06/31 ~ Donatien Alphonse François de Sade

 

~ 6. März 1801 ~

Donatien Alphonse François de Sade
aka. Marquis de Sade

Der Marquis de Sade, geborenam 2. Juni 1740 in Paris und gestorben am 2. Dezember 1814, war ein französischer Adeliger und ist heute vor allem noch als der Autor einer Reihe pornografischer und philosophischer Bücher bekannt, in denen er etwa Sexualphantasien und Praktiken, bei denen auch das Zufügen von Schmerzen eine Rolle spielt, beschrieb. Durch ihn wurde auch der Begriff „Sadismus“ geprägt, wobei sich seine Schilderungen nicht alleine auf den Lustgewinn durch die Schmerzen Anderer beziehen.

Er hatte ständig mit der Zensur zu kämpfen und viele seiner Werke landeten im Londoner Verzeichnis verbotener Bücher oder wurden von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert, was später aufgehoben wurde.

Seitens seiner Mutter war er weitläufig auch mit der königlichen Familie verwandt. Er absolvierte eine Offiziersschule für junge Adelige und wurde mit 15 Jahren Offiziersanwärter. Ein Jahr später nahm er am Siebenjährigen Krieg* teil und wurde befördert.

1764 wurde ihm das Amt des königlichen Generalleutnants der Provinzen Bresse, Bugey, Valromey und Pays de Gex durch das Erbe seines Vaters übertragen. Durch die Heirat mit Renée Pélagie de Montreuil, die aus einer sehr vermögenden Adelsfamilie stammte, und dem dadruch gewonnenen Reichtum konnte er es sich leisten ein skandalöses Leben zu führen, das auch die Grenzen des Guten Geschmacks längst übertrat. Dies schloss auch wiederholten Missbrauch von Prostituierten und Hausangestellten beider Geschlechter mit ein. Angeblich erfolgte dies auch später gemeinsam mit seiner Frau.

Es traten mehrere Fälle auf, in denen sich Frauen darüber beklagten sie seinen von de Sade ausgepeitscht oder zu Gruppensex oder Sodomie gezwungen worden sein.

Nachdem er bereits verhaftet wurde, jedoch nach Fallenlassen der Anklage wieder freigelassen wurde, wurde er schließlich 1772 wegen eines weiteren Delikts während seiner Abwesenheit zu Tode verurteilt. Daraufhin floh de Sade nach Italien. Dort verfasste er diverse Berichte über seine Reise nach Italien und Rom, Florenz und Nepal.

Seine Schwiegermutter erwirkte einen königlichen Haftbefehl gegen ihn, woraufhin er 1777 nach seiner Rückkehr nach Paris verhaftet und in der Festung Vincennes eingeperrt wurde. 1778 jedoch wurde das damals verhängte Todesurteil wieder aufgehoben. Nach einem Fluchtversuch 6 Jahre später wurde er Pariser Stadtfestung Bastille verlegt, in der er weitere fast 6 Jahre inhaftiert war. Während seiner Zeit im Gefängnis reifte er auch selbst zum Autor heran, da er sich jedes beliebige Buch bringen lassen und lesen konnte.

Am 1785 schrieb er an einem seiner bekanntesten Werke, „120 von Sodom“ (Les cent-vingt jours de Sodome). Aufgrund der darin enthaltenen moralischen und religiösen Anstößigkeiten schrieb er jedoch eher heimlich und in winziger Schrift um den Papierverbrauch möglichst gering zu halten und kein Aufsehen zu erregen.

Nach dem Sturm auf die Bastille im Revolutionsjahr 1789, bei dem er wenig Tage zuvor der demonstrierenden Menge „Sie töten die Gefangenen hier drin“ zurief und damit den Mob anstachelte, wurde er umgehend in die Irrenanstalt von Charenton-le-Pont überstellt. Sein Werk 120 Tage von Sodom verblieb vorerst wohl versteckt in seinem alten Gefängniss zurück und galt lange Zeit als verschollen.

Da man ihn nun außerdem für irre erklärt hatte, konnte auch seine Frau schließlich die Scheidung einreichen.

1790 geriet der Marquis de Sade wieder auf freien Fuß und schloss sich den radikalen Jakobinern an und übernahm vorübergehend ein Richteramt und rettete so seine Schwiegereltern vor einer Hinrichtung indem er sie auf seine „Läuterungsliste“ setzte.

Später geriet er jedoch ins politische Abseits, wurde erneut angeklagt – diesmal unter dem Vorwand sich einst bei der königlichen Garde beworben zu haben – und wurde nach mehr als einem Jahr Haft erneut zum Tode verurteilt. Diesmal rettete ihn am 28. Juli 1794 der Schutz von Maximilien Marie Isidore de Robespierre, einem französischen Politiker. Drei Monate später wurde er aus der Haft entlassen.

Am 6. März 1801 wurde er erneut ohne Gerichtsverhandlung festgenommen. Der Grund waren eine anonyme Veröffentlichung namens „Justine oder vom Missgeschick der Tugend“ (Justine ou les Malheurs de la vertu). Zwei Jahre später – erneut für geisteskrank erklärt – wurde er zum zweiten Mal in die Anstalt von Charenton eingeliefert. Auch hier ließ man ihm wieder die Freiheit zu schreiben und er verfasste die Werke La Marquise de Gange, Adélaïde de Brunswick, princesse de Saxe und Histoire secrète d’Isabelle de Bavière, die erst nach seinem Tode erschienen. Weiters führte er mit anderen Anstaltsinsassen mehere Theaterstücke auf.

Schließlich verstarb er am 2. Dezember 1814 im Alter von stolzen 74 Jahren in der Anstalt.

*1756 – 1763, Preußen und Großbritannien gegen Österreich, Russland und Frankreich. Der Grund war die Herrschaft in Nordamerika und Indien.

So, ich hoffe heute war der Bericht lang genug für euch, sodass es sich überhaupt lohnt einen Blick auf meinen Blog zu werfen;)
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SVdL

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