„Arsen und Spitzenhäubchen“ am Landestheater Linz

bühne

Gestern war ich zur Premiere von dem Schauspiel „Arsen und Spitzenhäubchen“ im Großen Haus des Landestheaters Linz um mal wieder etwas Kulturluft zu schnuppern. Dazu muss ich sagen das ich den dazugehörigen Film nicht kannte und mir lediglich die kurze Handlungsbeschreibung auf der Theaterhomepage durchgelesen habe. Durch die Stückinfo neugierig geworden, habe ich mir das Stück trotz einer angegebenen Spieldauer von 2:45h schließlich zu zweit angesehen.

Die Handlung:

Ort des Geschehens ist die alte Villa Brewster in Brooklyn, New York. Die beiden Schwestern Abby und Martha Brewster sind zwei nette ältere Damen, die sich stets freundlich und geradezu hingebungsvoll um ihre Gäste und ihren verrückten Neffen Teddy kümmern, der sich die meiste Zeit für den Presidenten der Vereinigten Staaten hält. Ihre Gastfreundschaft und besonders Marthas Kochkünste sind berühmt.
Auch Teddys Bruder Mortimer, von Beruf Theaterkritiker, und die Pastorstochter Elane haben sich in diesem Haus gefunden und der Pfarrer und die Polizisten schauen ebenfalls gerne immer wieder auf einen Besuch und den einen oder anderen Keks vorbei. Die Idylle wird jedoch gestört, als Mortimer eines Abends, auf der Suche nach einem seiner Skripte, eine True öffnet und darin eine Leiche findet. Völlig aus dem Häuschen konfrontiert er seine beiden Tanten mit diesem Fund, da er zuerst Teddy für den Mörder hält. Noch verwirrender wird die ganze Situation für ihn, als ihm die beiden Damen gestehen dass der Mord auf ihr eigenes Konto geht und es sich bereits um den 12. Gast handelt, den sie von ihrem einsamen, leidvollen Leben erlöst haben. Nach ihrem Ableben werden die alten Herren stets im Keller beerdigt – inklusive Trauerfeier.
Mortimer kann es nicht fassen und sucht nach einer Lösung seine Tanten zu schützen. Als dann auch noch der dritte Neffe und Tunichtgut Jonathan nach mehreren Jahren in Begleitung eines Chirurgen mit zweifelhafter Ethik wieder auftaucht uns selbst eine Leiche im Schlepptau hat überschlagen sich die Ereignisse…

Zum Bühnenbild:

Schon beim ersten Blick auf das Bühnenbild war ich begeistert, da man nie weis was einem am Landestheater erwartet. Das Bild zeigt das Innere der Villa. Im Zentrum befindet sich der Wohnzimmerbereich, umgeben von Fenstern, Treppen und Türen, durch welche die Schauspieler die Bühne betreten und verlassen. Die gesamte Konstruktion ist aufwendig, wirkt massiv und lässt auch ein Turnen der Darsteller am Treppengeländer zu. Um es anders auszudrücken, diese Kulisse wird richtig in das Stück eingebunden, anstatt nur als „bloßer Hintergrund“ zu fungieren.

Zur Inszenierung:

Die Rolle der „Martha“ wurde aufgrund eines Todesfalles von einem männlichen Kollegen übernommen, wobei der Herr trotz seiner Größe und breiteren Figur in seiner Rolle ganze Arbeit geleistet hat und dementsprechend überzeugend rübergekommen ist. „Abby“ hingegen, auch wirklich weiblich, ist von geradezu zierlicher, kleiner Statur, was dem ungleichen Paar ein lustiges Aussehen verleiht. Aber ich will mich nicht nur an diesem Paar aufhängen, denn – wie könnte es denn sonst sein – sämtliche Darsteller haben wiedereinmal Spitzenarbeit geleistet. Ob eine kleine Tanzeinlage, eine komische Balgerei, ein geträllertes Liedchen, verrückte Aktionen oder schräge Dialoge – die Akteure gehen in ihren Rollen auf und werfen sich mit vollem Körpereinsatz ins Geschehen!

Fazit:

Wer bei diesem Stück nicht lachen muss hat wirklich keinen Humor! Ich konnte mich stellenweise kaum noch halten bei dem Stück und so ging es wohl auch „dem Chirurgen“ auf der Bühne als ein kleiner Patzer mit dem nächsten Einsatz passierte. Aber alles halb so tragisch, denn das Lachen steckte schließlich auch das Puplikum an und sorgte für zusätzliche Unterhaltung. Ich gebe dem Stück volle**********10/10 Punkte in meiner Van Lure Wertung und kann es jedem Theaterliebhaber und solchen die es noch werden wollen weiterempfehlen! Das Landestheater hat sich mal wieder selbst übertroffen und macht Lust auf ein baldiges Wiedersehen;)

Wer nun Lust auf „Arsen und Spitzenhäubchen“ bekommen hat findet hier die Termine für die nächsten Aufführungen.

eure Van Lure.

Alle Artikel

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s