Kein Platz für Idioten


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Kein Platz für Idioten

Felix Mitterer

Drama
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Kein Platz für Idioten wurde 1977 von Felix Mitterer als Theaterstück geschrieben um auf die sozialen Probleme und Diskriminierung behinderter Menschen zur damaligen Zeit hinzuweisen. Anstoß dafür war ein Vorfall aus dem Jahr 1974, als eine Mutter mit ihrem behinderten Kind aus einem Gasthaus in einem Tiroler Fremdenverkehrsort gewiesen wurde, da der Wirt befürchtete sein Geschäft würde unter der Anwesenheit des Kindes leiden… Heute wäre so ein Benehmen kaum noch vorstellbar…

Das Buch:

Das Stück spielt in den späten 70ern in einem kleinen Tiroler Dorf. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der geistig behinderte „Teenager“ Sebastian Möllinger, der unter seinen Mitmenschen genauso leidet, wie unter seinen gelegentlichen, heftigen Krampfanfällen.
Seine eigene Familie hasst ihn auf Grund seiner Behinderung. Er ist für sie nur ein Nichtsnutz, ein Depp und wird darum auch aus der Dorfgemeinschaft ausgegrenzt.
Schließlich nimmt der alte „Plattl-Hans“, der auf dem Hof der
Möllinger-Bauern arbeitet, den Jungen zu sich um ihn aus seinem Elend zu befreien. Er kümmert sich um ihn, bringt ihm lesen und schreiben bei und lernt ihm auf der Flöte zu spielen. Doch trotz der liebevollen Fürsorge und Geduld des Alten, hat es das ungleiche Gespann auch weiter nicht unbedingt leicht in der Gesellschaft:
Als er eines Abends mit seinem Schützling im Dorfgasthaus isst, regt sich einer der anderen Gäste über die beiden auf.
Trotz der Beschwichtigungsversuche seiner beiden Freunde, hört er auch dann nicht auf zu sticheln als der Bürgermeister und Gasthausbesitzer die Räumlichkeiten betritt und behauptet vor diesem die Anwesenheit der beiden würde dem örtlichen Fremdenverkehr schaden und Gäste verjagen. Daraufhin bittet der besorgte Wirt die beiden in Zukunft nicht mehr in sein Wirtshaus zu kommen, da er sich bald mehr Kundschaft durch eine neue Liftanlage erhofft…

 Ein paar Monate später feiern der Alte und Sebastian gerade den 17. Geburtstag des Jungen. Aus dem Radio tönt ein Lied für ihn, das sich der „Plattl-Hans“ zu diesem Anlass gewünscht hat, als einer der Männer aus dem Gasthaus hereinkommt und erzählt Sebastian habe versucht ein Mädchen aus dem Dorf zu vergewaltigen. Damit das nicht noch einmal vorkommt, wolle man ihn mit Einverständnis der Eltern in eine Irrenanstalt bringen.
Schnell wird jedoch klar das er das Mädchen nur beim Baden beobachtet hatte und ihr zeigen wollte das er zwischen den Beinen anders aussieht als sie, doch da betritt bereits der Gendarm die Stube um den Buben abzuholen. Der „Plattl-Hans“ macht sich derweil Vorwürfe, da er auf den Jungen aufpassen und ihn hätte rechtzeitig aufklären sollen. Jetzt, wo niemand an die wahre Version des Vorfalls glauben will, hat er keine Wahl als ihn von den Leuten mitnehmen zu lassen.
Als sich Sebastian gegen den Gendarm wehrt, ruft dieser noch zwei Wärter zu Hilfe und löst so bei dem Buben einen seiner mittlerweile recht selten gewordenen Krampfanfälle aus. Schließlich führen sie ihn zu dritt ab…

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Hintergrund:

Mit der fiktiven Geschichte eines behinderten, missverstandenen Jungen, für den es augenscheinlich keinen Platz in der Welt gibt, will der Autor darauf hinweisen dass es unter uns immer Menschen gibt und geben wird, die besondere Hilfe benötigen. Auch thematisiert das Stück die Frage ob manche Menschen weniger wert sind als andere, denn oft wird ein Mensch nur für vollwertig gehalten, wenn er auch einer sinnvollen Aufgabe nachgehen kann. Die Story soll vor allem schockieren und zum Nachdenken anregen denn eines der darin angeschnittenen Hauptthemen dreht sich um die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Behindertem und ihrer Betrachtung als vollwertige Mitmenschen…

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Van Lure:

Ich kann an diesem Thema Interessierten das Buch wirklich nur weiter empfehlen! Ich habe es selbst zwar nur aus Langeweile zu lesen begonnen, finde es, eines Besseren belehrt, nun aber sehr lesenswert und ist mehr als nur ein literarischer Lückenfüller, den man schnell wieder vergisst!

Van Lure.

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