Fingerzeig: Northern Lights Festival

Ist es denn wahr?

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Am 26.06-27.06.09 soll auf Schloss Waldenfels in Reichenthal, Oberösterreich, nähe Freistadt das Northern Lights Festival statt finden.

Kaum zu glauben.

Nach Deutschland, Slovenien,  und in die Schweiz – überall fährt der begeisterte Metalfan hin um das einzigartige Festival-Feeling zu erleben. Das Gefühl mit einem Haufen Gleichgesinnter, –  humorvollen, lustigen und abgedrehten Leuten vor der Bühne zu stehen, während von vorne live die Musik zu den Zuschauern/ und -hörern dringt, die ansonsten nur von der CD zu genießen sind. Oder um den Zeltplatz zu genießen, das spontane Kennenlernen neuer Leute, das knüpfen von Freundschaften, oder das überraschte Wiedersehen mit Freunden, von denen man nicht gedacht hätte ihnen hier zu begegnen…

Und nun soll in Österreich – in Oberösterreich – ein Pagan Festival statt finden. Oberösterreich, musikalisch so arm und engstirnig was Konzerte angeht, das Northern Lights wie eben das Nordlicht als Hoffnungsschimmer knappe 1000 Besucher dem Ende des Monats Juni entgegen blicken lässt…

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Aber was soll die Kacke jetzt!?

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2008 musste das Festival bereits mitten in den Vorbereitungen abgesagt werden, da sich die Einwohner aufgeregt haben. Die Veranstalter hatten sich den Arsch schon bis zum Anschlag aufgerissen als alles wieder abgeblasen werden musste…

Und dieses Jahr findet (hoffentlich nicht) das gleiche Trauerspiel statt. Anonyme Mails machen auf die „Rufschädigung“ aufmerksam, die die Gemeinde davontragen wird…

Grund dafür ist der Auftritt der Band Nagaroth und natürlich das allgemeine Klischee das jeder, der Metal hört/schwarz Trägt/Met liebt/Stahlkappen trägt/whateveryouwant/ und warscheinlich auch noch Atheist ist – ein Satanist oder Nazi sein  muss! Ja es ist paradox.

Metal hat nichts mit Rassismus zu tun. Auch nicht Pagan.

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No Politics In Metal!

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Dieser Leitsatz – auch schön deutlich auf der Festival Page zu lesen – wird von den „so gut informierten“ Menschen, denen die Veranstaltung gegen den Strich geht, elegant übersehen. Teilzeitanalphabetismus ist weiter verbreitet als die normale Version. Er erlaubt unpassende Informationen zu überlesen.

Knapp einen Monat vor dem Festival, nachdem der Kartenverkauf bereits auf vollen Touren war und bereits Gelder für die Organisation geflossen sind werden erst die Rufe feiger, anonymer Haderlumpen laut. Was der Bauer nicht kennt – das fürchtet er. Und da wir uns im bauern-überschwemmtem Mühlviertel befinden ist es kein Wunder.

Dabei bin ich geneigt den Spieß umzudrehen und zu sagen das nicht wir die Rassisten sind, sondern jene, die alle Hebel in Bewegung setzen um das Festival zu verhindern. Denn unter was fällt es sonst, eine Gruppe von Menschen wegen ihres Aussehens, Musikgeschmacks, Lebenseinstellung oder politischer Gesinnung – die in diesem Falle alles andere als „rechts“ zu bezeichnen ist – zu diskriminieren?

Wer gibt solchen Menschen das Recht den Metal in eine Schublade mit Nazis und Satanismus zu stecken? Nicht ein Festival führt die Rufschädigung herbei, – aber uns zuerst schlecht machen, als alles mögliche zu bezeichnen ist für mich Rufmord. Man wird ohnehin seit jeher dumm angeglozt wenn man auf der Straße im Metallertypischen Outfit unterwgs ist. Und diese „vorbeugenden“ Buh-Rufe von Menschen, die sich nicht mit uns identifizieren können drücken alle Menschen, die gerne Metal hören einen nicht mehr abwaschbaren Stempel auf, mit dem sie sich widerrim selbst nicht identifizieren können.

