Meine Gedanken dazu das Bushido mit dem Bambi ausgezeichnet wurde…

Unabhängig davon ob mir jetzt die Musik gefällt oder nicht finde ich es  eine Unverschämtheit und einen Schlag in das Gesicht vieler Betroffener den Rapper mit einem Preis für „gelungene Integration“ auszuzeichnen.

Grundton der Aufregung sind natürlich die homophoben, gewalttätigen und fraunfeindlichen Texte. Da fragt man sich doch wie das Hause Burda auf die Idee gekommen ist diesen Mann einen Preis zu verleihen. Ich finde auch es spielt – so hart das klingen mag – dabei keine Rolle ob Bushido jetzt angeblich „zahm“ ist, denn die Alben mit dem beleidigenden Gedankenmüll dieses Menschen werden weiterhin verkauft und prägen damit die Fans. Ein Mann der mit menschenverachtenden Texten Karriere gemacht hat. Cool – denkt die Jugend.

„Ist doch nur Spaß.“

„Die Texte sind nicht ernst gemeint.“

„Herbst ist privat auch kein Stromberg“

Wärend ein Schauspieler sich an ein vorgegebenes Skript hält, hat ein Musiker freie Hand bei seinen Texten. Bushido hat auf seinen Platten garantiert nicht gegen Homosexuelle/Frauen gehetzt, weil ihm das ein Manager so empfohlen hat, sondern seine eigenen menschenverachtenden Ansichten einfließen lassen. Und diese Ansichten sollen sich plötzlich geändert haben, was auch eine Auszeichnung möglich macht?

Das wäre dann doch etwas zu blauäugig.  Denn auch wenn sich Bushido jetzt tadellos verhält, so wage ich zu behaupten das sich ehrliche Meinungen nicht einfach ändern nur weil sich die Leute daran stören. Man lernt eher es nicht so offen zu zeigen oder die Klappe zu halten. Jede Laborratte lernt irgendwann aus ihren Fehlschlägen, aber trotzdem bleibt es eine Ratte.

Peter Plate von Rosenstolz hat mit seiner kleinen Rede wirklich Mut bewiesen. Denn wie viel „Ehre“ kann ein Bambi schon mit sich bringen, wenn praktisch „jeder“ einen bekommen kann, egal was er in seiner Vergangenheit gesagt und getan hat?

Klar, Integration, Homosexuelle und Frauenrechte sind 3 verschiedene Themen, aber soll das etwa bedeuten das ich solange ich mich nur in einer Kategorie engagiere, ansonsten jedem auf den Schlips treten darf nur weil mir danach ist? Oder sind Schwule und Frauenrechte einfach nicht so bedeutend wie Integration?

Und wer hat jetzt überhaupt genau beschlossen den Preis an den Kerl zu verleihen? Hat man sich die gefragt: „So, für was könnten wir Bushido einen Bambi verleihen? Engagement für die Rechte Schwuler… ach nee, geht ja nicht. Aber wir könnten ihm einen für (zum 50.mal in diesem Artikel) Inegration geben! Ja – dat mach ma!“

Die Empörung in Blogs, Nachrichtenportalen und TV zeigt doch offen das viele Menschen mit dieser Ehrung nicht einverstanden sind. Was bringt der Preis im Endeffekt? Eine dicke, fette Lüge. Ende.

EDIT: Hier ein Blogartikel mit einem Auszug aus Bushidos bewegender Lyrik auf Hauptschülerniveau. Den Kerl kann man doch nur für seine Leistungen belohnen, oder?

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2 Kommentare zu “Meine Gedanken dazu das Bushido mit dem Bambi ausgezeichnet wurde…”

  1. Ich finde eben falls, dass die Preisvergabe nicht zu rechtfertigen ist. Denn die Frage ist doch auch, in welchem Maße sich Bushido für Integration überhaupt eingesetzt hat. Er spricht mit seinen Texten und seiner Persönlichkeit vielleicht Leute an, die das Thema Integration betrifft, aber inwiefern trägt diese Identifikation zu einer besseren Integration bei? Dass Bushido die deutsche Sprache beherrscht und sich bei einigen Anlässen einigermaßen den gesellschaftlichen Normen anpassen kann, kann für mich kein ausschlaggebendes Argument sein.
    Und anhand seiner Dankesrede komme ich zu dem Schluss, dass er sich eventuell genau diese Frage auch selbst gestellt hat.
    Ansonsten: Ich mag deinen Blog und besonders das „zynische Alltagsgewäsch“ :)

  2. hallo! freut mich das dir mein altagsgewäsch gefällt;)
    bushido spricht übrigens so perfekt deutsch weil er eine deutsche mutter hat;) der tunesische (?) vater hat die mutter früh verlassen, deswegen kann man mit recht behaupten er ist ein deutscher. aber da er auch ein halber tunesier (?) ist, kann man das natürlich super mit dem integrationsthema aufpuschen;)
    in meinen augen hat er für diese auszeichnung nicht wirklich was getan, es würde mich nicht wundern – wie du schon gesagt hast – wenn er selbst diese ansicht teilen würde.
    das ehrenvollste was er nun tun könnte ist den preis zurückzugeben/abzulehnen. er kann zwar selbst jetzt nichts dafür ihn verliehen bekommen zu haben und wurde damit ins medienvisir gedrängt, aber er könnte damit das hauptaugenmerk wieder etwas von sich weg lenken.

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