Worte serviert: Süß-Sauer

Der heutige Post soll von Menschen handeln, die nicht zwischen „Zucker und Salz“ unterscheiden können. Beides sieht für jeden vollkommen gleich aus – nur trauriger Weise schmecken viele auch keinen Unterschied – zumindest in Verwendung als Metapher in Bezug auf Worte. Manche Menschen sind dermaßen von Selbsthass zerfressen, das sie nach einer Zeit zuwanghaft nach Zielscheiben in ihrem Umfeld suchen müssen um nicht selbst an sich zu zerbrechen.

Wenn jeder Kommentar sofort im Kopf in negative Kritik oder gar in Angriffe umgewandelt wird, ist die erste Reaktion eine der natürlichsten Instinkte: Verteidigung. Und da gerade der Angriff die beste Verteidigung ist reagiert man oft heftiger als es die Situation erfordert (bzw. verträgt). So entwickeln sich Kleinkriege in Klassen, Feindseligkeiten im Beruf, Unruhen im Freundeskreis und auch Probleme in Beziehungen.

Der Selbsthass ist eine starke Form der eigenen Ablehnung und Verachtung sich selbst gegenüber. In ihren Augen ist ihr Hass – auf egal was – gerechtfertigt. Einerseits wird oft die Schuld an Versagen/Situationen/Geschehnissen stets auf andere Leute abgewälzt um zu versuchen sich selbst etwas rein zuwaschen, – andererseits existiert die Selbstzuweisung der Schuld weiterhin im Kopf. Man redet sich ein schlechtes Gewissen ein und sucht sich selbst dafür zu bestrafen (SVV) oder geht stur gegen Mitmenschen vor die angeblich Mitschuld tragen. Durch ausgeprägtes, ablehnendes Verhalten denen gegenüber stößt man meist auf das sich aus der Logik ergebendes Unverständnis. Denn in der heutigen Welt ist vieles Unfair und der hübsche Satz „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ wird mit spezieller Vorliebe in seiner umkehrten Aussage vertreten. (sinngemäß: „Aug‘ um Aug‘, Zahn um Zahn“)

Erkennt man im Nachhinein wie „Ursache und Wirkung“ (bzw. Aktion und Reaktion) miteinander funktionieren befindet man sich längst ein einer Teufelsspirale nach unten. Hier macht oft der Stolz wieder einen Strich durch die „Rettung“. Ja die Rettung. Reuiges Eingestehen ist nicht hoch genug im Kurs. Also werden Beziehungen (in diesem Fall im allgemeinen Sinne, von dem Verhältnis, in dem Menschen zu einander stehen) voll bewusst weiter runter gewirtschaftet. Und alle anderen können nur zusehen… Und versuchen sich nicht provozieren zu lassen.

Das klassische „In den falschen Hals kriegen“ gehört bereits genauso zur Gesellschafft wie andere banale Rituale des tristen Alltages. Konversationen können sich in den Köpfen in einen unüberschaubaren Dschungel als Wortfetzen, verbalen Angriffen und Beleidigungen verwandeln. (Oder: In eine geistige rosa Zuckerwolke, die jeden negativen Einfluss nach debilstem und bestem Gewissen filtert und nichts anderes als Unschuld bis zum Hirn vordingen lässt.)

„Süß“ und „Sauer„. „Entweder oder.“ Kein „und“ steht dazwischen. Das haben viele Leute längst ausradiert, denn entweder man meint es gut mit dir, oder man meint es böse. Ein „egal“ gibt es genauso wenig wie ein „und“ ein „aber“ oder ein „neutral“. Wähle deine Seite, zieh eine Karte, It’s your turn, aber entscheide dich.

Aufgestaute Aggressionen benötigen dringend ein Ventil. Die X-Box ist dafür mit seinen ganzen Egoshootern jedoch auch nicht wirklich die beste Lösung, da zwar der Geist erschöpft wird, der Körper jedoch weiter auf Hochtouren fährt. Körperliche Betätigung ist sicherlich eine der Besten Lösungen. Doch sind die Menschen faul und bequem. Daher fällt diese Möglichkeit auch für Viele weg. Gerade solche Menschen leiden unter ihrem Stigma. Umso schlimmer das ihre Schreie in der Gesellschaft selten bis nicht gehört werden. Denn der erste Schritt ist, vor sich selbst zu zugeben das es so nicht weiter geht. Wenn man nicht willens ist, Hilfe auch an zunehmen, kann man… nur weiter der Spirale entlang hinabrasen. Punkt.

Danke für die Aufmerksamkeit.

SVdL

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