Ein Trauerspiel.

Erlaubt man doch anderen Subkulturen, wie dem Pop und HipHop auch ihre Existenz. Mit freizügiger Kleidung, stripperartigen Choreographien oder einem kompletten Schimpfwörterbuch in den Lyrics…

Es ist kein Geheimniss das in Österreich die Metalszene eher klein ist. Und deswegen wird es immer mehr Gegner geben als Fürsprecher.

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Zum Abschluss noch eine kleine Anregung bezügliche der gefürchteten Rufschädigung für die Gemeinde:

Das Wacken Open-Air, Deutschland, ist so rege besucht, das im Voraus dazu aufgerufen wird, selbst Lebensmittel mit zu bringen, da die Stadt nicht genügend für alle bereithalten kann.  Ortsschilder werden von vornherein zum Verkauf angeboten, damit sich die Besucher ihre Trophäe legal anstatt vom Straßenrand holen können.

Am Metalcamp in Slovenien geht der Großteil der Besucher 2-3 mal in die anliegende Stadt um einzukaufen, zu essen und sich Zigaretten zu besorgen. Sogar ein Freizeitangebot von Rafting bis Paragleiten wird angeboten…


Wo also ein Festival ist, ist nicht nur Profit für die Bands und Veranstalter herauszu schalgen. Und knappe 1000 Menschen (was für ein Festival wenig ist), vertilgen Unmengen an Bier, anderen Alkohol und närtürlich müssen sie auch essen.

Es kann also niemand behaupten das das Festival der Gemeinde kein Geschäft bringt.

(Und zu Nagaroth: Nur wegen dieser Band werden sich sicherlich nicht unzählige Rechtsradikale in das Festival einschleichen. Es ist keine rechte Veranstaltung und sogar die Nazis müssten wissen das sich zwischen Metallern nichts zu suchen haben. Und ganz nebenbei, wer legt fest wo die Linie zwischen in Ordnung und inakzeptabel liegt? Schließlich dürfen „Eisregen“ in Österreich auch Lieder ihrer injizierten Alben spielen, was ihnen in Deutschland verboten ist.

Der Rundschauartikel: Danke, Herr Wolfgang Reisinger, für ihre „guten ArtikelRecherchen“. Zuerst kopieren Sie aus Wikipedia und können anschließend nicht mal auf der Festival Homepage das richtige Datum des Festivals abtippen. So viel zur Rundschau am Sonntag.)

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Ich möchte meinen Post mit einem Apell an alle zukünftigen Besucher des Northern Lights  Festivals  – und an alle die  helfen wollen – schließen. Bringt die Waagschale wieder nach oben und schreibt um des Festivals Willen eure Meinungen an die Gemeinde. Macht ihnen den Metal schmackhaft!

Danke, von einer 21-jährigen Metallerin, 7-jähriger Metalfan,

Van Lure.

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Ein Gedanke zu „Fingerzeig: Northern Lights Festival“

  1. Also Kleine, ich find Deine Tippfehler genial. Ein J anstatt ein D und schon hast wieder einen Google-Hit mehr, falls jemand sowas wie „Heroin injizieren“ sucht. :-D

    Aber zum Thema: Also so ohne sind die politischen Einstellungen innerhalb der Metalszene nicht! Ich als Linker bin da bei Gott in der Minderheit!
    Was ich allerdings nicht ganz verstehe: Warum regen sich die Mühlviertler Bauern so über Rechte auf? Wieso sollte denn die ÖVP-Kernwählerschaft denn ein Problem mit der FPÖ/BZÖ-Kernwählerschaft haben? Im Nationalrat hats doch gut funktioniert! Und dort habens zusammen eh die Mehrheit! Seit 1986. Traurig aber wahr.

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