Ich finde es arg wie schnell die Jugend heute lebt. Natürlich zähle ich mich selbst auch noch dazu. Es geht um das Thema zusammenziehen. Früher ließ man sich in Beziehungen eindeutig mehr Zeit. Zuerst ein paar Jahre Beziehung, bevor man zusammenzieht, danach ein paar Jahre des Zusammenlebens und danach konnte man erst vielleicht mal über Heirat etc. nachdenken… Mamma und Pappa haben es uns ja doch so vorgemacht…
Wenn ich mir das heute so ansehe – besonders in meinem Bekanntenkreis – dann hat alles einen irgendwie verschnellerten Ablauf. Manche Leute sind kaum ein paar Monate zusammen und schon wohnen sie auch zuammen… Ich kenne ein paar Päärchen bei denen das bis heute dann auch gut funktioniert hat, aber ich kenne auch jene, die sich nach garnicht mal so langer Zeit wieder getrennt haben, und auch jene, von denen man – so gemein es jetzt auch klingt – schon im vorhinein sagen kann, das letzterer Fall eher eintreten wird.
Ich will jetzt nicht schlecht über „frühzeitiges Zusammenwohnen“ sprechen. Ich freue mich sogar riesig für die Menschen, die einfach den richtigen Partner gefunden haben und das schon von Anfang an wussten. Außerdem ist es schließlich jedem seine Sache, was er tut.
Ich mache mir nur meine Gedanken zu diesem Thema da Petko und ich bald zwei Jahre ein Paar sind und noch nicht zusammenleben. Schon irgendwie mekrwürdig, oder? Wenn die ganzen Freunde längst nur noch im Zweierpack zu finden sind. Zwei Jahre… Wow, ich kann ehrlich behaupten das ich noch nie so lange mit jemandem glücklich war.
Letzten Samstag kam das Thema zwischen uns zur Sprache, als wir am Friedhof spazieren waren. (Damit dürften dann auch sämtliche Klischees bedient sein) Ich war zuerst wirklich geshockt, denn ich kann mich an letztes Jahr erninnern, wo er nach seiner damaligen Sicht 5 Jahre Beziehungsminimum als Voraussetzung dafür anvisiert hatte. Schräg. Und trotz seinder Andeutungen in den letzten Monaten wich er dem Thema dennoch so geschickt aus das ich völlig überrascht war, das der Moment des Zusammenziehens vielleicht näher liegt als ich bislang dachte. Sicherlich habe ich schon öfter darüber nachgedacht. Und die letzten 3 Wochen, in denen er bei mir war, sind auch super verlaufen. Wieso also nicht? Platz genug ist da, meine Eltern lieeeben ihn und wir verstehen uns nach wie vor. Ich habe trotzdem ein wenig Angst davor. Der Vorteil an Gästen ist, das man sie jederzeit wieder Abschieben kann, wenn man einen Overload hat. Mein dem hier-wohnenden Partner geht das nicht. Aber andererseits, es ist eigentlich selten vorgekommen das ich ihn aus dem Haus haben wollte. Und wenn, dann mit einem plausieblen Grund, wie Lesen, Lernen, meine Onlineangelegenheiten regeln, private Stuff, etc… und diese Phasen hatte er auch, beim Zocken, Lernen, oder am Pc herumspielen wenn er sich wieder ein neues Teil dazu gekauft hat. Es gleicht sich also aus.
Ich denke es ist raus: Wir werden in absehbarer Zeit zuammenziehen. Natürlich freue ich mich darauf, aber momentan schwirren hundert verschiedene Gedanken in meinem Kopf herum, was alles zu machen ist, was zu beachten ist, wo was hinkommt, denn für sein Zeug muss ja auch Platz gefunden werden.
Außerdem denke ich an meine ruhigen Momente alleine. So wie jetzt. Ich faulenze den ganzen Tag schon im Bett oder zumindest in der Nähe davon durch den Sonntag. Keiner Stört, keiner ruft an, keiner will was von mir. Das zum Beispiel wird sich radikal ändern und ich denke wir werden auch dafür eine Lösung finden müssen. Petko braucht schließlich auch manchmal eine Auszeit, in der er keinem begegnet. Fragen über Fragen. Aber jetzt im Moment will ich mich nicht online damit befassen. Das erörtern wir doch vorerst lieber zu zweit.
Lg,
Van Lure
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Nachdem heute der „Karl gibt zu allem seinen Senf dazu Tag“ ist kommt er auch dazu:
Ich bin zwar nicht so neurotisch wie er aber beim Zusammenziehen halt ich es genauso wie Charles Francis Harper. Eher 100 Nein zuviel als eines zuwenig.
Trotzdem viel Spass dabei.