„A Clockwork Orange“ in den Linzer Landestheater Kammerspielen

bühne

Am Samstag, dem 25.Feb., habe ich mir die Premiere der Landestheaterversion von „A Clockwork Orange“ in den Kammerspielen, also auf der kleinen Bühne, angesehen. Nachdem ich im Gegensatz zu ‚Arsen und Spitzenhäubchen‘ diesmal den Film vorher kannte, wollte ich unbedingt wissen wie die Story umgesetzt, was verändert wurde, wie die Charaktäre rüberkommen…  also auf nach Linz!

Die Stückinfo lt. Landestheater:

[Der fünfzehnjährige Alex stammt aus gutem Haus und liebt Beethovens Neunte Symphonie. Als Anführer einer Gang sucht er gemeinsam mit seinen gleichgesinnten Freunden den absoluten Kick in Gewalt und Drogen. Jeden Abend treffen sich die Jungs und gehen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: Schlägereien, Raub und sogar Mord.
Bei einem dieser nächtlichen Raubzüge wird Alex von der eigenen Gang verraten, auf frischer Tat ertappt und verurteilt ins Staatsgefängnis gebracht. Nach zwei Jahren Haft meldet sich Alex freiwillig als Versuchsperson für eine neue Behandlungsmethode namens Ludovico-Technik. In diesem gewagten Experiment wird er einer Gehirnwäsche unterzogen, die ihm seine Aggressionen austreibt und ihn nur noch Gutes tun lässt, ihn aber gleichzeitig völlig willenlos macht. Ziel der Behandlung ist es, bereits den Gedanken an Gewalt zu bestrafen.
Als perfekter Mensch (oder besser gesagt als willenlose Maschine) wird Alex scheinbar geheilt in die Freiheit entlassen…]

Zum Bühnenbild:

Für die jeweils benötigten Szenen und Bühnenbilder werden die Möbel und Requisiten von den Darstellern selbst nach Bedarf auf die Bühne geschoben oder von oben abgeseilt und kurz aufgebaut. Neben dem normalen Weg auf die Bühne ist es den Darstellern auch möglich über mehrere stufenartig angeordnete Hebeelemente am vorderen Bühnenrand hinauf zusteigen. Zusätzlich werden verschiedene Videoaufnamen u.a. von Szenen des Stückes auf eine große Stoffwand projiziert um die Handlung zu unterstreichen. Von der Ausstattung her wirkt die Aufführung etwas wild zusammengestückelt. Das Hauptaugenmerk liegt daher eher auf den Kostümen und der schauspielerischen Umsetzung der verschiedenen Rollen.

Zur Inszenierung:

Die Rolle von Alex, sein bösartiges Wesen, den gemeinen Humor und vor allem die schräg-blumige Jugendsprache die er pflegt, fand ich verdammt gut von Darsteller Wenzel Brücher rübergebracht. Genauso überzeugend wie seine Droogs George, Pete und Dim. Schräg fand ich die Figur vom ‚Guten Ludwig Van‘ der mit glänzendem Anzug und grauer Steckdosenfrisur ‚die Bretter rockte‘.
Mir fiel u.a auch ‚Der Autor‘ auf, der in der Geschichte nach einem Überfall durch die Droogs im Rollstuhl landet und obwohl er als Schauspieler nicht wirklich gelähmt ist, erstaunlich gut mit dem fahrbaren Untersatz umgehen konnte. Das Bühnenbild ist zwar schon die halbe Miete, aber am wichtigsten sind noch immer die Schauspieler und den Job den sie machen. Ich würde sagen in diesem Falle kann man über die weniger aufwendige Austattung hinwegsehen;)

Fazit:

Im großen und ganzen fand ich das Stück ganz in Ordnung weil es sich um eine freie Interpretation des Filmes handelt. Ich gebe dem Stück also **********8/10 Punkte in meiner Van Lure Wertung weil mich der Aufbau ziemlich an Jekyll & Hyde erinnert. Dennoch möchte ich Theaterfans, für welche die visuelle Gestaltung nicht so wichtig ist, Aufführung wie Stück ans Herz legen!

eure Van Lure.

Alle Artikel

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s