Immer diese Katholiken

whats new pussycat
In London ziehen Randalierer plündernd und brandschatzend durch alle Stadtteile, in Seewalchen, Österreich, wird eine arabische Telenovela gedreht und in Deutschland schreien Priestertumsträger auf weil ihre Personalakten im Zuge einer Studie über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche überprüft werden sollen…

Hallo Allerseits!

Und, ja, natürlich muss ich mich ausgerechnet an dem Thema aufhängen:

Bei so manchem Thema in den Nachrichten bleibt mir mein Abendessen doch glatt im Halse stecken. Damit meine ich vor Allem die bevorstehende Überprüfung der empörten Kuttenträger. Denn diese fürchten eine massive Verletzung ihrer heiligen Privatsphäre durch Dritte, man begrüße zwar das Anliegen Missbrauchsfälle aufzudecken und zukünftige zu verhindern zu wollen, jedoch verstoße das Vorhaben gegen „die kirchliche Datenschutzverordnung“.

Das etwa 500 Mitglieder umfassende „Netzwerk katholischer Priester“ forderte die deutsche Bischofskonferenz, die bereis am 20.Juni den Beschluss zur Studie fasste, dazu auf, von dem betreffenden „Projekt Abstand zu nehmen“. Durchsucht sollen die Akten aller 27 Bistümer im Zeitraum von 2000-2010, bzw. in 9 davon beginnend bei 1945, werden. Dabei betonte die Bischofskonferenz und das mit der Studie beauftragte Kiminologische Forschungsinstitut Niedersachsen erst letzten Freitag die Gewährleistung des Datenschutzes. Die Sichtung der Daten solle durch Kirchenmitarbeiter unter der Aufsicht eines KFN-Teams erfolgen. Dieses Team soll wiederrum aus pensionierten Richtern und Staatsanwälten bestehen. Ausschließich im Falle eines Hinweises auf Missbrauch erfolge vor Ort eine Auswertung der verdächtigen Akte. Geplant sei auch den noch erreichbaren Missbrauchsopfern einen Fragebogen auszuhändigen…

Und nun zu meinem Senf!

Nachdem die immer häufigeren, kirchlichen Missbrauchsfälle bereits für genug Furore gesorgt haben um z.b. auch in dem netten Briefchen das man bekommt, wenn man austritt, eine Stellungnahme abzugeben – ja, ich hab so eines „Sollten Sie sich auf Grund der Missbrauchsfälle entschlossen haben auszutreten…“ oder so in der Art wagt es das „Netzwerk katholischer Priester“ auch noch sich gegen präventive Maßnahmen zur zukünftigen Verhinderung von Verbrechen an Kinderzu stellen? – Wow, ich glaube das war der längste Satz meines Lebens – Aber ehrlich jetzt, wirkt das nicht ein wenig verdächtig?

Immerhin erleidet kein Mensch einen körperlichen Schaden, wenn seine Akten überprüft werden, ein Kind bekommt in dem Fall sehr wohl körperliche als auch psychische Schmerzen ab. Lässt sich durch die Überprüfung auch nur eines dieser pädophilen Schweine schnappen, ist das meiner Meinung nach auf jeden Fall die Verletzung der Privatsphäre jedes einzelnen Priesters wert!

Immerhin wäre diese Überprüfung auch der ideale Weg sich in den deutschen Medien reinzuwaschen und verlorene Glaubwürdigkeit zurück zugewinnen. Wer nichts zu verbergen hat, braucht schließlich auch nichts zu fürchten!

Guido Rodheudts (Sprecher und Pfarrer in Herzogenrath bei Aachen) Verweis dass auch im normalen Arbeitsrecht Dritte keinen Anspruch auf Herausgabe der Personalakten haben, finde ich mehr als schwach. Es hat im gesamten deutschsprachigen Raum (und Europa) noch nie einen Aufklärungsbedarf dieser Größenordnung und Dringlichkeit in Bezug auf Missbrauch gegeben und die katholische Kirche kann es sich nicht mehr leisten den Fragestellern die Tür vor der Nase zu zuschlagen.

Amen


Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s