eine Reiseversicherung in den meisten Fällen völlig überflüssig ist – aber trotzdem unverzichtbar. Man weis nie was auf einen zukommt;)

Und jetzt freue ich mich einfach wieder auf genau dieses Hotel und auf die Rutschen, die ich damals nicht in Angriff nehmen konnte. Auf das Meer und alles von der Anlage was ich damals verpasst habe. Und ich bin schon sehr neugierig inwiefern meine Erinnerungen über das Hotel mit der Realität übereinstimmen. Das alles ist jetzt doch schon 12 Jahre her. Auf jeden Fall kann ich es kaum erwarten endlich abzuheben, aber mit meinen Gedanken über das Fliegen selbst nerve ich euch lieber in einem anderen Post;)

Stay tuned!
Van Lure.

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