Hallo allerseits!
Ich versuche mich wieder etwas mehr zusammen zureißen und brav zu posten. Diese kleine Geschichte wollte ich eigentlich auch schon längst veröffentlichen:
Mitte Letzten Jahres ist mein Onkel verstorben. Aber alle möglichen Steuern waren schon für das ganze Jahr im Vorraus bezahlt. Trotzdem meldeten sich sämtliche Ämter und Institutionen um die überflüssigen Beträge zurück zu überweisen. Alle bis auf die katholische Kirche.
Damit aber nicht genug. Letzten Monat erhielt meine Tante wie immer den Zahlschein für die Kirchensteuer. Diesmal aber mit einem Betrag über 200 Euro, was zuvor nur 109,- waren. Darauf rief sie bei betreffender Stelle an um sich zu erkundigen warum sie nun plötzlich fast das Doppelte zahlen solle.
Die Dame am Telefon erklärte ihr, das sie, jetzt wo sie Witwe sei, doch 60% Witwenrente bekäme und die Steuer deswegen neu angepaßt wurde. Darauf gab mein Tantchen natürlich prompt zurück das sie 1) wegen ihrer eigenen Berufstätigkeit nur 12% bekommt 2) sie sich als Hausfrau die 109,- zuvor auch nicht hätte leisten können und 3) was jetzt mit den sowieso schon zuviel bezahlten Steuern vom letzten Jahr sei und ob die Kirche jetzt denkt sie hat das große Geld weil ihr Mann gestorben ist.
Ja, die überschüssigen Beträge , ja – das könne man ihr gerne gleich als Gutschrift anrechnen! Aber wegen der Höhe der Steuer könne man jetzt nichts mehr machen.
An dieser Stelle bin ich nun wirklich stolz auf mein Tantchen, denn anstatt fromm zu buckeln hat die gute Dame aufgelegt, ist zur zuständigen BH gefahren und ausgetreten. Diese Abzocke wollte sie sich dann doch nicht bieten lassen.
Ganz schön dreist nach dem Tod des Ehepartners mehr Geld zu verlangen. Aber wahrscheinlich brauchen Witwen ganz besonders den Schutz Gottes und das kostet einfach etwas mehr, oder?
Naja, ich bin ja noch nicht ganz fertig:
Ein paar Tage nach ihrem Austritt blinkte der Anrufbeantworter als sie gerade nach Hause kam. Und weil mein Engel von Tante nebenbei auch noch einen Bekannten pflegte, fürchtete sie natürlich gleich dass mit diesem etwas nicht stimmen könnte. Also rief sie die Nummer zurück…
Wer ging ran?
Der Gemeindepfarrer! Dieser meinte sofort er wäre es Hans (meinem Onkel) schuldig sie zurück zur Kirche zu bringen. Er wolle sogar mit ihr persönlich zur Bezirkshauptmannschaft fahren um wieder einzutreten. Immerhin wäre der Austritt doch erst dann offiziell wenn es am Anschlagbrett der Gemeinde bekannt gemacht wurde. (Das sog. Schandbrett, ha? In welchem Jahrhundert leben wir?)
An der Stelle erreicht die ganze Geschichte schon ihren Gipfel, denn alleine das dieser Wicht es gewagt hat den Namen meines Onkels zu erwähnen finde ich geschmacklos. So auf die Art „dein Mann ist tot aber wir wollen weiterhin Kohle sehen.“ Noch dazu war Onkel Hans nicht mal ein besonders religiöser Mensch. Ich denke es dürfte wohl kaum in seinem Sinne sein, das sich seine Frau von dem Verein schröpfen läßt.
Meine Tante, schon richtig wütend, erwiderte dem Pfaffen trotzdem freundlich aber bestimmt das sie nicht vorhabe wiedereinzutreten. Aber seit diesem Telefonat schaut sie bei jedem Klingeln immer ganz vorsichtig durch den Türspion, weil sie befürchtet auch noch persönlich Besuch von ihm zu bekommen.
Ich war jedenfalls baff als sie mir die Geschichte erzählte. Also was lernen wir daraus?
Die Kirche macht auch vor den Toten nicht halt. Wie tief wird diese Religion noch sinken?




Remember, remember the 5th of November…

