„Feuchtgebiete“ [Buch]

Ich habe immer wieder von dem Buch „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche, der ehemaligen Viva-Moderaorin gehört. In Zeitschriften, von Freunden… und schließlich hat die Neugier gesiegt und ich habe es mir letztendlich gekauft. Was mich so ungefähr erwarten sollte wusste ich bereits und so habe ich mich schließlich voller Leseeifer auf dieses vielgelobte Werk gestürzt.

Ich kann nur sagen es war für mich eine absolute Enttäuschung. Die Autorin lässt ihre Hauptfigur aus der Ich-Perspektive in absichtlich bauernhafter Aussprache und übertrieben abgehakten Sätzen über ihr ebenso absichtlich unhygienisches Leben erzählen während sie sich nach einer OP am Rektum im Krankenhaus auf dem Zimmer langweilt.

An sich noch nicht wirklich der Grund warum ich dieses Buch als Niveaulos empfinde.

Eher die Tatsache das darin Wortkreationen wie „Arschschwitzkacke“ und Co überwiegen. Man findet kaum eine Seite im Buch auf der man nicht mindestens 3 mal das Wort Muschi oder Arsch oder Poloch findet.

Stimulierend? Eher nicht. Denn es handelt sich hier nicht um ein herkömmliches Werk der Erotikliteratur, sondern um die fiktive Geschichte einer gerade 18-Jährigen und ihre Fäkalien. Ein neues Frauenbild? Wohl eher nicht. Der Schuss ging nach hinten los.

Die eigentliche Handlung des Buches verreckt am Mangel von Ereignissen und versucht alleine von Erzählungen zu leben.

Der Hauptcharakter selbst interessiert sich nur für Ficken und – so eigenartig kreativ es auch klingen mag – Avocadobäume-Züchten. Aber auch das tut dem hartnäckigem Thema des Buches keinen Abbruch, da auch die Kerne ab und an mal ihren Weg in die Vagina des Mädchens – pardon, junge Frau – finden.

Weiter wird auch von ihren anderen Vorlieben berichtet, wie Analsex – mit oder ohne Scheiße, der Herr? – , Darmspühlungen, den alten Menstruationsblutflecken die sich in jeder Unterhose finden , dem Essen von Mittessern, Popeln und auch allem was der Körper sonst noch hergibt, Tampons aus Klopapier, schwarzen Nutten, Drogen, dem Schminken der eigenen Vagina und Rosette mit herkömmlichem Schminkzeug, Oralsex während der Periode, dem verbreiten der eigenen Bakterien, und und und… Die Liste ist endlos und leider nur halb so interessant wie es sich vielleicht anhört.

Man bekommt auch etwas von der Kindheit Helens mit. Einen Versuch der Mutter sich und den kleinen Bruder zu ermorden, die Scheidung der Eltern, deren Grund sie nicht kennt und der starke Wunsch die beiden wieder zu vereinen.

In einem Feedback las ich etwas von einer „verletzlichen Heldin“. Von der verletzlichen Heldin habe ich jedoch trotz dieser Kindheitsgeschichten nicht die geringste Spur gefunden. Was ich eher fand war die Geschichte einer Figur die alles wollte, nichts wirklich dafür tat und sich selbstsüchtig darüber aufregte das sie auch nichts bekam.

Das Ende ist unlogisch und albern. Während dem Aufenthalt des Krankenhauses freundet sie sich wage mit dem Pfleger Robin an. Als sie entlassen wird gesteht sie ihm, das sie schon längst wieder gesund war, sich nur weiter krank gestellt hatte in der Hoffnung ihre Eltern im Krankenhaus wieder zusammen zu bringen, nicht mehr nach Hause wolle und gerne bei ihm wohnen würde. Er ist einverstanden und während sie das Krankenhaus gemeinsam verlassen beginnen bereits die ersten Verhandlungen über den Sex den beide nach ihrer vollkommenen Genesung haben würden. Ende.

Also im Grunde gar kein Ende und der einzige Grund dieses Buch zu lesen, ist wenn überhaupt irgendwas der immense Ekelfaktor.

Ich kann Interessierten nur eher davon abraten sich das Buch zu kaufen, sondern eher auszuleihen, denn es ist die Art Bücher, die man ein einiges Mal ließt und dann frustriert auf nimmer wiedersehen im Regal verschwinden lässt.

Schockierend? Ja, man könnte sagen, das treffe auf das Werk zu. Leider basiert diese oft falsch als Kompliment verstandene Bezeichnung eher auf dem schamlosen, sprachlichen Ausdruck der Autorin der mich an meine Hauptschulzeit erinnert.

Feuchtgebiete ist ein für mich persönlich ein Reinfall gewesen und das einzige was ich davon habe – oder eben nicht mehr habe – ist das Geld das ich dafür bezahlt habe. Deshalb werde ich mich hier auch einer Bewertung in Punkten enthalten, da ich meine Meinung zu der Geschichte bereits genügend kund getan habe.

Einen schönen Abend noch!

Van Lure.

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6 Kommentare zu “„Feuchtgebiete“ [Buch]”

  1. ich finds auch ekelig und einfach das papier nicht wert auf dem es gedruckt ist. es ist kein stil dahinter meiner meinung nach

  2. Roche gefällt mir als Mensch sehr gut, sie äußert sehr offen, was sie denkt. Und war in der kurzen Zeit als Moderatorin bei 3nach9 unglaublich feinfühlig im Interview mit dem leider verstorbenen Schlingensiief. Ihre wiederkehrenden Buchschreibungen von Feuchtgebiete haben mich aber allerdings abgeschreckt, offenbar zu recht ;)

  3. Ich denke über die Person bzw. ihre Persönlichkeit lässt sich gut streiten, da ich mich nicht mit ihrer Sendung befasst habe, aber es sitmmt das ein großteil der Meinungen ihr Buch betreffend recht negativ ausgefallen ist. Entschuldige meine Ausdrucksweise, aber für mich ist dieses Werk nur Müll und gerade wenn – wie du sagst – sie doch ein recht einfühlsamer und netter Mensch sein soll, vergrößert das nur die Enttäuschung über Feuchtgebiete.

  4. Also wenn in diesem Buch ein reales „Frauenbild“ dargestellt wird, weiß ich, warum die Toiletten in der Uni immer so aussehen, wie sie aussehen. Mein Urteil als Germanistin über dieses so hoch gelobte Werk in deutscher Sprache (leider -.-): ekelhaft, abstoßend und irgendwie nicht von dieser Welt o.O

    1. Dieser Müll soll ja jetzt auch noch (von ZDF) verfilmt werden.
      Jedenfalls will Roche, was ich gehört habe, weder eine Rolle im Film übernehmen (verständlich) noch sich irgendwie an der Umsetzung beteiligen mit dem Vorwand das sie den Filmemachern nicht ins Handwerk pfuschen will àla „ich bin Autorin, ich kenn mich mit Film nicht aus“.
      Unterm Strich sagt das allerdings für mich eher aus: Ich hab eine Buch geschrieben *schulterklopf* die wollen das verfilmen, mit scheißegal wies umgesetzt wird, ich bekomm nochmal Kohle dafür.“

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